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Zahnfleischschwund erkennen und behandeln

Zahnfleischrückgang: Warum schnelles Handeln jetzt wichtig ist

Wenn Sie tief Luft holen, der kalte Luftstrom Ihr Gebiss trifft, dann durchzuckt Sie ein schneidender Schmerz an den Zähnen. Wenn Sie ein Eis essen und das Eis trifft die Zahnhälse, dann wird der Genuss zur Qual. Wenn ein heißer Tee Ihre Zähne umspielt – auch dann durchzuckt Sie der Zahnschmerz wie ein Blitzschlag. Wenn Sie nach dem Zähneputzen Ihre Zahnreihen im Spiegel betrachten und voller Betrübnis feststellen: Komisch, meine Zähne werden ja immer länger – dann ist das ein Trugschluss. Ihre Zähne werden nicht länger, sondern das die Zähne umgebende Zahnfleisch wird immer kürzer. Es legt immer mehr Zahnhals frei und schützt die dort liegenden Zahnnerven nicht mehr gegen die schmerzenden Einflüsse von Heiß und Kalt – Sie leiden unter Zahnfleischschwund. Ein Schicksal, das Sie mit Millionen Menschen teilen.

Je mehr das Zahnfleisch mit zunehmendem Alter und durch falsche Zahnpflege zurückgeht, desto mehr leiden Ihre Zähne. Schließlich kann sich daraus eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis), eine Parodontitis bis hin zum Zahnausfall entwickeln. Bei Zahnfleischrückgang nimmt Ihr Zahnfleisch an Volumen ab – es schmilzt quasi von den Zähnen weg. Wird nicht vorgesorgt oder nicht behandelt, kommt es zu freiliegenden Zahnhälsen und letztendlich zum Zahnausfall. Logischerweise ist der Gang zum Zahnarzt unerlässlich. Aber Sie selbst können durch die richtige Putztechnik und eine gute Mundhygiene dafür sorgen, dass in Ihrem Mund Ordnung herrscht und Sie den Zahnfleischschwund selbst aufhalten.

Deshalb wollen wir Ihnen mit diesem Ratgeber Ratschläge zur Vorsorge und richtigen Pflege und Behandlung Ihrer Zähne geben. Denn Sie können die Ursachen für Zahnfleischrückgang selbst stoppen.

Was geschieht beim Zahnfleischschwund

Unser Mund wird von der Mundschleimhaut bedeckt, die viele Funktionen hat: Sie schützt Nerven, fängt Bakterien ab und bildet das Zahnfleisch. Das schützt jeden Zahn. Leiden Sie an Zahnfleischrückgang, dann verliert es an Substanz und zieht sich Millimeter für Millimeter zurück. Dadurch werden immer mehr Zahnabschnitte freigelegt und verlieren ihren Schutz. Das sieht unschön aus und schadet jedem betroffenen Zahn.

Unsere Zähne sind fest im Kieferknochen verankert. Was daraus herausragt, das ist die Krone. Dann kommt der vom Zahnfleisch (medizinisch Gingiva), bedeckte und geschützte Zahnhals. Wenn alles in Ordnung ist, dann sind die hochempfindlichen Zahnhälse vollständig von der Gingiva bedeckt. Das schützt die Zahnhälse vor Bakterien, vor Hitze und Kälte und gibt dem Gebiss Festigkeit.

Für den Rückgang des Zahnfleischs gibt es zwei Ursachen. Das ist erstens ein entzündlicher Prozess, eine sogenannte Gingivitis. Die zweite Möglichkeit ist die Gingivarezession. Bei der zieht sich das Zahnfleisch ohne eine Entzündung zurück. Das kann mehrere Ursachen haben, bei denen verschiedene Faktoren zusammenwirken.
Für die Entstehung einer Gingivitis sind fast immer Bakterien verantwortlich, von denen es in der Mundhöhle geradezu wimmelt. Einige von ihnen bilden zusammen mit Eiweißen und Kohlenhydraten die sogenannten Plaques – den Zahnbelag. Bei schlechter Mundhygiene oder auch genetisch bedingter Veranlagung führt Zahnbelag zu Entzündungen des Zahnfleischs. Außerdem ist er häufig die Ursache für schlechten Mundgeruch. Ein weiteres größeres Übel: Durch die entstehende Parodontitis haben es Bakterien leichter in den Zahn einzudringen, vor allem die gefürchteten Kariesbakterien.

