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Magen-Darm-Erkrankung bei Kindern – Die effektivsten Hausmittel und hilfreiche Tipps

Erster Magen-Darm-Infekt nicht selten schon im Kindesalter

Wer kennt es nicht: das Telefon klingelt, der Kindergarten oder die Schule melden sich – Ihr Kind möge umgehend abgeholt werden. Der Grund dafür sind gar nicht selten plötzliches Erbrechen und starker Durchfall. Die sogenannte Magen-Darm-Grippe tritt vor allem in der kalten Jahreszeit gehäuft auf. Damit Ihr Kind der Krankheit trotzen kann, informieren wir in diesem Ratgeber darüber, was eine Magen-Darm-Infektion ist, mit welchen bewährten Hausmitteln man ihr entgegenwirkt und wann doch besser ein Arzt hinzugezogen werden sollte.

Was ist ein Magen-Darm-Infekt?

Die Magen-Darm-Infektionen gehören weltweit zu den am häufigsten auftretenden Infektionskrankheiten. Denn die – um mit dem medizinischen Fachbegriff zu sprechen – Gastroenteritis kann durch eine Vielzahl von hochinfektiösen Keimen ausgelöst werden. Verursacher des Brechdurchfalls sind in den häufigsten Fällen Noro-, Rota- oder Adenoviren, aber auch Bakterien (bspw. Campylobacter oder Salmonellen) zählen zu den Angreifern. Infolge des Eindringens dieser Erreger kommt es zu den unangenehmen Symptomen Übelkeit, plötzliches Erbrechen sowie unvermittelt starker Durchfall, oft begleitet von Bauchschmerzen und -krämpfen. Doch genauso unversehens, wie die Krankheit den Körper heimsucht, verschwindet sie auch wieder. In der Regel ist man schon nach wenigen Tagen wieder symptomlos.

Merke: Schuld an Durchfall und Erbrechen zur gleichen Zeit können in seltenen Fällen auch Parasiten sein, mit denen man beispielsweise im Urlaub in Kontakt gerät. In diesem Fall halten die Magen-Darm-Beschwerden über Wochen an und es ist dringend ein Arztbesuch geboten. Im Sommer ist eine Lebensmittelvergiftung durch verdorbenes Essen nicht unwahrscheinlich, diese kennzeichnet sich durch besonders kurzes Anhalten des Brechdurchfalls aus.

Was passiert im Körper bei der Magen-Darm-Grippe?

Einmal im Verdauungssystem angekommen, beginnen die Erreger sich zu vermehren und die Schleimhäute von Magen und Dünndarm entweder selbst anzugreifen oder Giftstoffe zu produzieren, welche das übernehmen. Die geschädigte Magenschleimhaut kann nun die Nahrung nicht mehr ordentlich verdauen. Der Körper reagiert mit Erbrechen, um sich zu schützen und die Eindringlinge schnell wieder loszuwerden. Doch haben sich die Viren oder Bakterien einmal im Darm festgesetzt, werden auch dort die Schleimhautzellen beschädigt und der Dünndarm kann die – ohnehin kaum verdauten – Nahrungsbestandteile nicht mehr optimal aufnehmen. Dadurch herrscht eine hohe Salzkonzentration im Darmbereich vor. Nun wird Wasser in den Darm eingeleitet, um den überhöhten Elektrolytgehalt auszugleichen. Somit entsteht der wässrige Durchfall, der typisch für jegliche Magen-Darm-Erkrankung ist.

Warum leiden besonders Kinder häufig an Brechdurchfall?

Kinder sind für diese Art der Durchfall-Erkrankungen besonders anfällig. Der Magen-Darm-Trakt des Kindes ist empfindlicher und daher empfänglicher für infektiöse Keime.

Die Ansteckung mit den Erregern erfolgt häufig durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion. Die Keime gelangen also beispielsweise durch Hand-zu-Mund-Übertragung, etwa bei der Nahrungsaufnahme, in den Organismus. Möglich ist aber auch die Übertragung durch feinste Speicheltröpfchen beim Sprechen oder Husten. Die Krankheitskeime sind hochansteckend und haben in der Regel eine Inkubationszeit von nur wenigen Stunden bis einigen Tagen. Da reicht der Kontakt zu einem infizierten Spielgefährten oder das Vergessen des Händewaschens vor dem Essen bereits aus, um die Krankheit zu bekommen. Einmal angesteckt, bleibt der Infizierte für Tage oder sogar Wochen eine Übertragungsquelle, wodurch ein Magen-Darm-Keim lange in Schule oder Kindergarten grassieren kann. Insofern ist es normal, wenn kleine Kinder ein- bis zweimal im Jahr an der Magen-Darm-Grippe erkranken.

Wann sollte man zum Arzt?

So unangenehm und unappetitlich Magen-Darm-Infektionen auch sind, heilen sie sich doch im Regelfall selbst aus. Dauer und Intensität der Symptome hängen vom jeweiligen Verursacherkeim ab. Doch je jünger das Kind ist, desto gefährlicher kann eine Gastroenteritis werden.

