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Wie gefährlich ist Chlor im Schwimmbad

Chlor im Schwimmbad: Desinfektion mit Nebenwirkungen

Wenn Sie einen Menschen mit verbundenen Augen in ein Schwimmbad führen und ihm nicht verraten, wo er ist, dann wird er trotzdem sofort sagen: „Ich bin im Schwimmbad.“ Er hat es gerochen. Und er wird sagen: „Das ist das Chlor“. Das stimmt nicht ganz.

Was wir in unseren Hallen- und Freibädern riechen, das ist Trichloramin. Dieser Stoff entsteht, weil dem Wasser in unseren Schwimmbädern Chlor zugesetzt werden muss, um Bakterien abzutöten. Chlor aber reagiert mit Harnstoff und gibt das stark riechende Trichloramin frei. Den Harnstoff bringen die vielen tausend Badegäste ins Schwimmbecken: durch Schweiß, Urin oder direkt aus der Haut. Das ist unvermeidlich, weil zum Beispiel viele Kinder, aber auch Erwachsene, beim Baden urinieren.

Jahrzehntelang war Chlor zum Desinfizieren des Wassers in den Schwimmbädern unangefochten, der strenge Geruch wurde eben hingenommen. Jetzt gibt es immer mehr Hinweise, dass es auch negative Wirkungen auf die Gesundheit haben könnte. Nicht nur das Risiko für Asthma soll steigen, sondern die Skala der Gefahren soll hin bis zum Krebs reichen.

Wie schädlich ist dieses Desinfektionsmittel im Schwimmbad, macht es uns krank? Wie steht es mit der Gefahr für die Kinder? Mit dieser Frage, die sich Millionen Badegäste stellen, beschäftigen wir uns in diesem Beitrag.

Chlor tötet Mikroorganismen im Schwimmbad

Schwimmen macht Spaß, es ist gesund und vor allem für Kinder ein großes Vergnügen. Wer jeden Tag schwimmt, der stärkt Muskeln und Gelenke, der kräftigt seinen Körper durch eine gelenkschonende Ausdauerbewegung. Aber das Schwimmen in den Frei- und Hallenbädern birgt auch Gefahren in sich: Denn es muss Chlor eingesetzt werden.

Wenn dieses chemische Desinfektionsmittel im Wasser gelöst wird, dann zerstört es Bakterien und Mikroorganismen die über unsere Hautschuppen, die Haare, den Speichel, den Urin und den Schweiß ins Wasser gelangt sind. Wird das Badewasser nicht gechlort, dann ist die Gefahr einer Infektion für die Badegäste groß, dann wird der lustige und gesunde Sport im Wasser gefährlich. Besonders für die Kleinkinder, weil die beim Herumtoben immer wieder Wasser schlucken.

So betrachtet ist ja nun Chlorwasser eine gute Sache, besser, als wenn sich viele Menschen in ungechlortem Wasser auf engem Raum tummeln würden. Jahrzehntelang wurde ungehemmt gechlort. Nun aber häufen sich die Meldungen, das Chlor durchaus auch eine Gefahr für die Gesundheit werden kann.

Wenn Babys im Chlorwasser schwimmen, steigt das Risiko für Asthma

Das Umweltbundesamt warnte davor, Kleinkinder unter zwei Jahren sollten nicht mehr zum so hochgelobten Babyschwimmen in chlorhaltigem Badewasser gebracht werden, wenn in der Familie Fälle von Asthma oder Heuschnupfen aufgetreten sind. Denn eine hohe Konzentration des oben beschriebenen Trichloramin in der Luft – das ist der typische Chlorgeruch – kann das Risiko der Kinder erhöhen auch an Asthma zu erkranken. Bei Messungen wurde festgestellt, dass der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegte Höchstwert oft stark übertroffen wird. In einem Fall sogar um das 37fache. Medizinforscher haben festgestellt, dass bei Babys unter zwei Jahren eine Schädigung des Lungengewebes entstehen kann – das erhöht das Risiko für eine Asthmaerkrankung.

