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Schwangerschaftsschnupfen erkennen und behandeln: Die besten Tipps

Zu den weniger bekannten, aber doch weit verbreiteten Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft zählt der Schwangerschaftsschnupfen, der auch Schwangerschaftsrhinitis genannt wird. Tatsächlich ist diese besondere Art von Schnupfen sogar eine der häufigsten Schwangerschaftsbeschwerden, da sie mit den weiblichen Hormonen in Verbindung steht. Dieser Ratgeber unserer Online-Apotheke verrät Ihnen, woran Schwangere einen Schwangerschaftsschnupfen erkennen, wie sie ihn von einer Erkältung abgrenzen und auf welche Weise sie die Beschwerden erfolgreich behandeln.

 

Was ist ein Schwangerschaftsschnupfen?

Der Schwangerschaftsschnupfen gehört zu den chronischen Schnupfenarten. Es handelt sich dabei um eine endokrine nasale Hyperreaktivität, die bei etwa einem Viertel aller Schwangeren auftritt.1 Der Schwangerschaftsschnupfen kann während der gesamten Schwangerschaft zu Beschwerden führen und klingt in der Regel spätestens zwei Wochen nach der Geburt wieder ab. Zwar ist die Schwangerschaftsrhinitis unangenehm für die Schwangere, stellt aber in praktisch allen Fällen keine Gefahr für das ungeborene Baby dar. Außerdem ist er anders als eine Erkältung nicht ansteckend, sodass sich werdende Mütter keine Sorge darum machen müssen, Viren oder Bakterien auf andere Mitglieder der Familie zu übertragen.

Hinweis: Obwohl beim Niesen Druck aufgebaut und entladen wird, können dadurch keine vorzeitigen Wehen ausgelöst werden. Auch unmittelbar vor der Geburt hat ein Schwangerschaftsschnupfen deshalb in der Regel keine negativen Auswirkungen für Mutter und Baby.

Symptome: Von verstopfter Nase bis Nasenbluten

Der Schwangerschaftsschnupfen äußert sich durch eine chronische Verstopfung der Nase, er ist in der Regel kein Fließschnupfen. Die Nasenschleimhaut schwillt bei einem Schwangerschaftsschnupfen stark an und ist äußerst empfindlich. Selbst kleinste Verletzungen können bereits zu Rissen in der Schleimhaut führen und in der Folge auch mitunter starkes Nasenbluten auslösen. Eine verstopfte Nase sowie eine Anfälligkeit für Nasenbluten kann aber auch bei einem normalen Erkältungsschnupfen während der Schwangerschaft der Fall sein. Auch die weiteren Symptome des Schwangerschaftsschnupfens ähneln denen eines normalen Erkältungsschnupfens:

  • Müdigkeit
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Schlafprobleme
  • leichte Atembeschwerden und Schnarchen

 

Hinweis: Im Gegensatz zu den Symptomen unterscheiden sich die Ursachen eines Schwangerschaftsschnupfens erheblich von den Auslösern eines Erkältungsschnupfens. Viren und Bakterien spielen hier normalerweise keine Rolle.

Ursachen von Schnupfen in der Schwangerschaft

Der Schwangerschaftsschnupfen wird anders als ein normaler Schnupfen nicht durch eine Erkältung, allergische Reaktionen oder sonstige Reizstoffe ausgelöst. Er hat hormonelle Ursachen, die bei Schwangeren auch weitere Beschwerden, wie die bekannte Übelkeit, bewirken können. Die genauen Auslöser eines Schwangerschaftsschnupfens sind wissenschaftlich noch nicht geklärt. Besondere Bedeutung kommt nach derzeitigem Forschungsstand dem stark erhöhten Östrogenspiegel zu. Eine werdende Mutter hat ungefähr 90-mal mehr Östrogen im Blut als eine nicht-schwangere Frau.2

Zu den erkannten Auslösern eines Schwangerschaftsschnupfens zählen demnach:

  • Östrogen: Östrogen kurbelt Herz und Kreislauf an und sorgt so für eine gute Durchblutung von Gebärmutterschleimhaut und Plazenta, um das Baby jederzeit optimal zu versorgen. Genau diese Eigenschaften sind aber auch dafür verantwortlich, dass die stark durchbluteten Gefäße der Nasenschleimhaut anschwellen, was zu einem Schwangerschaftsschnupfen mit verstopfter Nase und Nasenbluten führen kann.
  • Progesteron: Progesteron dient dem Erhalt der Schwangerschaft; es soll die Sauerstoffversorgung des Fötus sicherstellen und den Blutfluss fördern. Ist es in einem Übermaß vorhanden, kann es ähnliche Auswirkungen haben wie Östrogen und zu einem Schwangerschaftsschnupfen führen.

