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Mastitis – Schmerzen in der Stillzeit

Was tun bei Mastitis? Alle Informationen und Tipps

Schmerzen beim Stillen sind für die betroffenen Frauen nicht nur eine physische Belastung, auch die Psyche kann mitunter stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Verantwortlich für die Beschwerden ist häufig eine Mastitis, eine schmerzhafte Entzündung der Brustdrüse. Obwohl sie teilweise auch bei Männern auftreten kann, sind in der Hauptsache Frauen, die ihr Baby stillen, die Leidtragenden. Bei richtiger Behandlung lässt sich eine Mastitis glücklicherweise schnell in den Griff bekommen. Das ist auch wichtig, um schlimmere Folgeerkrankungen zu vermeiden. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie zum Thema wissen müssen.

 

Was genau ist eine Brustentzündung (Mastitis)?

Die weibliche Brust ist eine empfindliche Körperzone, das gilt besonders während der Stillzeit. Es ist für jede Mutter eine intensive Erfahrung, ihr Baby zum Stillen an die Brust zu legen. Treten dabei Komplikationen auf, kann das für Mutter und Kind leicht zu traumatischen Erfahrungen führen und die Beziehung beeinträchtigen. Zwar ist eine Brustentzündung auch außerhalb der Stillzeit und sogar bei Männern möglich, diese Fälle sind jedoch äußerst selten. Hauptsächlich betroffen ist die besonders sensible und gefährdete Gruppe junger Mütter, die ihr Baby vor nicht allzu langer Zeit entbunden haben.

Die üblichen Symptome einer Mastitis

Das erste und auffälligste Anzeichen einer Brustentzündung ist ein Anschwellen der Brust. Dazu gesellen sich Rötungen und Hauterwärmungen. Das Abtasten der entzündeten Stelle in der Brust kann zudem sehr schmerzhaft sein; dazu gilt auch eine schmerzende Brustwarze als typisches Symptom. Ist die Erkrankung akut, tritt meist zeitnah Fieber mit Temperaturen von über 38,5 °C auf, oftmals begleitet von Schüttelfrost und Müdigkeit. Nicht zuletzt deshalb wird die Mastitis in vielen Fällen zunächst mit einer Grippe verwechselt. Manchmal kommt es auch zu einem eitrigen Ausfluss aus der Brustwarze, den viele Frauen zuerst im BH bemerken.

Wichtig zu wissen: Die Symptome einer Mastitis können sich innerhalb weniger Stunden deutlich verschlechtern. Es ist deshalb wichtig, so schnell wie möglich Kontakt zur Hebamme oder zum Frauenarzt aufzunehmen, um rasch eine Behandlung einzuleiten.

Besonders häufig tritt die Brustentzündung nach der Geburt auf

Die ersten sechs Wochen nach der Geburt, wenn die Mütter anfangen zu stillen, gelten als der gängigste Zeitraum für eine Brustentzündung. Grundsätzlich kann die Erkrankung aber während der gesamten Stillzeit vorkommen. Treten die Symptome außerhalb dieser klar eingegrenzten Phase auf, sollte auf jeden Fall umgehend ein Facharzt aufgesucht werden: In diesem Fall können schwerwiegende Anlässe bestehen, zum Beispiel ein Malignom. Um dieses auszuschließen, ist eine fachgerechte Untersuchung notwendig.

Auch Neugeborene können Mastitis-Symptome zeigen

Obwohl fortpflanzungsfähige Frauen im Alter von 20 bis 40 Jahren die Hauptrisikogruppe für eine Brustentzündung darstellen, können sehr selten auch Männer die Symptome zeigen – und wenige Tage alte Neugeborene. In diesem Fall ist der Brustbereich des Kindes berührungsempfindlich und schwillt auch an, manchmal tritt zudem eine trübe, weißlich-graue Flüssigkeit aus. Diese sollten Sie keinesfalls ausdrücken, denn damit könnten Sie eine Verschlimmerung riskieren. Das Geschlecht spielt übrigens keine Rolle: Sowohl Jungen als auch Mädchen können von einer Neugeborenen-Mastitis gleichermaßen betroffen sein. Suchen Sie im Zweifelsfall lieber gleich einen Arzt auf, wenn Sie den Verdacht hegen, dass Ihr Kleines von dieser Entzündung geplagt werden könnte. Das gilt besonders dann, wenn sich Fieber und Eiter zu den genannten Symptomen gesellen.

Die Muttermilch schmeckt anders, ist aber ungefährlich

Durch die Entzündung in der Brust kann sich der Geschmack der Muttermilch ändern. Nicht jedes Baby akzeptiert diesen Umstand beim Stillen ohne Weiteres, was dazu führen kann, dass manche Babys beharrlich das Trinken verweigern. Das ist aber kein Grund zur Beunruhigung: An sich ist das Stillen vollkommen ungefährlich und sollte grundsätzlich auch während der Erkrankung fortgesetzt werden. Eine alternative und bewährte Lösung ist es, dem Kind während der Behandlung einfach die andere Brust zu geben, während die Milch aus der entzündeten Brust abgepumpt wird.

