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Nierenerkrankungen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Unsere Nieren – Wunderwerke der Natur

Nierenerkrankungen sind eine ernstzunehmende Gefahr für die Gesundheit, denn unsere Nieren vollbringen täglich eine wahre Meisterleistung. Sie reinigen unser Blut und scheiden unerwünschte Schadstoffe über den Urin aus. Das sind bestimmte Stoffwechselprodukte, aber auch Arzneimittel. Zudem regulieren sie unseren Wasserhaushalt und steuern den Blutdruck, sowie die Bildung von Hormonen. Die Nieren wandeln das im Körper lagernde inaktive Vitamin D in aktives um. Das ist wichtig für unser Immunsystem und die Regenerierung von Zellen. Damit unsere Organe und der Stoffwechsel funktionieren, brauchen wir einen ausgewogenen Säure-Basen-Haushalt. Dieser wird von den Nieren reguliert. Das gilt auch für den Salz- (Elektrolyt-) Haushalt. Erkranken die Nieren, kann dies fatale Folgen für unseren Körper haben.

Wenn eine Nierenkrankheit chronisch geworden ist, dann kann es bei dem Patienten zum akuten Nierenversagen kommen, das Leben ist in Gefahr. Jährlich müssen in Deutschland etwa 90.000 Menschen zur „Blutwäsche“, weil die Nieren nicht mehr richtig funktionieren. Pro Jahr werden etwa 2.000 Nieren transplantiert – für viele Menschen Lebensrettung in letzter Minute. Viele tausend weitere Nierenpatienten warten auf eine Spenderniere. Nierenerkrankungen sind ein wichtiges und ernst zu nehmendes Thema. Welche Ursachen Nierenerkrankungen haben können, wie Sie die Symptome rechtzeitig erkennen, einer Erkrankung vorbeugen und wie Nierenleiden effizient behandelt werden können, darüber möchten wir Sie in diesem Artikel aufklären.

Nierenerkrankungen: Ursachen und Symptome

Nierenerleiden sind ein eher schleichender Prozess. Die Nieren verrichten ihre Arbeit ununterbrochen, auch wenn sie bereits geschwächt sind. Dass eine Erkrankung vorliegt, bemerken Betroffene daher meist erst sehr spät. Es können Monate und sogar Jahre vergehen, bis erste Symptome auf eine Erkrankung der Nieren hinweisen. Dabei verlieren die Nieren nach und nach an Leistungsfähigkeit und unser Körper gerät immer mehr aus dem Gleichgewicht. Sind die Nieren länger als drei Monate nicht voll funktionsfähig, spricht man bereits von einer chronischen Nierenerkrankung.

Ursachen für eine Nierenerkrankung

Doch wie kommt es zu einer Erkrankung der Nieren? Häufig ist ein Nierenleiden die Folge einer anderen, bereits vorhandenen Erkrankung. Bluthochdruck, ein bereits länger bestehender Diabetes mellitus, sowie Übergewicht sind Risikofaktoren, die eine Nierenerkrankung begünstigen können. Krebs, Infektionskrankheiten wie Hepatitis und Herzentzündungen, sowie Autoimmunerkrankungen können ebenfalls Auslöser für Schädigungen und Erkrankungen der Nieren sein. Aber auch die dauerhafte Einnahme bestimmter Medikamente kann zu einer Erkrankung der Nieren führen.

Welche Symptome sprechen für eine Erkrankung der Nieren?

Die Leistung unserer Nieren wird mit zunehmendem Alter von Natur aus schwächer. Jedoch bewirken verschiedene Vorerkrankungen und Umweltgifte, dass unsere Nieren schon früh erkranken können. Bis eine Erkrankung der Nieren jedoch erkannt wird, können Jahre vergehen, denn auch nach dem Beginn der Erkrankung können Ihre Nieren das Blut noch über einen sehr langen Zeitraum ausreichend filtern und reinigen. Sind die Nieren geschädigt, werden Schadstoffe nicht mehr ausgeschieden und sammeln sich im Körper an. Die Symptome für die sich langsam entwickelnden Nierenerkrankungen können vielfältig sein und fast den gesamten Körper und Organismus betreffen.