 

Da Östrogen und Progesteron grundsätzlich bei jeder schwangeren Frau in deutlich erhöhter Menge zu finden sind, bei Weitem aber nicht jede werdende Mutter an einem Schwangerschaftsschnupfen leidet, vermutet die Wissenschaft noch weitere Faktoren, die dabei eine Rolle spielen, kann diese derzeit jedoch noch nicht benennen. Angenommen wird außerdem ein Zusammenhang mit den folgenden Ursachen:

  • Stress: Stress ist in unserer modernen Zeit allgegenwärtig und trifft besonders Schwangere, die sich nicht nur körperlich in einer besonderen Situation befinden. Stress gilt als eine Emotion, die den Körper belastet und auch ohne die Einwirkung von Bakterien oder Viren einen Schnupfen auslösen kann.
  • Allergien: Allergien werden zwar nicht durch eine Schwangerschaft ausgelöst, können während dieser Zeit aber sowohl deutlich verstärkt zum Ausbruch kommen und Schwangerschaftsschnupfen verursachen als auch teils drastisch abnehmen, da der Körper in der Schwangerschaft mehr natürliche Antihistaminika produziert.

 

Diagnose von Schwangerschaftsschnupfen

Die Diagnose eines Schwangerschaftsschnupfens ist für den Laien nicht immer leicht. Aufgrund der Ähnlichkeit der Symptome eines Schwangerschaftsschnupfens mit einem herkömmlichen Erkältungsschnupfen sowie einem allergischen Schnupfen sollte für die Diagnose am besten ärztlicher Rat eingeholt werden. Allerdings gibt es Indizien, die bei der Einschätzung helfen:

  • Erkältungsschnupfen tritt fast immer als Fließschnupfen auf. Die Nase läuft, es bildet sich wässriges Sekret. Der Schnupfen, der durch Viren oder Bakterien ausgelöst wird, ist auch häufig mit Halsschmerzen verbunden.
  • Allergischer Schnupfen, auf den wir weiter unten im Text noch eingehen, ist besonders schwer von einem hormonell bedingten Schnupfen in der Schwangerschaft abzugrenzen, jedoch wird er häufig von einem Juckreiz begleitet.
  • Vasomotorischer Schnupfen ist ein Schnupfen, der aufgrund einer überempfindlichen Schleimhaut der Nase entsteht. Auch hier können Stress oder Müdigkeit Auslöser sein. Die Verwechselungsgefahr mit einem Schwangerschaftsschnupfen ist entsprechend hoch.

 

Wie lässt sich ein Schwangerschaftsschnupfen behandeln?

Schwangerschaftsschnupfen ist weit verbreitet, weshalb es auch verschiedene Möglichkeiten einer Behandlung gibt. Dabei ist vor allem im Blick zu behalten, dass die zur Anwendung gebrachten Mittel weder Mutter noch Baby schaden – deshalb kommen nicht alle Methoden infrage, die im Normalfall Anwendung finden würden. Somit erschwert die besondere Situation die Behandlung für Schwangere. Da die korrekte Diagnose eines Schwangerschaftsschnupfens, wie bereits beschrieben, ohne ärztlichen Rat allerdings ohnehin kaum möglich ist, kann und sollten Schwangere bei dieser Gelegenheit auch über eine adäquate Behandlung mit ihrem Frauenarzt oder ihrer Frauenärztin sprechen.

Medikamente gegen die verstopfte Nase

Ein beliebtes Mittel bei Schnupfen ist seit vielen Jahren das Nasenspray. Bei der Auswahl von Nasenspray sollten Sie während der Schwangerschaft genau darauf achten, welcher Wirkstoff enthalten ist.

Weitgehend unbedenkliche Mittel in der Schwangerschaft sind:

  • Nasenspülungen sind in den meisten Fällen unbedenklich und können die verstopfte Nase zumindest zeitweise befreien.
  • Hypertone Meerwasser-Nasensprays können in der Schwangerschaft meist ohne Nebenwirkungen eine abschwellende Wirkung ausüben.
  • Nasensalben können die durch das häufige Putzen und Schnäuzen vielfach gereizte Haut am Naseneingang beruhigen.
  • Pflegesprays mit Hyaluronsäure halten die Nasenschleimhaut feucht und wirken daher dem Anschwellen entgegen.
  • Nasenpflaster helfen dabei, die Nase zu weiten und das Atmen zu verbessern.

 

Unbedingt abzuraten ist von herkömmlichen und weit verbreiteten Nasensprays mit den Wirkstoffen Xylometazolin und Oxymetazolin, da diese bei anhaltendem Gebrauch die Trockenheit der Nasenschleimhaut nur verstärken, zudem zu einer Abhängigkeit führen und gegebenenfalls der Gesundheit Ihres Babys schaden können.

Ob Nasenspray, Nasensalbe oder Nasenspülung: Im Sortiment unserer Online-Apotheke sind alle Inhaltsstoffe transparent aufgelistet und können bei Bedarf über die Filterfunktion eingegrenzt bzw. ausgeschlossen werden.