Die möglichen Ursachen einer Mastitis

Eine Mastitis kann verschiedene Ursachen haben, wobei auch die Veranlagung der Mutter eine Rolle spielt. Bestimmte Faktoren können das Risiko erhöhen. Dazu gehören beispielsweise trockene, raue Brustwarzen, ein aus anderen Gründen geschwächtes Immunsystem, anhaltende Müdigkeit oder Stress sowie eine bereits erlittene Infektion der Brustdrüsen. Enge Kleidung, insbesondere ein einschneidender BH, eine unausgewogene Ernährung und einseitiges Stillen können sich ebenfalls ungünstig auswirken und die Gefahr vergrößern. Am häufigsten ist jedoch eine bakterielle Infektion der Auslöser einer solchen Entzündung.

Bakterien sind die üblichen Auslöser

Mit Abstand am häufigsten zeichnen Bakterien für eine Infektion der Brust verantwortlich. Sie gelangen durch kleine Risse in der Brustwarze in den Körper und lösen die beschriebenen Symptome aus. Ganz präzise benannt handelt es sich bei den Bakterien um das Bakterium Staphylococcus aureus, das sich für knapp 95 Prozent der infrage kommenden Fälle während der Stillzeit nachweisen lässt. Die Bakterien wandern über äußere Quellen, Angehörige, Pflegepersonal oder sogar die Mutter selbst zunächst in Nase und Mund des Babys. Während des Stillens werden diese dann vom Kind auf die mütterliche Brust übertragen. Deshalb sind gerade beständig wunde Brustwarzen besonders gefährdete Einfallstore für Erreger.

Große Brüste, Hohlwarzen, Pille und Rauchen sind Risikofaktoren

Frauen mit einer großen Brust und/oder Hohl- bzw. Schlupfwarzen, also nach innen gestülpten Brustwarzen, sind für eine Mastitis-Erkrankung besonders anfällig. Auch Rauchen erhöht das Risiko, wie inzwischen mehrere Studien herausgearbeitet und belegt haben. Darüber hinaus kann ebenso eine bestehende Wunde im Bereich der Brustwarzen die Infektionsgefahr erhöhen wie zu eng geschnittene Kleidung oder anhaltender Stress. Die Einnahme bestimmter Medikamente, darunter der zu Verhütungszwecken von vielen Frauen genutzten Pille, kann einer Entzündung ebenfalls Vorschub leisten.

Ein Milchstau kann die Beschwerden verursachen

Gerade zu Anfang der Stillzeit ist ein sogenannter Milchstau nicht unüblich. Ein Milchstau entsteht dann, wenn die Brust mehr Milch produziert, als das Kind trinken kann. Die Brust wird dann nicht vollständig entleert, die Milch staut sich und verursacht die Beschwerden. Ein solcher Stau in der Brust kann auch eintreten, wenn das Baby nicht richtig angelegt wurde oder nicht kräftig genug saugen kann. Weitere Faktoren, die eine Mastitis-Erkrankung befördern können, sind eine sporadische, unregelmäßige Milchabgabe und plötzliches Abstillen. Zur Vermeidung eines weiteren Milchstaus sollten Sie der Versuchung, Ihre Beschwerden durch vorzeitiges Abstillen zu lindern, möglichst widerstehen und dies zuerst mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Frauenarzt besprechen.

Brustkrebs weist ähnliche Symptome auf

Tritt eine Mastitis außerhalb des Wochenbetts auf, besteht der Verdacht auf ein Malignom, also ein bösartiges Krebsgeschwür. Damit sich dieses nicht unaufhaltsam im Körper ausbreiten kann, ist eine schnellstmögliche medizinische Untersuchung und Behandlung geboten. Die Begleiterscheinungen einer Mastitis-Erkrankung und Brustkrebs ähneln sich stark, da Entzündungen einen Tumor auslösen können. Auch vor diesem Hintergrund ist eine rechtzeitige und kompetente Untersuchung sehr wichtig.

Wichtiger Hinweis: Da sich die Symptome einer Mastitis und von Brustkrebs ähneln können, sollten Sie bei Beschwerden frühzeitig Kontakt zu Ihrem Frauenarzt aufnehmen. Lassen Sie sich gründlich untersuchen und Ihr Beschwerdebild abklären, um kein unnötiges Risiko einzugehen.

Die richtige Behandlung

Die richtige Behandlung der Mastitis-Erkrankung hängt nicht zuletzt von den zugrunde liegenden Ursachen ab. Im Falle eines Milchstaus ist es besonders wichtig, dass Sie mit dem Stillen nicht aufhören. Lässt sich das Kind aufgrund der Schmerzen nicht richtig anlegen, können Sie zu einer Pumpe greifen. Abstillen ist in der Regel nicht notwendig. Behalten Sie immer im Hinterkopf, dass das Stillen selbst für das Kind auch bei ausgeprägten Symptomen der Mutter nicht gefährlich ist, weil die Antikörper in der Muttermilch normalerweise einen ausreichenden Schutz bieten. Nur bei besonders empfindlichen Neugeborenen sollte auf das Stillen verzichtet werden. Sollten Sie ein mögliches Abstillen in Erwägung ziehen, besprechen Sie dies unbedingt vorher mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme. Auch in diesem Fall ist es wichtig, dass die Milch manuell abgepumpt wird.

