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Gürtelrose behandeln: Schneller Therapiebeginn ist wichtig!

Ein einseitiger, juckender Hautausschlag mit starken Schmerzen – das könnte eine Gürtelrose sein. Manchmal zieht sich der Hautausschlag in einem Streifen von der Wirbelsäule bis zum Bauch. Daher stammt die Bezeichnung „Gürtelrose“. Auftreten kann die Gürtelrose aber auch an jeder anderen Stelle des Körpers, beispielsweise im Gesicht.

Die Infektion sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, da chronische Schmerzen drohen, die bei einigen Patienten für den Rest des Lebens verbleiben. Zum Glück ist sowohl eine erfolgreiche Behandlung möglich als auch eine Vermeidung von Langzeitfolgen. Dafür ist es wichtig, bei den ersten Krankheitszeichen rasch einen Arzt aufzusuchen und mit der Therapie zu beginnen. Auch gibt es eine Impfung gegen Gürtelrose, die die Ständige Impfkommission (STIKO) für Personen ab 60 Jahren und bei Immungeschwächten oder Personen mit Grunderkrankungen auch bereits ab 50 Jahren empfiehlt.

 

Was ist eine Gürtelrose?

Bemerkbar macht sich eine Gürtelrose durch einen einseitigen, unangenehmen Hautausschlag und Nervenschmerzen, einer Neuralgie. Wenngleich der Name der Erkrankung harmlos klingt, kann die Gürtelrose mitunter chronische Schmerzen verursachen, weswegen eine frühzeitige Therapie wichtig ist. Mediziner bezeichnen die Gürtelrose auch als Herpes Zoster oder kurz als Zoster.

Erkranken kann jeder, der schon einmal die Windpocken durchgemacht hat – und das haben die allermeisten Erwachsenen. Sowohl Windpocken als auch Gürtelrose werden durch dieselben Viren verursacht. Der Erreger der Windpocken verbleibt nämlich nach überstandener Infektion inaktiv im Körper. Werden die Viren reaktiviert, bricht die Gürtelrose aus. Das passiert meist bei über 50-jährigen oder Immungeschwächten, denn bei ihnen arbeitet das Immunsystem nicht mehr so stark.

Was sind die Ursachen einer Gürtelrose?

Ursache für die Gürtelrose sind Varizella-Zoster-Viren. Bei einer ersten Infektion mit den Varizella-Zoster-Viren erkrankt man an Windpocken. Meistens stecken sich Kinder mit dem sehr ansteckenden Erreger an, wobei mittlerweile eine Schutzimpfung bei Kindern im Alter von 1 bis 2 Jahren empfohlen wird.

Information von Ihrem Apotheker:
Gürtelrose wird von Ärzten Herpes Zoster genannt, die Erkrankung wird von Varizella-Zoster-Viren hervorgerufen. Die Bezeichnung Herpes Zoster führt mitunter zu Verwechslung mit anderen Viren, den Herpes-Viren. Diese sind jedoch die Erreger des Lippenherpes und haben mit der Gürtelrose nichts zu tun.

Sind die Windpocken überstanden, ist zwar der Ausschlag verschwunden, das Virus allerdings verbleibt lebenslang im Körper und überdauert in den Nerven des Gehirns oder in den Nervenwurzeln des Rückenmarks. Ein gesundes und starkes Immunsystem hält das Virus in Schach und man bemerkt es gar nicht.

Ist die Abwehrkraft des Immunsystems allerdings schwächer, beispielsweise wenn man älter wird, durch eine chronische Erkrankung oder starken Stress, vermehren sich die Varizella-Zoster-Viren erneut. Sie wandern dann entlang der Nervenbahnen, in denen sie überdauert haben, bis in die Haut.

So bilden sich die typischen Hautausschläge im Bereich des Rückens oder Gesichtes aus, mitunter sind Organe wie Augen, Ohren oder Gehirn befallen. Es kommt zu Schmerzen in den befallenen Nerven und Hautbereichen (Dermatomen).

Leidet ein Patient länger als ein halbes Jahr an den Nervenschmerzen, sprechen Ärzte von einer Post-Zoster-Neuralgie. Diese Komplikation ist sehr gefürchtet, denn im schlimmsten Fall bleiben die Schmerzen ein Leben lang bestehen. Glücklicherweise verringert eine rechtzeitige Behandlung das Risiko für diese sehr belastenden Schmerzen.