Wichtig: Die meisten erhältlichen Arzneimittel wirken auf die Plazenta ein und sollten in der Schwangerschaft deshalb nicht ohne eine Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt eingenommen werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Gesundheit von Mutter und Kind nicht durch unliebsame Nebenwirkungen gefährdet wird. Auf Embryotox.de können Sie zudem die Inhaltsstoffe der Medikamente, die Sie einnehmen, und ihre Wirkung auf das Baby in Schwangerschaft und Stillzeit selbst prüfen. Sprechen Sie auch Ihren Arzt oder Ihre Ärztin darauf an. Grundsätzlich gilt während der Schwangerschaft in Bezug auf Medikamente ohnehin die Regel: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Welche Hausmittel helfen bei Schwangerschaftsschnupfen?

Wie bei vielen Krankheiten und Beschwerden gibt es auch in diesem Fall verschiedene Hausmittel und Verhaltensweisen, die bei einer Schwangerschaftsrhinitis Abhilfe und Linderung schaffen können. Ein einziges Mittel lässt sich zwar nicht empfehlen, doch eine Kombination verschiedener Maßnahmen kann mitunter eine große Hilfe sein. In den meisten Fällen sind die aufgeführten Hausmittel während einer Schwangerschaft dem Einsatz von Medikamenten und der Nutzung von Nasenspray vorzuziehen.

Frau inhaliert mit Inhalationsgerät

  • Inhalationen mit heißem Wasserdampf zur Entspannung der angeschwollenen Nasenhäute. Zur besseren Befeuchtung der Nasenschleimhäute eignet sich der Zusatz von Emser Salz.
  • Scharfe Speisen sind ein alternatives Mittel zu Nasenspray, um die Atemwege auf natürlichem Wege zu befreien. Allerdings sollten Sie von diesem Hausmittel in der Schwangerschaft nur in Maßen Gebrauch machen – wenn Sie zu viel Rettich, Ingwer oder Chili essen, kann das mitunter auch nachteilige Effekte haben. Teils wird scharfen Speisen sogar nachgesagt, dass sie vorzeitige Wehen auslösen könnten. Besprechen Sie dies am besten mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt!
  • Genügend trinken versorgt den Körper mit der gerade während der Schwangerschaft so wichtigen Flüssigkeit. Etwa 2,5 Liter Wasser pro Tag gilt als Mindestmenge für eine schwangere Frau.
  • Kopfhochlagerung während des Schlafens hilft dabei, die Schleimhäute zu entlasten, weil der venöse Abfluss verbessert wird. Versuchen Sie Ihre Schlafposition dahingehend zu ändern, dass Ihr Oberkörper etwas erhöht wird, um Nasenatmung zu erleichtern.
  • Bewegung kann zu einer Linderung der Symptome beitragen und das Atmen vereinfachen. Sport sollte nur in leichtem Maß ausgeübt werden, ein täglicher Spaziergang an der frischen Luft ist aber in jedem Fall zu empfehlen, wenn aus gesundheitlicher Sicht nichts dagegen spricht.
  • Die Raumtemperatur auf 20 bis 22 Grad zu halten, kann die Symptome des Schwangerschaftsschnupfens ebenfalls lindern.
  • Die Luftfeuchtigkeit hat einen ähnlichen Einfluss auf unsere Umgebung wie die Raumtemperatur. Eine optimale Umgebung verfügt über 50 bis höchstens 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. Das Aufstellen eines Luftbefeuchters kann in diesem Zusammenhang mitunter sehr sinnvoll sein.
  • Kompressen mit frischen Zitronenscheiben können einen abschwellenden Effekt erzielen.
  • Entspannung ist äußerst wichtig, um Stress vorzubeugen. Stress, ausgelöst durch starke tägliche Belastung oder übergroße Sorgen um die bevorstehende Geburt, kann einen Schwangerschaftsschnupfen erheblich begünstigen.

 

Allergischer Schnupfen während der Schwangerschaft

Obwohl Allergien das Auftreten eines Schwangerschaftsschnupfens verstärken können, ist ein allergischer Schnupfen etwas anderes als ein Schwangerschaftsschnupfen. Wenn Sie bereits vor oder auch erst während der Schwangerschaft mit allergischen Symptomen zu tun haben, sollten Sie unbedingt den Rat eines Allergologen einholen. Es ist wichtig zu wissen, dass eine Schwangerschaft keine Allergie auslösen kann – allerdings können die besonderen Belastungen während einer Schwangerschaft dazu führen, dass eine Allergie erstmals zum Ausbruch kommt. Auch die Symptome einer bereits bestehenden Allergie können durch die Schwangerschaft verstärkt werden. Wenn Sie ohnehin anfällig für Heuschnupfen sind, kann sich dieses Leiden während der Schwangerschaft deutlicher zeigen. Auch hier sind die medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten eingeschränkt.

Weiterführende Informationen dazu finden Sie in unserem Ratgeber zum Thema Heuschnupfen während der Schwangerschaft.

 


Quellenangaben & Einzelnachweise

Fußnoten:
1 https://m.thieme.de/de/gynaekologie-und-geburtshilfe/update-schwangerschaftsrhinitis-139477.htm
2 https://www.nasen-ratgeber.de/schnupfen/arten/schwangerschaftsschnupfen/

Bildquelle: adobestock.com - Ermolaev Alexandr, Dan Race

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