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Holundersaft selber machen mit Rezepten

Holundersaft – Heilmittel aus der Natur

Holundersaft hat einen sagenhaften Ruf in der Natur- und Erfahrungsmedizin. Es gibt viele Tipps und Rezepte über seine gesunde Wirkung. Als natürliches Heilmittel begleitet er uns schon seit Jahrtausenden. Bei den Germanen war der Holunderstrauch heilig und der Schutzgöttin Holla gewidmet. Und Hippokrates, der große Arzt der Antike, wies schon auf seine Heilkraft hin. Ab dem 18. Jahrhundert wurde dann der Holundersaft als Medizin erkannt und von den Ärzten eingesetzt. Wobei er in der Volksmedizin der Bauern schon immer als ein Heilmittel gesehen wurde, das gesund ist.

Heute ist er ein bekanntes und traditionelles Mittel gegen Infektionen, vor allem der Atemwege. Holunder ist ein absolut anspruchsloses Gewächs, er wächst wild in Hecken und Wäldern. Nach dem Krieg wuchs er als erste Pflanze in den Ruinen der Städte - und die Menschen verarbeiteten die Beeren zu Holundersaft, nutzten so die Heilkräfte des Holunders.

Diese Heilkräfte können Sie auch nutzen: Machen Sie sich Ihren Holundersaft selbst. Das ist billig, gesund und einfach. In diesem Artikel möchte ich Ihnen erklären, warum Holundersaft so gesund ist und bei welchen Krankheiten er hilft. Und ich gebe Ihnen Rezepte, wie Sie diesen gesunden Saft selbst herstellen können – und Rezepte für leckere Gerichte mit Holunderbeeren. Damit schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie holen sich Gesundheit ins Haus – und Sie sparen Geld.

Warum ist der Holundersaft so gesund?

Wenn Sie die reifen dunkelroten, fast schwarzen, Beeren zu Saft verarbeiten, dann erhalten Sie wirklich Gesundheit pur. Denn in den kleinen Beeren steckt viel mehr, als es zunächst scheint:

  • Ihre dunkle Färbung erhalten die Holunderbeeren durch sekundäre Pflanzenfarbstoffe, die Anthocyane. In den Holunderbeeren ist es das Sambucyanin. Das sind starke Antioxidantien, die Ihre Zellen vor den Angriffen durch Freie Radikale schützen. Die helfen, das Eindringen von Viren zu verhindern und stabilisieren die Zellwände.
  • Holunder ist sehr reich an Vitamin C und B2. Beide Vitamine sind wichtig im Kampf gegen Viren und Bakterien. Aber auch Kalium und Vitamin A sind enthalten. Wenn Sie Holundersaft warm trinken wollen, dann sollten Sie ihn nicht zu stark erhitzen, weil Sie sonst die Vitamine zerstören.


Weitere wichtige Inhaltsstoffe des Holunders sind:

  • Ätherische Öle, die antibakteriell wirken.
  • Gerb- und Schleimstoffe, welche die Immunkräfte stärken können.
  • Flavonoide die Ihre Abwehrkräfte gegen eingedrungene Viren stärken können.
  • Die Inhaltsstoffe des Holunders regen die Nieren an. Dadurch entwässern sie und fördern so das Ausscheiden von Giftstoffen.
  • In der Volksmedizin werden mit Holundersaft auch Verbrennungen, Hautreizungen (Ekzeme), Wunden und kleine Geschwüre behandelt.
  • Durch die schweißtreibende Wirkung des Holunders unterstützt er bei grippalen Infekten.

So kochen Sie sich einen gesunden Holundersaft selbst

Die Anwendung von Holunder geschieht meistens als Saft der Beeren oder als ein Tee aus den getrockneten Blüten. Am häufigsten wird Holundersaft im Winter eingesetzt. Sie sollten sich also Ihren Saft im Herbst – wenn die Beeren reif sind – selber kochen und ihn dann in Flaschen abfüllen, so dass er gut haltbar bis über den Winter genießbar ist.

Es gibt viele Rezepte und Tipps was Sie mit dem Saft der Beeren alles anfangen können. Einen gesunden Holundersaft können Sie ganz einfach selbst herstellen.

Dazu benötigen Sie:

  • 1 Kilo Holunderbeeren
  • 200 Gramm Zucker
  • 1/2 Liter Wasser
  • 50 ml Zitronensaft, am besten frisch


Der Zitronensaft hilft bei der Konservierung des Holundersaftes, damit er länger haltbar ist. Außerdem verleiht er dem Saft eine gewisse Spritzigkeit. Der Zucker nimmt dem Saft den herben Geschmack und dient ebenfalls zur Haltbarmachung des Saftes.

Die Zubereitung: 
Da die kleinen Beeren stark färben, ist es ratsam bei der Verarbeitung Handschuhe zu tragen und die Kleidung gut zu schützen. Pro Kilo Holunderbeeren erhalten Sie etwa 1 Liter Holundersaft.

Zuerst die unreifen Früchte aussortieren. Die Beeren dann sorgfältig waschen und darauf achten, dass keine Insekten oder Schmutz daran kleben. Mit einer Gabel von den Dolden streifen und in einen großen Topf geben. Jetzt geben Sie das Wasser dazu, bis die Beeren komplett bedeckt sind. Erhitzen Sie die Mischung langsam bis zum Kochen. Ganz kurz aufkochen lassen, dann die Temperatur senken und zehn Minuten leicht köcheln lassen. Danach die Kochplatte ausschalten, den Topf mit einem Deckel schließen und über Nacht ruhen lassen.