Rote, nässende Stelle mit Bläschenbildung auf der Haut

Welche Symptome hat man bei Gürtelrose?

Die ersten Anzeichen einer Gürtelrose sind die eines Infektes: Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen und manchmal leichtes Fieber. Bei einigen Betroffenen kribbelt die Haut, manchmal treten bereits Schmerzen in dem Bereich auf, an dem sich später der Ausschlag entwickelt. Die ersten typischen Symptome einer Gürtelrose bilden sich meist nach 2 bis 3 Tagen aus:

  • Im betroffenen Bereich tritt ein mittelstarker bis starker Schmerz auf, der sich brennend oder stechend anfühlt.
  • Manchmal juckt oder kribbelt es in der befallenen Region.
  • Es entwickeln sich Rötungen oder Schwellungen der Haut, aus denen sich ein Hautausschlag mit Bläschen bildet. Die Bläschen stehen in Gruppen oder rosettenförmig zusammen.

 

Ärzte erkennen eine Gürtelrose anhand des charakteristischen Hautausschlags. Häufig ist der Rumpf oder Brustkorb betroffen und der Hautausschlag zieht sich streifenförmig ausgehend von der Wirbelsäule über eine Körperseite. Allerdings kann die Gürtelrose auch an jeder anderen Körperregion auftreten. Besondere Aufmerksamkeit ist bei der Behandlung einer Gürtelrose geboten, wenn das Gesicht, der Kopf oder Hals befallen ist.

Was sind Risikofaktoren für eine Gürtelrose?

Bei jedem, der einmal an den Windpocken erkrankt war, kann eine Gürtelrose ausbrechen. Zwar tritt der Zoster in jedem Lebensalter auf, allerdings erkranken am häufigsten über 50-jährige oder Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Ärzte vermuten, dass künftig mehr Menschen an einer Gürtelrose erkranken werden, da wir immer älter werden und die Zahl der Patienten mit Behandlungen, die das Immunsystem schwächen, steigt.

Daher zählt das Alter zu den Hauptrisikofaktoren für einen Zoster, denn mit den Jahren altern wir nicht nur äußerlich, sondern auch unser Immunsystem verliert an Leistungskraft. Fachleute bezeichnen dies als Immunoseneszenz.

Aber nicht nur eine altersbedingte Schwächung des Immunsystems begünstigt das Ausbrechen einer Gürtelrose. Medikamente oder chronische Krankheiten haben mitunter die gleiche Wirkung. Das sind beispielsweise Rheumabehandlungen und Therapien bei HIV- oder Krebserkrankungen , rheumatoide Arthritis, entzündliche Darmerkrankungen, COPD und Asthma. Zudem sind Stress oder starke Belastungen manchmal Auslöser einer Gürtelrose.

Ist Gürtelrose ansteckend?

Die Bläschenflüssigkeit des Hautausschlags bei einer Gürtelrose ist ansteckend. Werden die betroffenen Hautstellen abgedeckt oder sind sie ausgetrocknet, ist die Gefahr für eine Ansteckung gering.

Menschen, die noch keine Windpocken hatten oder nicht gegen Windpocken geimpft sind, erkranken nach einem Erstkontakt mit dem Varizella-Zoster-Virus nicht an Gürtelrose, sondern an Windpocken. Für diejenigen, die bereits eine Windpockeninfektion durchgemacht haben, ist eine Gürtelrose nicht ansteckend. Auch eine erneute Ansteckung mit Windpocken ist auszuschließen. Menschen, die gegen Windpocken geimpft wurden, erkranken schätzungsweise seltener an einer Gürtelrose als diejenigen, bei denen Windpocken ausgebrochen sind.

Wesentlich ansteckender ist hingegen eine Infektion mit Windpocken. Fast jeder Kontakt mit einem Erkrankten führt zu einer Ansteckung – sofern man die Windpocken noch nicht durchgemacht hat oder nicht gegen Windpocken geimpft ist. Deswegen trägt nahezu jeder Erwachsene das Varizella-Zoster-Virus in sich und kann an der Gürtelrose erkranken.

Wann zum Arzt bei einer Gürtelrose?

