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Plötzlicher Herztod: Symptome und Risikofaktoren

Der plötzliche Herztod kommt wie ein Blitz aus heiterem Himmel: Innerhalb weniger Minuten – oft sind es auch nur Sekunden – wird ein Mensch aus dem Leben gerissen. Zurück bleiben entsetzte und trauernde Hinterbliebene. Und die Frage: Wie konnte das passieren? Dieser unbegreifliche Tod ereilt in Deutschland pro Jahr fast 200.000 Menschen. Meist sind es schwere Herzrhythmusstörungen, die den plötzlichen Herztod – auch Sekundentod genannt – herbeiführen. Der Herzstillstand von einer Sekunde auf die andere kommt nicht ohne Vorwarnungen. Es gibt Symptome und Risikofaktoren, die bereits im Vorfeld des Herztodes auftauchen – und die der medizinischen Wissenschaft bekannt sind.

Zu den häufigsten Auslösern des plötzlichen Herztodes gehören außergewöhnliche körperliche Anstrengungen, sehr starke emotionale Erregungen und Kammerflimmern. Wir alle kennen aus dem Fernsehen die Bilder: der mit heulender Sirene heranrasende Notarztwagen, die Rettungssanitäter, die den Defibrillator einsetzen, das Aufbäumen des leblosen Körpers, wenn der Stromstoß kommt – und das Kopfschütteln vom Arzt, wenn nach dem dritten Versuch immer noch kein Lebenszeichen zu erkennen ist. Damit Sie dieses Szenario nicht in echt und bei einem von Ihnen geliebten Menschen erleben müssen, ist der plötzliche Herztod mein Thema in diesem Ratgeber: „Plötzlicher Herztod: Symptome und Risikofaktoren.“

Plötzlicher Herzstillstand: Risikofaktor Lebensstil

Sie sind so ein richtiger gemütlicher Typ. Lieben gutes Essen. Einen guten Tropfen und die Geselligkeit. Sport, naja, es genügt ja wohl, wenn man am Sonntag mal spazieren geht und sich ansonsten die Sportschau im TV reinzieht. Und die paar Pfunde zu viel auf der Waage – was macht das schon. Nur, und das ist Ihre Lebensmaxime, bei der Arbeit kennen Sie keinen Spaß, das sind Sie mit 100 % dabei. Eher mit mehr. Und Pünktlichkeit unter allen Umständen ist eine der wichtigsten Leitsätze in Ihrem Leben. Wenn das so ist und Sie sich dem 60. Lebensjahr nähern, dann sind Sie ein wandelnder Risikofaktor, stark gefährdet für einen plötzlichen Herztod. Dann sollten Sie sehr schnell Ihren Lebensstil und Ihre Einstellung zu Ihrer Gesundheit ändern. Denn Sie vereinen so ziemlich alle Risikofaktoren in sich, die zu einem plötzlichen Herztod führen können. Das müssen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt besprechen, der Ihnen dann zu einer Behandlung rät und Ihnen die richtige Medizin empfiehlt.

Die Ursache für den plötzlichen Herztod

Machen Sie sich bewusst: Ihr Herz ist eine Hochleistungsmaschine. Tag und Nacht pumpt es Blut durch den ganzen Körper, versorgt die Organe, die Muskeln und das Gehirn über das Blut mit Nährstoffen. Setzt es plötzlich aus, dann bedeutet das den Herztod, der leider sehr häufig ist. Denn die Ursachen für dieses Schicksal können vielfältigen Ursprungs sein. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Risikofaktoren und Erkrankungen, die Ihr Herz gefährden können, vor.

Für einen Herztod verantwortlich sind in acht von zehn Fällen hochfrequente Herzrhythmusstörungen (tachykarde Herzrhythmusstörungen). Da unterscheiden die Mediziner zwischen Kammertachykardien, Kammerflimmern und Kammerflattern. Im Volksmund wird das auch Herzrasen genannt, das trifft vor allem auf das Kammerflimmern zu.