Unbedingt beachten: In einigen Fällen ist ein Arztbesuch zwingend geboten. Wenn Erbrechen und Durchfall gleichzeitig auftreten und weiter in ungeminderter Heftigkeit bestehen, sollte man

  • mit einem Säugling nach spätestens 6 Stunden,
  • mit einem Kleinkind unter drei Jahren innerhalb von 12 Stunden,
  • und mit einem älteren Kind nach einem Tag Beobachtung


einen Arzt aufsuchen. Treten innerhalb des Krankheitsverlaufs zusätzliche Erscheinungen wie hohes Fieber, Blut im Stuhl oder Austrocknung infolge des massiven Flüssigkeitsverlusts auf, muss ebenfalls umgehend ein Facharzt konsultiert werden.

Austrocknung: Die Gefahr erkennen

Besonders hoch bei Kindern ist die Gefahr der Austrocknung. Die kleinen Körper verlieren durch die Ausscheidungen eine Menge Flüssigkeit. Daher ist es unerlässlich, die Anzeichen erkennen zu können.

Hier einige Symptome von Austrocknung im Überblick:

  • Trockener Mund
  • Weiße Haut
  • Apathie, Schläfrigkeit
  • Tiefe Atmung durch den Mund
  • Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Keine Tränenflüssigkeit
  • Bei Babys: Eingesunkene Fontanelle

 

Weist Ihr Kind gehäuft diese Symptome auf, liegt ein akuter Notfall vor und das Kind muss sofort in ärztliche Behandlung! Lassen Sie es daher gar nicht erst so weit kommen und achten Sie konsequent auf den Flüssigkeitshaushalt des kleinen Patienten.

Die besten Hausmittel für Kinder mit Brechdurchfall

Flüssigkeitszufuhr erhöhen und Salzdefizit ausgleichen

Geht der Krankheitsverlauf bei Ihrem Kind den normalen Gang von anfänglicher Übelkeit bis zu eruptivem Brechdurchfall, gibt es viele hilfreiche Hausmittel, mit denen Sie die Beschwerden bekämpfen und Ihrem Kind wieder zu Gesundheit verhelfen zu können.

Das oberste Gebot lautet: viel trinken.

Sorgen Sie unbedingt dafür, dass Ihr Kind ausreichend trinkt. In den ersten Stunden nach Krankheitsausbruch sollte keine feste Nahrung verabreicht werden, stattdessen ist auf regelmäßiges und ausgiebiges Trinken zu achten. Zimmerwarmer, ungesüßter Tee ist gut geeignet. Kamillen-, Pfefferminz- oder Fencheltee haben nicht nur eine beruhigende, sondern auch eine entzündungshemmende und krampflösende Wirkung. Ein selbstgemachter Heidelbeertee aus 2 Teelöffeln getrockneten (keine frischen!) und zermahlenen Heidelbeeren in 150 ml aufgebrühtem Wasser enthält viele Gerbstoffe. Diese Gerbstoffe schützen die Darmschleimhaut vor bakteriellen Angriffen.

Merke: Der Tee sollte lauwarm, nicht heiß getrunken werden!

Da während eines Magen-Darm-Infektes neben Wasser auch viele wichtige Salze ausgeschieden werden, muss auch der Elektrolythaushalt des Organismus berücksichtigt werden. Aus 6 gestrichenen Teelöffeln Zucker und einem Teelöffel Salz, verrührt in einem Liter Wasser, können Sie leicht eine eigene Elektrolytlösung herstellen, die Ssie löffelweise Ihrem Kind verabreichen oder unter ein anderes Getränk mischen können. Oder Sie greifen zu einem fertigen Produkt aus Ihrer Apotheke. Sie können auch verdünnten Apfelsaft oder andere Saftschorlen anbieten, wichtig dabei ist aber: keine Kohlensäure!

Verzichten Sie daher bei Ihrem Kind auch auf das altbekannte Hausmittel Salzstangen und Cola! Das wäre für das Kind kontraproduktiv. Salzstangen enthalten zwar viel Natrium, aber nicht das wichtige Elektrolyt Kalium. Und die Cola mit ihrem Koffein, dem hohen Zuckergehalt und der Kohlensäure regt die Verdauungstätigkeit noch mehr an.

Versuchen Sie es mit schluck- oder löffelweisem Verabreichen der Flüssigkeit in kurzen Abständen, wenn Ihr Kind das Trinken verweigert. Will das Kind partout nicht trinken, konsultieren Sie einen Arzt.

Tipp: Bunte Strohhalme helfen vielleicht, die Trinklust Ihres Kindes anzuregen!

Was tun bei Babys und Flaschenkindern?

Stillkinder sollten normal weitergestillt werden, wenn sie an einem Magen-Darm-Infekt leiden. Um dem Flüssigkeitsverlust entgegen zu wirken, sollte das Kind häufiger angelegt werden.

Flaschenkindern kann weiterhin die gewohnte Milchnahrung gegeben werden, zusätzliches Anbieten von Wasser und ungesüßtem Tee ist empfehlenswert.