Bricht eine Gürtelrose aus, leiden Patienten zunächst an einem unspezifischem Krankheitsgefühl und Schmerzen, erst 2 bis 3 Tage später bildet sich der typische Hautausschlag aus. Spätestens wenn Sie den Hautausschlag bemerken, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Die erste Anlaufstelle ist der Hausarzt.

Deutet der Hautausschlag auf einen komplizierteren Krankheitsverlauf hin oder sind die Schmerzen schwer zu behandeln, überweist der Hausarzt unter Umständen an einen Arzt einer anderen Fachrichtung. Je nachdem welche Symptome besondere Beschwerden bereiten, behandelt ein Schmerzspezialist, ein Neurologe, ein Hautarzt, ein Augenarzt oder ein HNO-Arzt weiter. Manchmal ist sogar eine stationäre Behandlung im Krankenhaus erforderlich.

Oft ist es für den behandelnden Arzt schwer, im Anfangsstadium einer Gürtelrose diese zu diagnostizieren, da die Diagnose anhand des typischen Hautausschlages gestellt wird. Solange dieser noch nicht aufgetreten ist, kommen auch andere Auslöser für den Schmerz in Frage.

Nicht selten wird zunächst an einen Bandscheibenvorfall, Herzinfarkt, eine Blinddarm- oder Gallenblasenentzündung gedacht. Allerdings kann eine Gürtelrose auch ohne den typischen Hautausschlag auftreten und nennt sich dann Herpes Zoster sine herpete.

Je älter die Patienten sind, desto häufiger findet man die Gürtelrose im Kopfbereich. Gerade dann sollte ein Augen- oder HNO-Arzt hinzugezogen werden.

Ist sich der Arzt sich nicht ganz sicher, ob es sich um eine Gürtelrose handelt, kann er die Bläschenflüssigkeit oder das Blut auf das Varizella-Zoster-Virus untersuchen lassen. Gerade letzteres geschieht, wenn kein Hautausschlag auftritt.

Gürtelrose behandeln: So wird man sie schnell wieder

Damit Sie bei einer Gürtelrose schnell wieder gesund werden, ist es wichtig bei den ersten Anzeichen den Hausarzt aufzusuchen. Ein Behandlungsbeginn in den ersten Tagen nach Krankheitsausbruch lindert nicht nur die akuten Schmerzen, sondern verhindert auch eine Ausweitung des Ausschlags und lässt den Ausschlag schneller abklingen. Obendrein verringert eine frühzeitige Therapie das Risiko für Komplikationen und die Wahrscheinlichkeit für die gefürchtete Post-Zoster-Neuralgie.

Die Therapie umfasst Medikamente zur

  • Bekämpfung des Gürtelrose-Erregers (Tabletten oder Infusion),
  • Linderung des Hautausschlages (Lotionen, Salben oder Cremes) und
  • Behandlung des Schmerzes (Tabletten oder Pflaster).

 

Wie wird der Erreger bekämpft?

Zur Bekämpfung des Varizella-Zoster-Virus verordnet der Arzt ein sogenanntes antivirales Medikament. Dabei entscheidet sich der Arzt für einen von vier verschiedenen Wirkstoffen: Aciclovir, Valaciclovir, Famciclovir oder Brivudin.

Jedes dieser Virostatika gibt es in Form von Tabletten. Unterschiede bestehen hinsichtlich ihrer Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und wie oft sie am Tag eingenommen werden müssen. Aciclovir kann als einziges dieser Medikamente auch als Infusion verabreicht werden. Dies ist nur nötig, wenn ein Risiko für Komplikationen besteht oder wenn schon Komplikationen aufgetreten sind. Normalerweise dauert die antivirale Behandlung 7 Tage. Auch Kortison kann zusätzlich zum Einsatz kommen, wenn das Ohr von der Gürtelrose betroffen ist.

Welche Patienten erhalten Infusionen?

Treten bestimmte Symptome bei einem an Gürtelrose Erkrankten auf, befürchten Ärzte einen komplizierten Verlauf und entscheiden sich dann für eine Behandlung mit Aciclovir als Infusion. Dies ist der Fall, wenn

  • der Zoster bei älteren Patienten im Bereich des Gesichtes, Kopfes oder Halses auftritt,
  • Patienten Arzneimittel einnehmen, die das Immunsystem schwächen, beispielsweise Krebsmedikamente oder Medikamente gegen Rheuma,
  • der Hautausschlag sich über einen größeren Bereich ausbreitet,
  • der Hautausschlag das Gewebe schädigt,
  • die Schleimhäute, Organe oder das Gehirn bzw. Rückenmark befallen sind.