Positionswechsel und Hausmittel können weiterhelfen

Neben den genannten Behandlungsmöglichkeiten können viel Ruhe und vorsichtiges Experimentieren mit Liegepositionen für das Baby eine Hilfe sein. Stillen ist eine hervorragende und natürliche Form der Behandlung einer Mastitis-Erkrankung und kann dabei helfen, die Entzündung möglichst bald wieder zum Abklingen zu bringen. Außerdem ist es wichtig, die betroffene Brust zu kühlen und zu entlasten. Dabei helfen zum Beispiel kalte Umschläge sowie ein Hochbinden und regelmäßiges Entleeren, um den Druck auf das Drüsengewebe zu verringern. Vor dem Stillvorgang und Anlegen des Babys sollten Mütter ihre Brustwarzen immer gründlich mit Wasser reinigen. Das mehrmals tägliche Reinigen der Brüste mit Wasser kann einer Mastitis-Erkrankung unter Umständen sogar vorbeugen. Bei trockenen und rissigen Brustwarzen empfiehlt sich zudem die tägliche Pflege mit reinem Lanolin. Auch sollte ein passender Still-BH getragen werden, um nicht unnötig Druck auf die Brust auszuüben.

Wichtig ist ferner, dass Sie möglichst viel trinken und sich immer wieder Ruhephasen gönnen, um Stress zu vermeiden. Auf das Abpumpen der Muttermilch sollten Sie nach Möglichkeit verzichten, weil es die Milchproduktion ankurbelt. Nur wenn konkrete Gründe vorliegen – beispielsweise bei einem Milchstau oder wenn das Kind die Annahme verweigert – ist das mechanische Hilfsmittel angebracht.

Wichtig zu wissen: Auch wenn eine Mastitis selbst leicht behandelt werden kann, besteht das ernstzunehmende Risiko auf schwerwiegende Folgeerkrankungen. Deshalb sollte die Therapie nicht in Eigenregie, sondern von Anfang an und möglichst früh durch einen Arzt erfolgen.

Nach Absprache mit dem Arzt: Analgetika und Antibiotika

Medikamente werden in der Regel nur bei einer fortgeschrittenen Entwicklung der Mastitis-Erkrankung verordnet. Analgetika können dabei helfen, die Schmerzen zu lindern und die Entnahme der Milch zu erleichtern. Sie sollten aber nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Überhaupt sollten Sie in dieser Situation davon absehen, Arznei in Eigenregie einzunehmen. Das gilt insbesondere dann, wenn Sie selbst stillen – denn nicht jedes Medikament ist während der Stillzeit geeignet, da sich die Inhaltsstoffe ungünstig auf die Entwicklung des Babys auswirken können.

Antibiotika kommen in den meisten Fällen dann zum Einsatz, wenn sich binnen 24 oder 48 Stunden keine Besserung eingestellt hat. Neben Antibiotika können teils Medikamente gegen Fieber sinnvoll sein, um die Temperatur zu senken. Falls Bakterien als Auslöser der Symptome ausgemacht wurden, hängt die Art der Medikation von der genauen Bestimmung des entsprechenden Bakteriums ab. Eine solche kann allerdings nur durch eine ärztliche Untersuchung zuverlässig gelingen.

Eine Operation ist nur selten nötig

Viele Frauen dürfte es erfreuen, dass ein operativer Eingriff bei Mastitis äußerst selten notwendig ist. Nur in dem extremen Fall, dass es zu einem eitrigen Abszess in der Brust kommt, kann eine Operation von Ihrem behandelnden Arzt als sinnvoll und notwendig erachtet werden. Machen Sie sich jedoch keine unnötigen Sorgen: In den meisten Fällen reicht eine einfache Behandlung aus, um die Beschwerden zu lindern.

Fazit

Bei einer Mastitis handelt es sich um eine Brustentzündung, die für die Betroffenen allerdings äußerst schmerzhaft sein kann. Eine wirksame Therapie ist möglich und sollte schnell erfolgen, um mögliche Folgeerkrankungen zu verhindern. Je eher und gezielter eine Mastitis-Erkrankung behandelt wird, desto geringer sind die zu erwartenden Folgen und desto schneller klingen die Symptome ab. Sprechen Sie daher möglichst zeitnah mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme über Ihre Beschwerden und erarbeiten Sie gemeinsam einen geeigneten Behandlungsplan, um sich schon bald wieder fit und gesund zu fühlen.


Bildquelle: ©familytv, adobe.com

Tags: Frauenleiden
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