Typische Anzeichen für eine Nierenerkrankung sind:

  • Dauerschmerz im Beckenbereich
  • Schmerzen beim Urinieren und Treppensteigen
  • Anstieg des Blutdrucks
  • Fieber
  • Schäumender Urin
  • Farbveränderungen des Urins (rötlich, bräunlich)
  • zu große oder zu geringe Mengen Urin
  • geschwollene Gliedmaßen durch Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe
  • Muskelschwäche
  • Müdigkeit, Antriebslosigkeit, sowie Blässe und starker Juckreiz
  • Bewusstseinsstörungen
  • Verdauungsstörungen wie Übelkeit, Durchfall und Erbrechen
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
  • Luftnot bei anstrengenden Tätigkeiten

 

Bei einer Häufung dieser Symptome, aber auch bei Vorerkrankungen wie einem Diabetes mellitus oder Bluthochdruck und bei bekannten Nierenerkrankungen in der Familie sollten Sie regelmäßig eine gründliche Untersuchung Ihrer Nieren beim Arzt vornehmen lassen.

Die verschiedenen Erkrankungen der Niere im Überblick

Die Nieren dienen als Steuerungsorgane in unserem Körper. Sind sie beeinträchtigt oder fallen gar aus, wirkt sich dies unmittelbar auf die Funktionen unseres Körpers aus. Doch welche Arten von Nierenerkrankungen gibt es und wie äußern sie sich?

Chronische Niereninsuffizienz

Die chronische Nierenschwäche, auch chronische Niereninsuffizienz genannt, tritt ein, wenn die Nierenfunktion bereits eingeschränkt ist und Teile des Nierengewebes unwiderruflich geschädigt sind. Die Nieren können dann das Blut nicht mehr ausreichend reinigen und Abbauprodukte des Stoffwechsels werden nicht mehr ausgeschieden. Die chronische Niereninsuffizienz entwickelt sich über mehrere Monate bis Jahre und kann unbehandelt zum Tod des Patienten führen. Zum Beginn der Erkrankung hat der Patient oft großen Durst und muss zudem oft große Mengen Wasser lassen. Schreitet die Krankheit weiter fort, tritt das Gegenteil ein: Der Erkrankte überwässert. Als Folge steigt der Blutdruck, es lagert sich Wasser in der Haut ein und es entstehen Ödeme. Auch treten Symptome wie Juckreiz, Gerinnungsstörungen, Knochenbeschwerden und die Ausbildung einer Blutarmut auf.

Nierensteine

Nierensteine entstehen, wenn sich Salze im Urin (vor allem Kaliumsalze) kristallisieren. Sie sind normalerweise so groß wie ein Reiskorn, können jedoch auch die Größe von mehreren Zentimetern erreichen. Bleiben sie wegen ihrer Größe im Harnleiter stecken, dann lösen sie sehr starke Schmerzen aus. Es kann zu Koliken kommen, im Urin wird Blut festgestellt. Treten eine Harninfektion und zusätzlich Fieber auf, sollte schnell gehandelt werden. Hier hilft dem Patienten nur noch der schnelle Gang zum Arzt.

Bis zu einer Größe von vier Millimetern können die Steine von selbst abgehen. Um dies zu begünstigen, sollten Sie sehr viel Wasser trinken und den Abgang durch hüpfende Bewegungen unterstützen. Nieren- oder Harnleitersteine werden aber auch durch Zertrümmerung entfernt.

Nierenentzündung

Bei einer Nierenentzündung handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung der Niere. Sie entsteht entweder durch eine bakterielle Entzündung, durch eine spezifische Schwächung des Immunsystems oder eine Entzündung des Nierenbeckens. Aber auch Medikamente oder Medikamentenmissbrauch können zu einer Nierenentzündung führen.

Behandelt wird eine Nierenentzündung durch das Absetzen von auslösenden Medikamenten, körperlicher Schonung, der Stärkung des Immunsystems und einer eiweißarmen Ernährung. Dazu gibt der Arzt weitere Informationen über den Einsatz von harntreibenden Medikamenten, Blutdrucksenkern und Dialyse oder über eine eventuell notwendige Nierentransplantation.

Nierenkolik

Die Nierenkolik verursacht unerträgliche Schmerzen im hinteren seitlichen Unterbauch. Die Ursache sind meist eingeklemmte Nieren- oder Harnleitersteine. Sie kann aber auch durch ein Blutgerinnsel oder abgestorbenes Nierengewebe verursacht werden. Dadurch kann der Urin nicht mehr abfließen und es kommt zur Übelkeit und zum Erbrechen. Im nur tröpfchenweise abfließenden Urin befindet sich Blut.

Bei einer solchen Kolik muss sofort der Arzt gerufen werden. Treten Fieber und Schüttelfrost auf, sollte umgehend der Notruf gewählt werden. Es besteht Lebensgefahr, denn diese Symptome deuten auf eine ernstzunehmende Blutvergiftung hin.