Hier eine Aufzählung weiterer Ursachen, die einen unerwarteten Herztod begünstigen können:

  • Das kann ein Herzinfarkt sein, den Sie schon vor längerer Zeit erlitten haben.
  • Die Leistung Ihres Herzens schwächt sich ab, Sie verfügen nur noch über eine eingeschränkte Pumpfunktion. Selbst im Ruhezustand oder auch bei einer nur geringen Belastung Ihres Kreislaufs leiden Sie an Luftnot. Wenn Sie beim Treppensteigen auf jedem Absatz schnaufend stehen bleiben, dann ist das ein Symptom für ein Herzproblem. Vor allem, wenn auch Medikamente nicht mehr weiterhelfen.
  • Sie hatte schon einmal einen Herzstillstand, den Sie eigentlich gut überstanden haben.
  • Sie leiden an einer erblichen Krankheit Ihres Herzens, die starke Herzrhythmusstörungen auslösen kann.
  • Ihre Herzkranzgefäße sind verkalkt, wodurch eine koronare Herzkrankheit entstanden ist.
  • Durch ein Langzeit-EKG wurden Herzrhythmusstörungen festgestellt.
  • Sie haben schon ein hohes Lebensalter erreicht, das Risiko für einen Herzinfarkt wächst.
  • Sie leiden an Diabetes mellitus.
  • Von Ihnen lange Zeit nicht bemerkt, hat sich die Krankheit Bluthochdruck entwickelt. Von Ärzten wird der Bluthochdruck auch „der schleichende Tod“ genannt, weil über einen langen Zeitraum das Herz überfordert wird, was zum Herztod führen kann.
  • Jahrelanger Nikotinmissbrauch kann nicht nur zu Lungenkrebs führen, er gehört auch beim plötzlichen Herztod zu den Risikofaktoren, weil er die Blutgefäße verengt. Da helfen auch Medikamente kaum noch.
  • Wenn Sie über Jahrzehnte hinweg regelmäßig zu viel und zu große Mengen Alkohol trinken, dann ist das ebenfalls ein Risikofaktor.
  • Ihre Blutfettwerte sind viel zu hoch, das schlägt bei Ihrer miserablen Bilanz in Sachen Cholesterin zu Buche. Ihr LDL-Cholesterin ist zu hoch. Das gefährdet Ihre Arterien und damit den Blutfluss. Die Versorgung des Herzens ist gefährdet, das Risiko für einen Herzstillstand ist hoch – und der kommt völlig unerwartet. Wenn Medikamente nicht mehr helfen, dann ist eine Bypass Operation oder das Einsetzen von Stents, die vom Arzt in die verschlossenen Arterien eingesetzt werden, notwendig.
  • Sie stehen morgens auf, gehen zu Ihrem Auto, fahren zur Arbeit. Dort sitzen Sie dann fast den ganzen Tag, um am Abend wieder mit dem Wagen nach Hause zu fahren. Mit einem Wort: Sie bewegen sich kaum, fordern weder Muskeln noch Ihren Kreislauf. Mit diesem Lebensstil sind Sie sehr gefährdet, irgendwann mit einem Herzstillstand zusammenzubrechen.
  • Es ist Urlaub und Sie haben sich fest vorgenommen: „Jetzt wird aber mal so richtig Sport getrieben. Es wird nicht gefaulenzt, das Motto ist: Bewegung und nochmals Bewegung.“ So weit, so gut. Und dann verausgaben Sie sich bei glühender Sonne auf dem Volleyballplatz, radeln Stunde um Stunde oder quälen sich bergauf zur vier Stunden entfernten Berghütte. Und nach drei solchen Tagen Sport mit aller Gewalt stehen Sie unter Umständen als ein weiterer Fall von plötzlichem Herztod in der Statistik.

 

Plötzlicher Herztod durch Sport

Einem Menschen der wegen des plötzlichen Herztodes zusammenbricht, dem muss mit der richtigen Behandlung geholfen werden. Und zwar so schnell wie möglich, denn schon nach wenigen Minuten kommt eine Hilfe oft zu spät: Das Herz will nicht mehr schlagen. Wie erkennen Sie, dass Sie es mit dem Phänomen des plötzlichen Herztodes zu tun haben? Welche Symptome sind typisch?

  • Sie können an der Halsschlagader den Puls nicht mehr spüren.
  • Schon eine Minute nach dem Herztod kommt es zum Atemstillstand, die Versorgung des Körpers und des Gehirns mit Sauerstoff bricht zusammen. Noch ein sicheres Zeichen: Die Atembewegungen des Brustkorbs kommen zum Stillstand, aus Mund und Nase strömt keine Atemluft mehr aus.
  • Der Betroffene wird im wahrsten Sinn des Wortes „leichenblass“, Haut und Nägel verfärben sich aschgrau. Das sehen Sie zuerst an den Schleimhäuten, die auch schnell trocken werden.

