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Hat das Halten eines Hundes tatsächlich Vorteile?

Hundehalter leben länger und gesünder – was ist da dran?

Er bettelt am Tisch, er fordert seine Rechte ein, er zwingt Sie zum Spaziergang und als er noch ein Welpe war, da hat er am liebsten Ihren Hausschuh zerkaut: Wir reden vom Hund, bekanntlich der beste Freund des Menschen. Letzterem werden alle Hundebesitzer zustimmen. Aber haben Sie auch schon bedacht, welcher Segen so ein Tier sein kann? Die Vorteile sind: Er vertreibt trübe Gedanken, er zwingt Sie zur Bewegung, er ist ein guter Kamerad und er kann Ihre Gefühle lesen. Sind Sie depressiv, müssen Sie schlechte Nachrichten verarbeiten, fühlen Sie sich gesundheitlich angeschlagen – Ihr Hund ist für Sie da.

Einer der größten und wichtigsten Pluspunkte des Hundes: Als Hundebesitzer werden Sie älter und gesünder, das haben Studien bewiesen. Natürlich hat ein Hund auch noch andere gute Seiten, aber sein Einfluss auf Ihre Gesundheit und einen gesunden Lebensstil ist das größte Plus des Hundes. Und den haben Sie nicht nur allein, den hat auch Ihre Familie. Er beeinflusst nicht nur Ihren Lebensstil, sondern vor allem den Ihrer Kinder. Denn auch das wissen wir: Kinder, die in einer Familie mit Hund, Katze oder einem anderen Haustier aufwachsen, sind gesünder und weniger allergieanfällig als andere Kinder. Lesen Sie jetzt, wie wichtig der Hund ist und warum Sie mit ihm länger gesund bleiben.

Heynckes, Bismarck und Queen Elisabeth II – sie wurden alt mit Hunden

Hier einige Beispiele von prominenten Hundebesitzern, die mit einem Hund alt geworden sind:

  • Jupp Heynckes erklärte, als er mit 72 Jahren noch einmal Trainer beim FC Bayern wurde und die Mannschaft von Sieg zu Sieg führte: „Hunde, das sind Tiere, die gehören zur Familie.“ Auf seinen Schäferhund führte er seinen idealen Blutdruck und seinen optimalen Ruhepuls zurück.
  • Queen Elisabeth bekam mit 18 Jahren ihren ersten Vierbeiner. Jetzt ist sie 91, bei bester Gesundheit und war Ihr ganzes Leben von Hunden umgeben. Besonders geliebt hat sie Corgis. Die begleiteten die Queen sogar auf Reisen. Im Oktober 2018 ist der letzte gestorben. Aber sie hat noch zwei Dorgis, das ist eine Mischung aus Dackel und Corgi. Diese Hunderasse vereint die Vorzüge beider Rassen.
  • Otto Graf von Bismarck-Schönhausen wurde 83 Jahre alt, immer begleitet von einem Hund seiner Lieblingsrasse, einer Ulmer Dogge. Einer der Hunde, die Dogge Tyras, wurde weltberühmt: Der fiel bei einem diplomatischen Empfang den russischen Premierminister an. Er glaubte, der Russe wolle sein Herrchen angreifen. Bismarck wurde fast 70 Jahre von Hunden begleitet. Er lebte unmäßig, trank und aß zu viel, war aber bis ins hohe Alter tatkräftig und gesund.

 

Hunde garantieren ein längeres und gesünderes Alter

Das sind nur wenige Beispiele dafür, wie Hunde als Haustiere lange Zeit die Gesundheit erhalten und das Leben verlängern. Aber diese Vorteile können Millionen Hundehalter bezeugen: Der tägliche Umgang mit Hunden tut ihren Besitzern einfach gut: Ihre größten Vorteile: Sie sorgen für ein gesünderes und längeres Leben. Nachteile einer Hundehaltung sind nicht bekannt. Nun ist es ja nicht so, dass Einzelbeweise für ein längeres Leben von prominenten Hundehaltern, generell gültig sind. Aber es gibt wissenschaftliche Untersuchungen die feststellen und beweisen: Haustiere sind der Garant für ein gesünderes und längeres Leben. Schwedische Wissenschaftler haben im Fachblatt „Scientific Reports“ einen Artikel veröffentlicht, dass Hundebesitzer älter werden und seltener an Herz-Kreislaufbeschwerden erkranken.