Verdacht auf eine Nierenerkrankung? Diese Untersuchungen nimmt der Arzt vor

Besteht der Verdacht auf eine Erkrankung der Nieren, sollten Sie zunächst Ihren Hausarzt aufsuchen. Hierbei wird mittels Blut- und Urintests zunächst nach ersten Anzeichen auf eine tatsächliche Nierenerkrankung gesucht. Sollte sich der Verdacht erhärten, erfolgt eine Überweisung zu einem Spezialisten. In der Regel zu einem Urologen. Aber auch die Überweisung zu einem Nephrologen, einem Arzt, der sich auf dem Gebiet der Nierenerkrankungen spezialisiert hat, ist möglich. Vor allem bei Patienten mit bereits bestehenden Vorerkrankungen ist dies der Fall.

Für die Erstellung einer Diagnose muss der Facharzt verschiedene Untersuchungen durchführen. Er wird aber auch ein Gespräch zu Ihrer Lebensführung und Ernährung mit Ihnen führen. So ist es zum Beispiel wichtig zu erfahren, ob bereits Vorerkrankungen in der Familie bekannt sind, Sie Raucher sind oder unter Diabetes mellitus leiden. Aber auch, ob Sie an einer anderen, eine Nierenerkrankung begünstigenden Erkrankung, wie einer Autoimmunerkrankung, leiden.

Nach einem ausführlichen Vorgespräch, wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Hierbei wird der Blutdruck gemessen und mittels Ultraschallmessgerät werden Ihr Bauchraum und jede Niere untersucht. Wichtig ist auch eine genaue Analyse Ihrer Blutwerte, um eine Nierenerkrankung zu diagnostizieren. Dabei spielen die Kreatinin-, Blutzucker- und Hämoglobinwerte eine große Rolle. Durch eine Blutgasanalyse wird der Säuregehalt im Blut festgestellt. Bei einer Urinuntersuchung wird der Eiweißgehalt gemessen.

Mit weiteren Laborwerten Ihres Blutes kann dann der Arzt Ihre Nierenfunktion einschätzen. Er kann auch ermitteln, ob eine Nierenerkrankung schon zu Folgeerkrankungen geführt hat. Bestehen Unsicherheiten über Nierenfunktion und Zustand Ihrer Nieren, dann kann eine Gewebeprobe aus den Organen oder eine Computertomografie (CT) weiterhelfen.

Welche Behandlung erfolgt im Fall einer Nierenerkrankung?

Die Behandlung einer Erkrankung der Nieren richtet sich vor allem nach der Art und Weise der Krankheit. Auch ist der Anteil des zerstörten Nierengewebes ausschlaggebend. Einmal zerstörtes Gewebe kann nicht wiederhergestellt werden. Der Arzt wird daher versuchen, den aktuellen Zustand der Nieren zu erhalten. So können Nierenerkrankungen in vielen Fällen durch die Verabreichung von Medikamenten behandelt werden. Ist die Niere allerdings bereits so schwer geschädigt, dass sie ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen kann, ist ein Nierenersatzverfahren (Dialyse) notwendig.

Liegen Anzeichen für eine Nierenerkrankung vor, so spielt, neben der Verabreichung von Medikamenten, auch die Anpassung des persönlichen Lebensstils eine wichtige Rolle. So sind

  • regelmäßige Bewegung,
  • Reduktion und Vermeidung von Übergewicht,
  • nicht Rauchen,
  • Stressreduktion,
  • regelmäßige Kontrolle von Blutzucker und Blutdruck,
  • und die Anpassung der Ernährung (wenig Salz, wenig ungesättigte Fette, wenig bis kein Alkohol, eine gemäßigte Eiweißzufuhr)


jetzt wichtig, um eine weitere Schädigung der erkrankten Niere zu vermeiden. Zudem sollte mit dem Arzt die individuelle Trinkmenge besprochen werden, da eine zu hohe Flüssigkeitszufuhr zu einer Überforderung der Nieren führen kann.

So hilft die Dialyse bei Nierenerkrankungen

Gemüse immer frisch zubereiten

Kann eine Niere ihrer Aufgabe nicht mehr nachkommen und helfen auch Medikamente sowie eine strenge Nierendiät nicht, so ist bei dem betreffenden Patienten eine Dialyse notwendig.

Die klassische Blutwäsche (auch Hämodialyse genannt) erfolgt außerhalb des Körpers und ist fast die letzte Möglichkeit, Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung zu retten. Danach hilft nur noch die Spenderniere. Die Dialyse hilft, ein totales Nierenversagen zu verhindern und so dem Patienten zu überleben. Es gibt über 60.000 Deutsche, die eine Dialyse brauchen. Hier finden Sie Antworten auf die meistgestellten Fragen zu diesem wichtigen Thema:

Was genau geschieht bei der Dialyse?