Schweregrade bei Zahnfleischrückgang

Für einen erkannten Zahnfleischrückgang gibt es eine medizinische Abstufung in Schweregrade, die Sie kennen sollten, bevor Sie Hausmittel einsetzen oder zum Zahnarzt gehen. Es gibt diese vier Grade beim Zahnfleischschwund.

  1. Der Zahnfleischschwund reicht noch nicht bis zum Grenzbereich zwischen der Mundschleimhaut und dem Zahnfleisch.
  2. Das Zahnfleisch ist bereits bis zur Grenzlinie zurückgegangen, Ihre Zähne werden optisch länger. Das Zahnbett und die Knochen sind aber noch nicht angegriffen.
  3. Der Zahnfleischrückgang hat sich weiter fortgesetzt, die Grenzlinie ist überschritten, es kommt zu einem Gewebe- und Knochenverlust. An den Zähnen sind leichte Zahnfehlstellungen bemerkbar.
  4. Der Rückgang von Zahnfleisch hat sich fortgesetzt. Durch den Zahnfleischschwund kommt es zu schweren Zahnfehlstellungen und zur Parodontitis.

So kann der Zahnfleischrückgang entstehen

Nicht immer sind Zahnfleischentzündung oder Parodontitis schuld daran, dass es bei Ihnen zu einem Zahnfleischschwund kommt. Sehr häufig sind hohe Zug- oder Druckkräfte die direkt auf das Zahnfleisch wirken dafür verantwortlich. Zu solchen Auslösern zählen:

  • Zu starker Druck beim Zähneputzen mit harter Bürste. Da das ja täglich geschieht, kann es zu Zahnfleischschwund führen.
  • Viele Menschen knirschen in der Nacht – ohne es zu merken – mit den Zähnen. Da der Kaumuskel einer unserer stärksten Muskel ist, kann dabei ein enormer Druck von vielen Kilo/Quadratzentimeter entstehen. Der geht aufs Zahnfleisch.
  • Zwischen Lippe und Zahnfleisch haben wir die Bindegewebsfalten Lippen- und Wangenbändchen. Wenn diese einen zu starken Zug ausüben, dann kommt es zum Zahnfleischschwund.
  • Eigentlich sollten sie eine Hilfe sein, aber wenn Zahnprothesen schlecht sitzen, dann gehören sie mit zu den Ursachen für einen Zahnfleischrückgang. Denn sie üben täglich einen Druck auf die Mundschleimhaut und die Knochen aus, das führt oft zu einem Zahnfleischrückgang.
  • Lippen- und Zungenpiercings sind eine große Gefahr geworden. Da sie ebenfalls täglich einen Druck auf das Zahnfleisch und die darunterliegenden Kieferknochen ausüben (vor allem am Lippenbändchen) können sie eine Parodontitis auslösen.
  • Sogar eine Zahnspange kann durch den ständigen Kontakt mit der Mundschleimhaut zur Gefahr werden. Wenn durch die Spange die Zähne zu stark nach vorne kippen, kann das zum Abbau des außenseitigen Kieferknochens und zum Zahnfleischrückgang führen.
  • Rauchen ist ebenfalls ein großer Risikofaktor. Durch den Zigarettenrauch wird die Durchblutung des Zahnfleisches gestört, was zu einer Verminderung der Abwehrkräfte beitragen kann. Hierdurch haben Bakterien die Möglichkeit sich stärker zu vermehren und das Zahnfleisch schiebt sich langsam zurück.