Die abgekühlte Holunderbeeren-Wasser-Mischung am nächsten Tag durch ein mit einem Tuch ausgelegtes Sieb geben. Wenn der Saft durchgetropft ist, die zurück gebliebene Beeren im Tuch auspressen, bis kein Saft mehr kommt. Verwenden Sie ein Tuch, das Sie danach wegwerfen können, denn die durch die Holunderbeeren entstandene Verfärbung lässt sich nicht mehr entfernen. Geben Sie den Zucker sowie den Zitronensaft hinzu und lassen Sie die Mischung noch einmal zwei bis drei Minuten köcheln.

Jetzt brauchen Sie Flaschen, um den Saft abfüllen zu können. Die Flaschen müssen total sauber sein, um der Schimmelbildung vorzubeugen, und sollten einen dichten Verschluss haben. Am besten ist es, Sie sterilisieren die Flaschen vor der Benutzung. In diese Flaschen füllen Sie den heißen Saft aus den Holunderbeeren und verschließen sie gut. Jetzt ist der Holundersaft haltbar und kann in einem dunklen und kühlen Raum, am besten im Keller, gelagert werden. Wenn Sie diese Tipps beachten, dann hält sich Ihr selbst gemachter Saft aus Holunderbeeren fast ein Jahr lang und Sie können ihn gut nutzen.

Rezepte mit Holunder

Holunder ist nicht nur ein Heilmittel, er ist auch ein gesundes Nahrungsmittel, in dem die Heilkräfte meist erhalten bleiben, wenn Sie sich an diese Rezepte halten. Einer der ganz wichtigen Tipps: Den Holunder niemals roh oder unreif zubereiten, denn die kleinen Beeren sind in diesem Zustand leicht giftig.

Nun aber die leckeren Rezepte:

1. Holundersuppe

Holundersuppe wurde früher auf dem Land im Herbst mit reifen Holunderbeeren zubereitet. Eines der wirklich einfachen Rezepte.

Die Zutaten für drei Personen: Sie brauchen ein halbes Pfund Holunderbeeren, ein halbes Pfund Äpfel, einen EL Stärkemehl, fünf EL Zitronensaft, zwei EL Zucker.

Die Zubereitung: Die Holunderbeeren entstielen und waschen, mit den ungeschälten Äpfeln ganz kurz aufkochen und dann eine Viertelstunde ziehen lassen. Die Masse durch ein Sieb streichen und noch einmal aufkochen. Das Stärkemehl mit Wasser anrühren und in die köchelnde Suppe geben, um sie zu binden. Abschließend mit dem Zitronensaft und dem Zucker abschmecken.

2. Süße Holunder-Zwetschgenmarmelade

Die Zutaten für vier Personen: Sie brauchen 400 Gramm frisch gepflückte Holunderbeeren, 700 Gramm reife und süße Zwetschgen und zum Gelieren ein Pfund normalen Zucker, besser ist Gelierzucker.

Die Zubereitung: Die Holunderbeeren gründlich mit Wasser spülen, sie entstielen und mit wenig Wasser aufkochen. Dann durch ein engmaschiges Sieb passieren. Jetzt die Zwetschgen waschen, entkernen und mit dem Mixer fein pürieren. Das Früchtemus mit dem Zucker mischen und fünf Minuten kochen lassen. Wenn die Masse geliert ist sofort in sterile Gläser füllen, gut verschließen und die Gläser für zehn Minuten auf den Kopf stellen.

3. Frühstücksporridge mit Apfel-Holunderbeerenmus

Dieses Rezept bringt als Frühstück Gesundheit und Widerstandskraft für den ganzen Tag.

Die Zutaten für zwei Personen: Sie brauchen zwei EL Zucker, einen halben TL Zimtpulver, 200 ml Milch, drei Handvoll Haferflocken, zwei EL Buchweizen, zwei EL Chiasamen, eine Handvoll gehackte Nüsse, zwei mittelgroße säuerliche Äpfel, 150 Gramm Holunderbeeren (frisch oder tiefgekühlt), zwei EL Zucker.

Die Zubereitung: Den Zucker im Topf karamellisieren, die Holunderbeeren dazugeben. Jetzt die Hitze mindern und häufig umrühren, die Äpfel in Stücke schneiden, zu den Holunderbeeren dazu geben und bei geringer Hitze köcheln lassen. Mit etwas Wasser ablöschen. Nun die Milch erwärmen, Zimt und Zucker dazu geben, alles zum Köcheln bringen. Die restlichen Zutaten und die Haferflocken dazu geben und eine Viertelstunde bei ständigem Umrühren köcheln lassen. Dann alles miteinander vermischen und servieren.

Holundersaft schmeckt nicht nur lecker, sondern ist darüber hinaus auch noch sehr gesund. Er lässt sich leicht selbst herstellen und ganz nach Geschmack auch mit Zimt, Vanille oder anderen Gewürzen verfeinern. Und nicht nur als Saft, sondern auch als Suppe, in Marmelade oder Porridge, lassen sich die kleinen Beeren wunderbar verarbeiten. Wir wünschen gutes Gelingen und einen guten Appetit.

 


Bildquelle: Pixabay

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