Um das Blut von schädlichen Substanzen zu reinigen, legt der Arzt einen Zugang vom Blutkreislauf des Patienten zum Dialysator, dem Blutreingier. Mithilfe einer Spüllösung fließt das Blut hier durch feinporige Membranen, die die Schadstoffe herausfiltern. So fließt nur das gereinigte Blut in den Körper zurück.

Wie oft muss ein Patient zur „Blutwäsche“?

Das ist je nach Patient unterschiedlich. In der Regel müssen die Patienten 3 Mal pro Woche zur Blutreinigung. Diese dauert zwischen 4 und 5 Stunden, je nachdem, wie stark das Organ des Patienten geschädigt ist. Bei einer täglichen Dialyse fühlen sich die Patienten oft schon nach zwei Stunden besser.

Gibt es Nebenwirkungen bei der Hämodialyse?

Nebenwirkungen während der Dialyse sind selten. Aufgrund der hohen Menge Blut, die aus dem Körper hinausgepumpt wird, und anschließend wieder zufließt, kann es gelegentlich zu Kreislaufproblemen wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit kommen. Patienten fühlen sich in der Regel recht schnell besser und auch die Symptome der Nierenschädigung verbessern sich.

Allerdings kann die künstliche Reinigung des Blutes die Funktion der Nieren nie vollständig ersetzen. Das heißt, dass sich trotz aller Maßnahmen im Laufe der Jahre Giftstoffe im Körper ablagern und zu Schäden führen können.

Hat die Ernährung Auswirkungen auf die Dialyse?

Einige Aspekte sollten unbedingt bei der Ernährung beachtet werden und mit dem Arzt abgesprochen werden. So ist zum Beispiel die Zufuhr von Eiweiß sehr wichtig, da die Eiweißbausteine bei der Hämodialyse herausgefiltert werden. Achten Sie zudem auf Ihren Phosphat- und Kaliumspiegel im Blut. Auch bei der Flüssigkeitszufuhr gilt: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Menge, die Sie als Nierenpatient zu sich nehmen dürfen.

Die richtige Ernährung bei Nierenerkrankungen

Nierenerkrankungen können sich, vor allem unerkannt und unbehandelt, mit der Zeit verschlimmern und führen langsam aber sicher zu einer Zerstörung der Nieren. Viele Nierenerkrankungen lassen sich mit einer speziellen Nierendiät verlangsamen, manchmal sogar stoppen. Dann bleibt den Patienten die Dialysebehandlung erspart oder sie muss erst sehr viel später angewendet werden.

Die Empfehlungen für eine gesunde und nierenfreundliche Ernährung sind je nach Erkrankung und Ausprägung des Nierenleidens unterschiedlich. Jedoch haben alle eines gemein: die Entlastung der Nieren und somit das Voranschreiten der Erkrankung oder gar eine Wiedererkrankung möglichst zu verhindern.

Empfehlenswerte Nahrungsmittel bei Nierenerkrankungen

Je nach Erkrankung müssen verschiedene Nahrungsbausteine reduziert oder gänzlich gestrichen werden. Allen Erkrankungen gemeinsam ist folgende Empfehlung: die Reduktion der Salzzufuhr. Es sollten nicht mehr als drei bis max. fünf Gramm pro Tag sein. Genauso wichtig ist eine eiweißarme Ernährung solange keine Dialyse durchgeführt wird. Normalerweise braucht Ihr Körper etwa 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilo Körpergewicht. Wenn Sie also 80 Kilo wiegen, dann sind 64 Gramm reines Eiweiß am Tag genug. Eine eiweißreduzierte Diät hat auch noch einen anderen Vorteil: Sie nehmen ab, der Körper bekommt weniger Fett und Phosphat. Eine solche Diät sollten Sie aber nur unter ärztlicher Kontrolle durchführen.

Um die Ansammlung von Phosphaten zu vermeiden oder zu verringern, sollten Lebensmittel wie Hart-, Schnitt- und Schmelzkäse, Kakao, größere Mengen an Fleisch oder Fisch, getrocknete Hülsenfrüchte und Nüsse gemieden werden. Betroffen sind hierbei vor allem Patienten mit einer chronischen Niereninsuffizienz.