Hunde verringern das Risiko für einen Herzinfarkt

An der Universität von Uppsala (Schweden) untersuchte eine Forschergruppe um den Wissenschaftler Tove Fall über zwölf Jahre hinweg die Gesundheit und den Lebensstil von 3,4 Millionen Erwachsenen. Dabei kam heraus: Besonders Personen mit wenig Kontakt zu anderen Menschen hatten Vorteile wenn sie Hunde hielten. Die Sterblichkeit unter Hundehaltern war während der Zeit von zwölf Jahren um ein Drittel geringer, das Risiko für einen Herzinfarkt sank gegenüber Alleinstehenden ohne Hund um zwölf Prozent. Als einen wichtigen Hintergrund nannten die Forscher: Haustiere und vor allem Hunde erhöhen das Wohlbefinden und erleichtern das Knüpfen von sozialen Kontakten. Das weiß jeder Hundebesitzer: Mit einem Hund kommt es auf jedem Spaziergang zu Gesprächen mit anderen Menschen. Sehr oft organisieren sich die Halter von Hunden auch in Gruppen, verabreden sich zu gemeinsamen Treffen. Dann spielen die Hunde miteinander, die Halter reden miteinander über ihr Tier. Diese Kommunikation und die Bewegung führen dazu, dass Hundebesitzer seltener an Bluthochdruck leiden.

Wenn der Hund die Familie ersetzt, ist das gut

Für viele alleinstehende und alte Menschen ist der Vierbeiner ein Ersatz für die Familie. Das "Deutsche Ärzteblatt" ging in seiner Online-Ausgabe vom 20. November 2017 auf die schwedische Studie unter der Überschrift „Hundebesitzer leben länger“ ein und bestätigte: „Da soziale Vereinsamung und Bewegungsmangel wichtige kardiovaskuläre Risiko¬faktoren sind, könnte der Besitz eines Hundes durchaus der Gesundheit förderlich sein.“ Forscher der Universität Uppsala haben dies jetzt erstmals in einer bevölkerungsweiten Studie untersucht. Eines der Ergebnisse: Hundebesitzer hatten insgesamt ein niedrigeres Sterberisiko und sie kamen wegen einer Herz-Kreislauferkrankung seltener ins Krankenhaus. Besonders Hundehalter, die Single sind, hatten große Vorteile, wenn sie einen Hund längere Zeit als Ersatz für die nicht vorhandene Familie hielten.

So machen Hunde Sie gesünder: Die Tipps

Wer einmal auf den Hund gekommen ist, der steigt selten auf andere Haustiere um. Zumal Hunde kaum Nachteile bei der Haltung haben. Sondern meist nur Vorteile. Die wichtigsten Tipps:

  • Sie sind aufgeregt, haben sich geärgert, an Ihnen nagt die Wut über einen Fehler im Job, oder Sie haben Ärger in der Familie. Da holt Sie ein Hund schnell wieder runter, schafft Seelenfrieden. Er beruhigt Sie einfach durch sein Dasein.
  • Sie sind im Dauerstress, weil im Leben etwas grundlegend schief läuft, weil Sie bei einem Problem nicht weiterkommen. Streicheln Sie Ihren Liebling, reden Sie mit ihm. Sie werden merken, wie der Stress von Ihnen abfällt.
  • Wegen des Hundes können Sie nicht zum Couchpotato werden. Denn der muss raus, der braucht seinen Auslauf. Er zwingt Sie zur Bewegung. Noch vor dem Frühstück raus ins Freie, damit er seine Geschäfte erledigen kann – und Sie tanken frische Luft und bewegen sich. Dann gemeinsam frühstücken: Sie trinken Ihren Kaffee, lesen einen Artikel in der Zeitung und hören, wie das Tier seinen Napf leer schlabbert ... Und dann steht er neben Ihnen am Frühstückstisch und fordert sein „Guti“ ein. Wer kann diesem Blick schon widerstehen? Und schon hat der Tag einen schönen Anfang. Sie gehen ihn mit positiven Gedanken an.
  • Dann im Lauf des Tages der große Spaziergang mit Ihrem Hund. Muss sein, der Hund ist zwar ein Haustier, aber er braucht Bewegung. Wie viel, das ist bei den Hunderassen unterschiedlich. So sind Sie bei jedem Wetter draußen: Bei Hitze, bei Kälte, bei Schnee und bei Regen. Das macht Sie gesünder, denn es stärkt Ihre Muskeln, Sie bleiben lange Zeit beweglich, Ihr Lungen werden gestärkt, Ihr Herz–Kreislauf kommt in Schwung – alles Vorteile, die Sie gesünder machen und Sie länger leben lassen.