Zahnfleischschwund effektiv bekämpfen

Sie selbst haben beim Zähneputzen bemerkt, dass Ihre Zähne optisch immer länger werden. Sie selbst kriegen einen Schmerzschlag, wenn Ihr Gebiss von Metall berührt wird, oder wenn Speisen und Getränke entweder zu kalt oder zu heiß sind. Und Sie selbst bemerken, dass sich viele Menschen im Gespräch von Ihnen abwenden, sozusagen an Ihnen vorbeisprechen. Bis Ihnen jemand sagt: "Es ist mir unangenehm, aber ich muss es Dir sagen: Du hast Mundgeruch."
In diesem Fall müssen Sie sofort reagieren und mit der Behandlung Ihres Problems beginnen. Das sollte dreifach geschehen: einmal durch eine Behandlung durch den Zahnarzt, dann durch die Anwendung der richtigen Hausmittel und Mundhygiene und durch die richtige Ernährung.

Die Behandlung durch den Zahnarzt

Die Diagnose ist schnell gestellt, genauso schnell sollte die Behandlung beginnen. Was macht der Zahnarzt?

  • Er wird mit Ihnen ein ausführliches Gespräch über Zahnpflege und die Hygiene in Ihrem Mund führen.
  • Wenn er feststellt, dass Ihr Zahnfleischrückgang durch nächtliches Zähneknirschen verursacht wird, wird er zu einer individuell angepassten Zahnschiene raten, die Sie nachts tragen müssen. Das beugt Schädigungen am Zahnschmelz vor und schont das Zahnfleisch.
  • Falls Sie eine Zahnprothese tragen, dann wird diese auf ihren Sitz hin überprüft. Falls sie schlecht sitzt, dann muss sie korrigiert werden. Sonst schwindet das Zahnfleisch weiter.
  • Dasselbe gilt für Piercings, die notfalls entfernt werden müssen.
  • Wenn der bei Ihnen vorliegende Zahnfleischschwund noch nicht zu weit fortgeschritten ist, kann sich Ihr Zahnfleisch wieder erholen und neu aufbauen, sobald die Ursache behoben ist. Hierfür wird der Zahnarzt unter Umständen mit einem Antibiotikum behandeln, da nicht nur die Zahnhälse, sondern auch die Zahnfleischtaschen betroffen sind, in denen sich schädliche Bakterien sammeln.
  • Wenn sich das Zahnfleisch aber nicht mehr erholen kann, dann hilft nur noch eine Zahnfleischtransplantation. Dabei entnimmt der Arzt Gewebe vom Gaumen und verpflanzt es an die Stellen, die vom Zahnfleischrückgang betroffen sind.

Richtiges Zähneputzen

Bevor Ihr Zahnfleisch schwindet, bevor sich eine Parodontitis entwickeln kann, bevor sie einen abstoßenden Mundgeruch bekommen, können Sie selbst dem Zahnfleischrückgang und damit einer Parodontitis vorbeugen. Mundgesundheit beginnt schon mit dem richtigen Zähneputzen.
Das man mindestens zweimal am Tag Zahnpflege betreibt, hat sich inzwischen wohl bei den meisten Menschen eingebürgert. Das ist gut, aber nur dann, wenn Sie es richtig machen:

  • Warten Sie eine halbe bis eine ganze Stunde nach dem Essen, bevor Sie die Zähne putzen.
  • Benutzen Sie fluoridhaltige Zahnpasta.
  • Putzen Sie die Zahnbeläge vom Zahnfleischrand weg zur Zahnkrone hin. Das kräftigt als Nebeneffekt das Zahnfleisch.
  • Kräftiges Schrubben ist absolut kontraproduktiv, damit greifen Sie den schützenden Zahnschmelz an, der wird rissig es, kann sich Zahnstein bilden.
  • Putzen Sie Ihre Zähne mit einer leicht rüttelnden Bewegung, so dass die Borsten auch in die Zwischenräume gelangen.
  • Verwenden Sie besser eine elektrische Zahnbürste. Deren Bürstenkopf ist genau auf diesen Effekt hin konstruiert.
  • Ob Sie elektrisch oder per Hand bürsten: Nach etwa sechs Wochen muss der Bürstenkopf oder die Zahnbürste ausgetauscht werden.
  • Wenn Sie mit dem Putzvorgang fertig sind, warten Sie etwa zehn Minuten mit dem Ausspülen des Mundes. In dieser Zeit können die Inhaltsstoffe der Zahnpasta die Mundhöhle und die Zahnzwischenräume desinfizieren. Das ist auch gut gegen Mundgeruch.
  • Der Putzvorgang sollte nicht länger als zwei bis höchstens drei Minuten dauern.
  • Die Borsten Ihrer Zahnbürste sollten nicht hart, sondern eher schmiegsam sein.
  • Putzen Sie in Abschnitten von zwei bis drei Zähnen.
  • Machen Sie Zähneputzen nach diesem System: Zuerst die Außenseite, dann die Innenseite von Ihrem Gebiss putzen. Zuerst den Oberkiefer, danach den Unterkiefer reinigen.
  • Benutzen Sie Zahnseide, um an die schwer zugänglichen Zahnzwischenräume zu gelangen.
  • Zum Schluss reinigen Sie ganz sanft die Zunge. Damit entfernen Sie Bakterien, die bei der Entstehung von Mundgeruch eine Rolle spielen.

Zahnfreundliche Ernährung

Ein gesundes Zahnfleisch braucht vor allem die Vitamine A und C sowie Selen. Diese können Sie über die Nahrung oder als Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. Früher erkrankten Seeleute wegen Vitamin C-Mangels oft an Skorbut, das Zahnfleisch verschwand und ihnen fielen die Zähne aus. Das ist heutzutage bei einer vernünftigen Vitamin C-reichen Ernährung nicht mehr möglich. Viel Vitamin C enthalten zum Beispiel Sauerkraut, Zitrusfrüchte und Beeren. Vitamin A findet sich vor allem in Leber, Thunfisch und Innereien. Aber auch Blattgemüse, Möhren, Brombeeren und Aprikosen liefern wertvolles ß-Karotin.

Hausmittel gegen Zahnfleischschwund

Zahnfleischschwund und Parodontitis haben sehr oft einen mangelnde Mundhygiene zur Ursache. Zur Herstellung eines gesunden Klimas in Ihrem Mund können viele Kräuter und Öle beitragen. Hier die wichtigsten Helfer aus der Natur:

  • Teebaumöl hat eine starke antiseptische Wirkung. Verwenden Sie eine teebaumölhaltige Zahnpasta oder tragen Sie mehrmals am Tag einige Tropfen Teebaumöl auf die Zunge auf.
  • Machen Sie morgens Ölziehen, zum Beispiel mit Kokosöl oder Schwarzkümmelöl. Das schützt die Zähne und versorgt den Zahnfleischschutz mit Feuchtigkeit.
  • Stelle Sie sich diese Paste her: Ein TL Kurkuma, ein TL Kristallsalz, ein halber TL Senföl zusammenrühren und zweimal täglich auf die Zahnreihen auftragen.
  • Mit grünem Tee können Sie den Zahnfleischrückgang stoppen: Zwei Tassen täglich trinken, vorher eine Zeit lang im Mundraum behalten bevor Sie schlucken.
  • Wenn Sie bereits eine Zahnfleischentzündung haben, dann tragen Sie mehrmals täglich duftstofffreies Aloe Vera Gel auf die betroffenen Stellen auf.
  • Ein uraltes Hausmittel: Rühren Sie aus Natron und Wasser eine Paste an. Diese mit den Fingern auftragen, zehn Minuten im Mund behalten, dann gründlich ausspülen.


Regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt sowie eine professionell durchgeführte Zahnreinigung unterstützen Sie zusätzlich dabei, den Rückgang des Zahnfleischs zu verhindern.

 


Bildquelle: Unsplash

 

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