Die Zufuhr von Lebensmitteln mit Kaliumgehalt richtet sich individuell nach den Laborwerten. Sprechen Sie daher am besten mit Ihrem Arzt, ob Sie Ihre Kaliumzufuhr einschränken sollten. Sind die Kaliumwerte im Blut erhöht, so muss auch auf Milch und Milchprodukte wie Joghurt, Obstsorten wie Bananen, Gemüse wie Spinat oder Brokkoli, Trockenfrüchte, Kartoffeln und einiges mehr verzichtet werden. Auch Alkohol wie ist tabu. Allerdings lassen sich mit verschiedenen Methoden, zum Beispiel durch Wässern der Lebensmittel, auch für Nierenkranke gesunde Gerichte zaubern, so dass nicht auf alles verzichtet werden muss. Durch das Wässern geht knapp die Hälfte des Kaliumgehalts ins Kochwasser über. Lassen Sie sich hierzu ausführlich von Ihrem Hausarzt oder einem Spezialisten beraten.

Empfehlenswert sind folgende Nahrungsmittel:

  • Gemüse, Salate und Pilze, ob gekocht, gebraten oder gebacken.
  • Obst frisch oder gekocht.
  • Alle Suppen ohne Fleischeinlage, gebunden oder als klare Brühe, wenig gesalzen.
  • Generell alle Kräuter, Knoblauch, Zwiebeln, Meerrettich, Essig, Chili, Pfeffer und Senf.
  • Getreideprodukte, auch Nudeln (aber ohne Eier).
  • Fette und Öle. Dabei müssen Sie aber auf Ihren Kalorienbedarf achten.
  • Mineralwasser, Kaffee, Tee, Zitronen- und Grapefruitsaft.

 

Diese Nahrungsmittel sollten Sie nur in kleinen Mengen genießen, um Ihre Nieren zu schonen:

  • Alle Sojaprodukte (100 g Tofu enthalten schon 10 g Eiweiß).
  • Suppen mit Fleischeinlage (den Eiweißgehalt beachten).
  • Ketchup, Kochsalz, Brühwürfel, Tomatenmark, Würzmittel und Geschmacksverstärker (Glutamat).
  • Bier, Wein, Sekt, Fruchtsaftgetränke, Obst- und Gemüsesäfte.
  • Müsliriegel, Schokolade, Pralinen, Apfel- oder Birnenkraut.

 

Auf diese Nahrungsmittel sollten Sie generell verzichten:

  • Fertigprodukte, die stark gesalzen sind (Erdnüsse, Chips).
  • Fertigprodukte oder Instantprodukte mit Phosphatzusatz (z. B. Kartoffelchips oder Tütensuppen).
  • Nüsse und Samen wie Walnuss, Mandeln, Kastanien, Trockenfrüchte, Haselnüsse, Pistazien und Kokosnuss.
  • Instantprodukte, Tütensuppen, Produkte mit Phosphatzusatz.
  • Backmischungen, , sehr salziges Gebäck (Brezeln, Salzstangen, Käsegebäck), Erdnussbutter.
  • Alle Instantgetränke, Colagetränke, Lakritz, Nougatcreme, Rübensirup, Marzipan, Nussprodukte.

 

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die persönliche Ernährungsempfehlung immer mit Ihrem behandelnden Arzt abgesprochen werden sollte.

So beugen Sie Nierenerkrankungen vor

Unsere Nieren sind komplexe Organe und tragen im Wesentlichen zu unserem Wohlbefinden bei. Sind sie einmal erkrankt, sollte eine Behandlung umgehend erfolgen, um eine weitere Schädigung zu vermeiden.

Das Ziel für alle Patienten mit Nierenerkrankungen ist, ein Nierenversagen möglichst zu verhindern. Dafür muss jedoch die Erkrankung der Nieren bekannt sein. Aus diesem Grund ist eine Früherkennung sehr wichtig. Diabetes mellitus, ein dauerhaft erhöhter Blutdruck oder Gefäßerkrankungen können das Risiko erhöhen, dass sich bei Ihnen auch eine Erkrankung der Nieren entwickelt. Zudem kann die langfristige und hochdosierte Einnahme einiger Schmerzmittel (Paracetamol, Diclofenac und Ibuprofen) sowie Krebsmedikamente oder einige Antibiotika zu Nierenschäden führen.

Gehören Sie einer der genannten Risikogruppen, sollten Sie Ihre Nieren regelmäßig durch Ihren Hausarzt kontrollieren lassen. So kann eine Nierenschwäche früh- und rechtzeitig erkannt werden. Eine gute Behandlung des Diabetes sowie von Bluthochdruck sind die beste Vorsorge, um ein Nierenleiden zu verhindern. Und auch eine gesunde Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten, sowie ausreichend Bewegung und frische Luft haben einen positiven Einfluss auf unsere Nieren.

Übrigens: Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre eine kostenfreie Früherkennungsuntersuchung. Damit lassen sich Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nierenerkrankungen rechtzeitig erkennen und behandeln.

 


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