 

Patienten, die eine Infusion mit Aciclovir benötigen, werden vom Arzt zur Behandlung in ein Krankenhaus eingewiesen und dort stationär aufgenommen. Im Krankenhaus wird Aciclovir alle 8 Stunden intravenös verabreicht.

Warum erhalten manche Patienten keine antivirale Therapie?

Bei Patienten unter 50 Jahren heilt eine Gürtelrose meist ohne antivirale Therapie von alleine aus – besonders dann, wenn nur leichte oder gar keine Schmerzen bestehen und wenn kein Risiko für Komplikationen vorliegt. Daher entscheiden Ärzte manchmal bei jungen Patienten, auch bei Kindern, dass eine antivirale Therapie nicht notwendig ist.

Tritt der Zoster allerdings im Bereich des Gesichtes, des Kopfes oder Halses auf, besteht das Risiko für schwere Komplikationen. Dann sollte in jedem Alter die Gürtelrose antiviral behandelt werden.

Gürtelrose: Wie den Hautausschlag behandeln?

Der Hautausschlag bei einer Gürtelrose sieht nicht nur unschön aus, oft juckt er oder die Bläschen entzünden sich. Zur Linderung eignen sich Salben, Cremes, Lotionen, Gele oder Puder, die desinfizieren, den Juckreiz abmildern und die Bläschen austrocknen. Als angenehm empfinden viele Patienten kühlende und feuchte Umschläge.

Gürtelrose: Wie den Schmerz stoppen?

Die Schmerzen einer Gürtelrose treten typischerweise in dem Körperbereich auf, der von dem mit Varizella-Zoster-Viren befallenen Nerv versorgt wird. Viele Patienten empfinden die Schmerzen einer Gürtelrose als sehr stark und belastend. Obendrein droht mitunter die gefürchtete Post-Zoster-Neuralgie. Zum Glück gibt es geeignete Medikamente, mit denen sich die Schmerzen lindern lassen und die Wahrscheinlichkeit für die Post-Zoster-Neuralgie verringert werden.

Den Schmerz, der durch eine Gürtelrose ausgelöst wird, beschreiben Erkrankte unterschiedlich. Manche Patienten berichten über brennende, bohrende Dauerschmerzen, andere über kurze, einschießende Schmerzattacken und wiederum andere leiden eher unter einem Berührungsschmerz, einer Berührungsempfindlichkeit oder einer Überempfindlichkeit.

Abhängig von der Stärke des empfundenen Schmerzes verordnet der Arzt unterschiedliche Schmerzmittel. Bei leichten Schmerzen wird der Arzt gängige Schmerzmittel wie Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen empfehlen. Bis zu einer jeweils festgelegten Wirkstärke und Packungsgröße erhalten Sie diese rezeptfrei in der Apotheke. Unter Umständen verordnet der Arzt sie jedoch in einer stärkeren Dosierung oder empfiehlt eine Therapie mit dem verschreibungspflichtigen Schmerzmittel Metamizol.

Bei stärkeren Schmerzen wird der Arzt zu einer Kombinationsbehandlung raten, bei der zusätzlich zu dem Schmerzmittel sogenannte Opioide, wie zum Beispiel Oxycodon, eingenommen werden. Sind die Nervenschmerzen besonders stark, verschreibt der behandelnde Arzt spezielle Arzneimittel, die auf die Nerven wirken.

Ist der Hautausschlag abgeheilt, aber die Nervenschmerzen bestehen weiterhin, wird manchmal eine Behandlung mit speziellen Pflastern versucht. Sie werden direkt auf den schmerzenden Bereich aufgebracht.

Apotheker-Tipp
Nehmen Sie die verordneten Schmerzmittel genau nach Anweisung des Arztes oder Apothekers ein. Mit der richtigen Dosierung und einer regelmäßigen Einnahme lassen sich die Schmerzen meist effektiv lindern. Zudem sollten Sie den Hinweisen des Arztes zur Einnahme von Opioiden folgen. So wird die Wahrscheinlichkeit für unangenehme Nebenwirkungen oder eine Gewöhnung an den Wirkstoff verringert.

Gürtelrose: Was ist in der Schwangerschaft zu beachten?