Fragen und Antworten zum Thema "Wie gefährlich ist Chlor im Schwimmbad"

Chlor ist als Zusatz im Badewasser in die Diskussion gekommen. Viele Menschen fragen sich: "Kann ich überhaupt noch in ein öffentliches Bad gehen in dem Chlor verwendet wird? Welche Krankheiten können durch dieses Desinfektionsmittel hervorgerufen werden. Wie steht es mit dem Risiko für meine oder für meine Augen? Muss ich auf den Sport im Wasser verzichten. Wie soll ich mich verhalten?" Hier einige Antworten:

  • Oft stellen blonde Badegäste nach dem Bad entsetzt fest: "Um Himmels willen, ich habe ja grüne Haare bekommen. Das kommt bestimmt vom Chlor." Die Vermutung liegt nahe, ist aber nicht richtig. Der grünliche Farbton kommt von Kupferionen die im Wasser die Algenbildung verhindern sollen. Die werden selten in öffentlichen Bädern, aber öfters in Hotelpools eingesetzt.
  • Sehr oft kommt auch die Frage auf: "Trocknet gechlortes Wasser meine Haut aus?" Nicht mehr als ungechlortes Wasser, denn Wasser trocknet – hört sich paradox an – generell die Haut aus. Aber stark gechlort kann es die Haut reizen. Darum nach dem Sport im Wasser die Haut mit einer Urea - oder glyzerinhaltigen Feuchtigkeitscreme eincremen.
  • Sie verschlucken sich beim Schwimmen, trinken eine ordentliche Portion Chlorwasser. Ist das schlimm? Nur, wenn das Wasser nicht richtig gechlort wurde und Keime enthält. Wenn Sie sich aber verschlucken und es in die Luftröhre gerät, dann kann es Folgen für die Bronchien haben.
  • Sie haben sich so richtig ausgetobt, haben mindestens eine halbe Stunde kräftigen Sport im Wasser getrieben – und wenn Sie aus dem Becken steigen haben Sie rote Augen. Chlorwasser kann die Augen und die Bindehäute reizen. Meistens verschwindet die Reizung nach einiger Zeit von selbst. Wenn nicht, müssen Sie Augentropfen nehmen oder sich zum Arzt begeben.
  • Sie haben eine kleine Wunde, wollen aber den schönen Sonnentag im Freibad nutzen. Ist da Chlor schädlich? Sie können kleine Wunden mit einem wasserdichten Pflaster verschließen. Ist die Wunde aber größer und hat sich noch nicht geschlossen, dann sollten Sie nicht ins Chlorwasser gehen.

 

Es gibt vier Dinge, die Sie beim Schwimmen in Bädern, die Chlor anwenden beachten sollten:

1. Vor dem Baden den Schweiß vom Körper duschen.
2. Nach dem Baden das Chlorwasser gründlich abwaschen und eine Feuchtigkeitscreme anwenden.
3. Setzen Sie zum Schwimmen eine gut abdichtende Schwimmbrille auf.
4. Wenn Sie im Schwimmbad einen sehr aufdringlichen Chlorgeruch wahrnehmen, dann verzichten Sie auf den Sprung ins kühle Nass. Denn das bedeutet: Dieses Bad ist stark belastet mit Stoffen die gesundheitsschädlich werden können.

Erhöht Chlor das Krebsrisiko?

In einer Studie vom "Institut für medizinische Forschung in Barcelona" wurde festgestellt: Wenn Chlor mit organischen Substanzen wie Schuppen, Haare oder Urin reagiere, dann könne das Erbgut verändert werden und theoretisch ein Krebs ausgelöst werden.* Ein internationales Forscherteam ließ 49 gesunde Freiwillige etwa 40 Minuten in einem Becken mit Chlorwasser schwimmen. Vorher und nachher wurde die Konzentration von bestimmten Biomarkern ermittelt, die im Blut auf krebserregende Stoffe hinweisen. Das Ergebnis: Die Konzentration war nach dem Schwimmen durchschnittlich siebenmal höher. In bestimmten Blutzellen stieg die Zahl von Mikrokernen an. Das gilt als Zeichen für erbgutschädigende Mechanismen, die vor kurzer Zeit ausgelöst wurden.

 


*Quelle: https://www.zeit-verlagsgruppe.de/presse/2011/02/chlor-in-schwimmbadern-kann-krebserregend-sein/

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