Passende Ernährung bei einer Gastroenteritis

Appetitlosigkeit beim Patienten zu Beginn dieser Krankheit ist völlig normal. Doch irgendwann entwickelt sich doch ein Verlangen nach Essen, um wieder zu Kräften zu kommen. Meist wird Ihr Kind von sich aus feststellen, wann es wieder Appetit hat. Dann ist geraten, mit leichter und magenschonender Kost anzufangen.

Pflanzliche „Wundermittel“

Besonders gut eignet sich für Kinder eine Karottensuppe, um dem Magen wieder Nahrung zuzuführen. Das berühmte Rezept der sogenannten Morosuppe (benannt nach ihrem Erfinder, dem Kinderarzt Ernst Moro) bietet sich als durchfallsenkende Kost an. Dafür werden lediglich 500 Gramm Karotten benötigt, die in einem Liter Wasser gar gekocht werden. Anschließendes Pürieren und Hinzufügen einer Prise Salz garantieren dem Magen wenig Verdauungsarbeit und führen dem Körper Elektrolyte und Flüssigkeit zu. Sie können Ihr Kind mehrfach über den Tag verteilt von der Suppe essen lassen.

Ebenfalls ein unschlagbares Hausmittel stellen geriebene Äpfel (inklusive Schale) dar. Der Apfelbrei lässt sich nicht nur leicht vom Körper verarbeiten und schmeckt dem Kind, die Äpfel enthalten auch den Pflanzenstoff Pektin. Das Pektin wirkt als Flüssigkeitsbinder und bildet zusätzlich eine Schutzschicht auf der Darmschleimhaut, was sie weniger angreifbar macht.

Eine zerdrückte Banane wiederum enthält viele Mineralien und hilft dem Körper hervorragend, den Kaliumspeicher wieder aufzufüllen.

Aufbauende Kost

Stärkereiche, bindende Lebensmittel, die aber kein Fett enthalten, sind zum weiteren Kostaufbau tauglich. Bewährte Optionen sind:

  • Kartoffeln
  • Reis
  • Nudeln
  • Zwieback
  • Toast
  • Hafer- oder Reisschleim
  • Weißbrot

 

Verzichten Sie auf Milchprodukte, Gezuckertes oder Gebratenes, all dies fordert das Verdauungssystem zu sehr heraus und verstärkt den Durchfall. Weitere Tipps rund um eine angemessene Ernährung bei Durchfall lesen Sie in unserem Ratgeberartikel über Hausmittel bei Durchfall.

Weitere schnell umzusetzende Tipps

Eine den besonderen Umständen angepasste Flüssigkeits- und Salzzufuhr sowie eine gleichermaßen schonende und stärkende Ernährung gelten als Hausmittel Nr. 1 bei Magen-Darm-Erkrankungen von Kindern. Was können Sie sonst noch tun?

Wärme

Bewährte Hilfe bei Bauchschmerzen und -kneifen bietet feuchte Wärme. Egal ob Wärmflasche, erhitztes Körnerkissen oder feuchte Bauchwickel – die Wärme entspannt. Zur Verstärkung der Wirkung legen Sie zusätzlich einen feuchten Waschlappen zwischen Bauch und der Wärmequelle. Feuchtwarme Umschläge sind ebenfalls schnell hergerichtet:

Ein Tuch in warmes Wasser tauchen, gut auswringen und auf das Bäuchlein des Patienten legen. Ein trockenes Handtuch auf den Umschlag, gut zudecken – fertig.

Zusätzliche Hilfestellung

Wenn ein Kind krank ist, ist die beste Medizin die Fürsorge und Aufmerksamkeit der Eltern. Seien Sie für Ihr Kind da und zeigen Sie sich seinen Bedürfnissen gegenüber aufgeschlossen. Ein kühlendes Tuch auf der Stirn bei Übelkeit, ein Spuckeimer vor dem Bett oder ein Spuckschutz auf dem Bett sind schnell hergerichtet und zeigen Ihrem Kind Ihre Anteilnahme. Ein neues Bilderbuch oder ein Hörspiel vertreiben die Langweile während der Bettlägrigkeit.

Verhindern weiterer Ansteckungen

Um die Gesundheit von Ihnen, Ihrer Familie und Ihrer Umgebung zu wahren, ergreifen Sie am besten sofort einige nötige Hygienemaßnahmen. Um der Erkrankung vorzubeugen, waschen und desinfizieren Sie sich häufig die Hände, vor allem wenn Sie in Kontakt mit infektiösen Ausscheidungen kommen. Idealerweise tragen Sie Handschuhe und sogar Mundschutz beim Reinigen des Kindes.

Reinigen Sie zu Hause Türklinken, das Badezimmer und am intensivsten die Toilette. Essig ist dafür ebenso geeignet wie herkömmliche Hygienereiniger.

Denken Sie unbedingt auch an das erweiterte Umfeld: Liegt bei Kindern ein ansteckender Infekt vor, ist das baldige Informieren von Kita oder Schule geboten, damit auch dort Maßnahmen gegen Ansteckung getroffen werden können.

Tipp: Gewöhnen sich schon kleine Kinder ans Händewaschen nach dem Toilettengang, wird das Risiko einer Schmierinfektion verringert.

 


Bildquelle: © Rido - stock.adobe.com

 

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