Tritt eine Gürtelrose während der Schwangerschaft auf, ist die Sorge der werdenden Mutter verständlicherweise groß. Schwangere sollten genauso wie andere Erkrankte, sofort den Hausarzt aufsuchen und außerdem ihren Gynäkologen zu Rate ziehen.

Ob eine antivirale Therapie notwendig ist, wird anhand des Risikoprofils bei jeder Schwangeren individuell entschieden. Denn solch eine antivirale Therapie sollte laut Experten bei Schwangeren nur dann durchgeführt werden, wenn Risikofaktoren bestehen. In diesem Fall ist das Medikament der Wahl Aciclovir.

Für Schwangere gibt es obendrein besondere Empfehlungen für die Einnahme von Schmerzmitteln, denn nicht alle Schmerzmittel sollen während einer Schwangerschaft eingenommen werden. Außerdem kann bei längerer Schmerzmitteleinnahme eine Überwachung der Schwangerschaft notwendig sein. Daher raten wir Ihnen, eine Schmerzmitteleinnahme während der Schwangerschaft immer vorab mit Ihrem Arzt zu besprechen.

Kann man eine Gürtelrose selber behandeln?

Wir empfehlen Ihnen bei einem Verdacht auf eine Gürtelrose sofort den Hausarzt aufzusuchen, denn eine frühzeitige Behandlung beugt Komplikationen vor. Außerdem sollten bei einer diagnostizierten Gürtelrose die Therapieanweisungen des Arztes genau befolgt werden. Nur so sind eine wirksame Therapie und eine effektive Schmerzbehandlung möglich.

Dennoch haben viele Patienten den Wunsch mit Hausmitteln ihre Beschwerden zu lindern. Unterstützend eignen sich kühle und feuchte Umschläge, um das unangenehme Gefühl des Hautausschlages zu lindern, besonders dann, wenn sich bereits Bläschen gebildet haben.

Alternative Therapien mit Mitteln der Homöopathie oder mit Schüssler Salzen sind immer wieder im Gespräch zur Behandlung der Gürtelrose. Allerdings ist es gut zu wissen, dass die Wirkung dieser Therapien im Gegensatz zu den herkömmlichen medizinischen Behandlungen nicht belegt sind und es daher nicht klar ist, ob und wie gut sie wirken. Um mögliche Langzeitfolgen der Gürtelrose zu vermeiden, ist es daher in jedem Fall empfehlenswert, seinen Hausarzt um Rat zu fragen.

Wie verläuft eine Gürtelrose?

Erkrankt man an einer Gürtelrose, wird man sie leider nicht so schnell wieder los. Normalerweise dauert es etwa 4 Wochen bis man wieder gesund ist. Typischerweise verläuft eine Gürtelrose in mehreren Phasen:

  • Zunächst treten unspezifische Krankheitssymptome, Hautrötungen, Kribbeln und Jucken der Haut auf.
  • Nach 3 bis 5 Tagen zeigt sich der Hautausschlag.
  • Es dauert etwa 7 Tage bis die Bläschen des Hautausschlages austrocknen.
  • Ob und wann Nervenschmerzen auftreten, ist sehr unterschiedlich, genauso verschieden ist die Dauer der Schmerzen. Immerhin einer von zehn Erkrankten leidet noch Monate nach dem Abklingen der sichtbaren Symptome unter starken Schmerzen.

 

Ist das Immunsystem des Erkrankten nicht leistungsfähig oder wird die Gürtelrose nicht rechtzeitig behandelt, verläuft die Heilung mitunter nicht reibungslos und es treten Komplikationen auf. Daher verläuft gerade im Alter, wenn das Immunsystem nicht mehr so schlagkräftig ist, die Gürtelrose häufig schwerer.

Was, wenn die Beschwerden der Gürtelrose länger andauern?

Manchmal bleiben die Schmerzen einer Gürtelrose auch nach Abheilen des Hautausschlages bestehen – die gefürchtete Post-Zoster-Neuralgie. Sie beeinträchtigt das Leben der Betroffenen sehr stark, denn Alltägliches fällt dann oft schwer, der Schlaf wird durch die Schmerzen gestört und das soziale Leben eingeschränkt. In der Folge gerät nicht selten das seelische Wohlbefinden aus dem Gleichgewicht und die Berufsausübung fällt schwer.