 

Hunde zwingen Sie zur Bewegung: Das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall sinkt

Mangelnde Bewegung ist eine der häufigsten Ursachen für Herz-Kreislaufprobleme, Übergewicht, einen zu hohen Blutfettspiegel und das daraus resultierende Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Ärzte empfehlen eine Bewegungszeit von zweieinhalb Stunden pro Woche. Mit einem Hund erreichen Sie locker mindestens sieben Wochenstunden, in den meisten Fällen sogar mehr. Und diese Art der Bewegung ist deshalb so gut für Sie, weil sie abwechslungsreich ist. Mal können Sie in flottem Tempo dahinmarschieren, das beschleunigt Ihren Puls, mal trottet der Hund gemächlich hinter Ihnen her, mal müssen Sie stehen bleiben, weil er unbedingt schnüffeln oder irgendetwas untersuchen muss. Wissenschaftler der Michigan State University untersuchten das Freizeitverhalten von 6.000 Amerikanern. Im „Journal of Physical Activity and Health“ zogen sie dieses Fazit: Hundebesitzer erreichen mit einer um ein Drittel höheren Wahrscheinlichkeit die empfohlene Bewegungszeit als Menschen ohne Hund.

Hunden schützen Kinder vor Allergien

Allergien weiten sich seit einiger Zeit immer mehr aus. Unendlich viele Menschen erkranken an einer Allergie, leiden an Ausschlägen und anderen allergiebedingten Krankheiten. Dabei können Hunde schon bei Kindern bewirken, dass diese weniger allergieanfälliger sind als Kinder, die keinen Kontakt zu einem Haustier haben. Im ersten Lebensjahr bildet sich das menschliche Immunsystem. Hunde und andere Haustiere haben darauf einen positiven Einfluss. Das Universitätsklinikum Kuopio (Finnland) veröffentlichte eine Studie mit Neugeborenen, die ein Jahr lang beobachtet wurden. Babys, die mit Haustieren (Hund oder Katze) im Haus lebten, litten seltener an einer Erkältung, Ohrenentzündungen, Husten oder Schnupfen und mussten weniger mit Antibiotika behandelt werden als Kinder, die in der Familie keinen Kontakt mit einem Tier hatten. Vor diesem Hintergrund ist es falsch, Hunde von kleinen Kindern fern zu halten. Versuche an Schulen haben gezeigt, das sogenannte „Schulhunde“ In Problemklassen beruhigend auf die Kinder wirkten.

Ein Hund als Haustier mildert Stress-Situationen

Börsenmakler ist ein totaler Stressberuf. Das ewige Rauf und Runter der Kurse, Entschlüsse müssen in Sekundenschnelle gefasst werden, es geht immer um viel Geld – das zerrt an den Nerven, macht Magengeschwüre und strapaziert Kreislauf und Herz. Wissenschaftler der State University of New York untersuchten in einer Studie stressgeplagte Börsenmakler mit und ohne Haustier. Sie wurden stressigen Situationen ausgesetzt und ihre körpertypischen Reaktionen überprüft. Danach stand fest: Die Tiere verringerten den Blutdruckanstieg der Testpersonen. Außerdem hatten Testpersonen ohne Haustier stärkere Stressreaktionen.

Hunde helfen auch Demenzkranken

Noch ein Problem, bei dem Hunde manchmal besser funktionieren als die eigene Familie: Demenzkranke, autistische Kinder und verhaltensauffällige Jugendliche. Es gibt Programme, in denen demenzgefährdete Senioren zweimal in der Woche mit Hunden spazieren gehen. Das milderte die Einsamkeit dieser Menschen, hält sie fit. Demenzpatienten, die ihre Umwelt nicht mehr erkennen und auf Fremde mit Misstrauen und Ablehnung reagieren, empfinden körperlichen Kontakt mit den Tieren als beruhigend. Sie können mit den Hunden kuscheln, sie streicheln. Der Grund für dieses Wohlbefinden: Studien zufolge wird dadurch bei vielen Menschen das Hormon Oxytocin (bekannt als „Kuschelhormon“) verstärkt ausgeschüttet. Die Folge: Die Stressrate sinkt, die Ängste der Patienten verringern sich, Vertrauen wird gestärkt. Aber wissen wir auch: Welcher Hund ist denn dafür besonders geeignet? Die Erlanger Psychologin Andrea Beetz forscht über die gesundheitlichen Effekte von Heimtieren, besonders Hunden. In der „Welt“ sagte sie: „Der Hund muss von klein auf gut mit Menschen sozialisiert sein, er sollte verträglich sein, natürlich Spaß am Kontakt mit Menschen haben und auch eine gewisse Neugier mitbringen.“

 


Bildquelle: Pixabay

 

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