 

Ein herannahender plötzlicher Herztod macht sich durch diese Symptome bemerkbar:

  • Es kommt zu Schwindel und Ohnmacht, bei denen das Bewusstsein jedoch sehr schnell wieder zurückkehrt.
  • Plötzlich leiden Sie unter Anfällen von Atemnot und allgemeiner Schwäche. Diese Krankheiten können auch unabhängig voneinander auftreten. Auf jeden Fall müssen Sie beim Arzt Ihr Herz und den Kreislauf abklären lassen.
  • Wenn Sie bei einem zusammengebrochenen Menschen den Stillstand des Herz-Kreislaufs feststellen, dann sofort 112 wählen und einen Arzt herbeirufen.

 

So können Sie retten, wenn der plötzliche Herztod eingetreten ist

Im Fall der Fälle kann es aber einige Minuten oder noch länger dauern, bis der Notarzt da ist. In dieser Zwischenzeit, die bei einem Herzinfarkt über Leben und Tod entscheidet, müssen Sie unbedingt mit der Behandlung beginnen, um den Herztod abzuwenden:

  • Wenn bei einem Betroffenen die Atmung aussetzt, dann müssen Sie sofort mit Erste Hilfe beginnen, denn dann ist ein plötzlicher Herztod schon fast da. Das ist die Herzdruckmassage mit Atemspende (CPR).
  • Allererste Maßnahme: Sofort über 112 den Notarzt anrufen. Sind Sie nicht allein, dann ganz schnell dafür sorgen, dass ein Defibrillator herbeigeschafft wird. Den finden Sie in vielen Firmen, in öffentlichen Verkehrsbetrieben, häufig auch in den Vorräumen von Banken und Supermärkten als schnelle Hilfe bei einem Herzinfarkt.
  • Legen Sie die leblose Person auf einen harten Untergrund. Dann legen Sie Ihre Handballen übereinander mitten auf das Brustbein. Jetzt drücken Sie schnell und mit großer Kraft auf das Brustbein. Dabei sollte der Brustkorb um Mindestens fünf Zentimeter nach unten gedrückt werden. Das Tempo muss hoch sein, mindestens 100 Mal pro Minute. Dreißigmal wiederholen.
  • Jetzt kommt die Atemspende. Sorgen Sie dafür, dass der Mundraum frei ist, falls der Betroffene sich erbrochen hat. Dann drücken Sie den Kopf nach hinten, soweit es möglich ist. Durch die Überstreckung kann vielleicht schon die Spontanatmung wieder einsetzen. Ist das nicht der Fall, müssen Sie mit der Behandlung beginnen.
  • Die Nase des Betroffenen zuhalten. Mit der anderen Hand den Mund öffnen. Nun holen Sie tief Luft und umschließen den Mund des Bewusstlosen mit Ihren Lippen. Blasen Sie Ihre Luft innerhalb einer Sekunde kräftig hinein, bis sich der Brustkorb erkennbar hebt.
  • Dann geben Sie den Mund wieder frei, die Luft kann ausströmen, der Brustkorb senkt sich. Nachdem Sie die Person zweimal beatmet haben, fahren Sie mit der Druckmassage weiter. Diesen Prozess wiederholen Sie so lange, bis ein Defibrillator eingesetzt werden kann oder der Arzt alle weiteren Maßnahmen übernimmt.

 

Ganz wichtig: Liegt ein plötzlicher Herztod vor, dürfen Sie diese Überlebensmaßnahmen nicht länger als fünf Sekunden unterbrechen. Wenn Sie einen Helfer haben, dann können Sie sich bei Beatmung und Herzdruckmassage abwechseln.

Wenn die Atmung wieder eingesetzt hat, das Herz wieder arbeitet, bringen Sie den noch bewusstlosen Patienten in eine stabile Seitenlage. Sichere Lebenszeichen nach dem plötzlichen Herztod sind: Die Atmung funktioniert wieder, der Betroffene hustet oder schluckt und er macht eigenständige Bewegungen.

 


Bildquelle: Pixabay

 

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