Ärzte vermuten, dass bei einer Post-Zoster-Neuralgie die Nerven geschädigt sind, weshalb die Schmerzbehandlung in solch einem Fall von einem Schmerzspezialisten oder Neurologen fortgeführt wird. Allerdings erweist sich die Behandlung des Post-Zoster-Schmerzes oft als schwierig und den Patienten kann nicht ausreichend geholfen werden.

Neben den starken Nervenschmerzen verheilt der Hautausschlag bei einigen Patienten langsam, besonders dann, wenn sich dieser entzündet. Ein Zoster am Auge geht manchmal mit Entzündungen des Auges oder einem erhöhten Augeninnendruck einher. Grundsätzlich besteht zudem in den ersten Wochen der Gürtelrose ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall.

Gürtelrose: Wie beuge ich vor?

Ein gesundes Immunsystem schützt vor Krankheiten. Das ist richtig und es ist auf jeden Fall sinnvoll, seine Immunabwehr zu stärken: mit gesunder, vitalstoffreicher Ernährung, ausreichend Bewegung an der frischen Luft und einer achtsamen Lebensführung. Besteht ein Nährstoffmangel ist es unter Umständen auch sinnvoll, diesen mit Vitamin- und Mineralstoffpräparaten aus der Apotheke auszugleichen.

Leider lässt sich eine Gürtelrose trotzdem nicht immer vermeiden, denn unsere Immunabwehr lässt mit steigendem Alter nach und diese Immunoseneszenz gilt als Hauptrisikofaktor an einer Gürtelrose zu erkranken. Und sie ist auch der Grund, warum Ältere ein besonderes Risiko für einen schweren Verlauf, Komplikationen oder Langzeitfolgen haben.

Information von Ihrem Apotheker
Seit etwa 10 Jahren empfehlen Ärzte, Kinder in den ersten beiden Lebensjahren gegen Windpocken impfen zu lassen. Denn die Windpocken sind hochansteckend, so dass die meisten Ungeimpften an den Windpocken erkranken und damit den Erreger für die Gürtelrose in sich tragen.

Ist eine Person gegen Windpocken geimpft, ist die Wahrscheinlichkeit an einer Gürtelrose zu erkranken geringer und der Krankheitsverlauf in der Regel milder. Somit bietet der Windpockenimpfstoff nicht nur Schutz gegen die Windpocken, sondern senkt gleichzeitig das Risiko, dass in späteren Jahren eine Gürtelrose ausbricht.

Impfung gegen Herpes Zoster

Weil ein höheres Alter einer der Hauptrisikofaktoren ist, an einer Gürtelrose zu erkranken und obendrein die Langzeitfolgen bei Älteren und Immungeschwächten schwerwiegender sind, empfiehlt die Ständige Impfkommission STIKO bei Personen ab 60 Jahren sich gegen Gürtelrose impfen zu lassen. Leidet jemand an einer Grunderkrankung, zum Beispiel Krebs, einem Nierenleiden, rheumatoider Arthritis, chronischer Darmerkrankung, COPD, Asthma oder Diabetes, sollte er sich bereits ab einem Alter von 50 Jahren impfen lassen. Ebenfalls sinnvoll ist eine Impfung auch nach einer bereits überstandenen Gürtelrose, da diese anders als die Windpocken wiederholt auftreten kann.

Man unterscheidet zwischen zwei verschiedenen Arten von Impfstoffen:

  • Herpes-zoster-Lebendimpfstoff
  • Herpes-zoster-Totimpfstoff

 

Den Herpes-zoster-Lebendimpfstoff, welcher seit 2013 zugelassen ist, empfiehlt die STIKO nur eingeschränkt. Zum einen deshalb, da die Wirkdauer begrenzt ist und zum anderen, weil dieser für immungeschwächte Personen ungeeignet ist und das Risiko besteht, dass die Erkrankung ausbricht.

Der Herpes-zoster-Totimpfstoff hingegen ist die Standardimpfung, die seit 2018 verabreicht wird. Zu dieser Impfung gehören zwei Impfdosen, die in einem zeitlichen Abstand verabreicht werden. Der vollständige Impfschutz ist erst nach beiden Dosen gewährleistet. Die Kosten für die Herpes-zoster-Impfung übernehmen die Krankenkassen.

 


Quellenangaben & Einzelnachweise
Bildquelle: adobestock.com - photohasan

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