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Krampfadern behandeln – Wie sie entstehen und warum eine Behandlung notwendig ist

Ursachen von Krampfadern

Sie ringeln sich unschön und blau schimmernd an Waden, Unter- und Oberschenkeln. Im Sommer und beim Baden sind sie besonders auffällig: Krampfadern, medizinisch auch Varizen genannt, sind nicht nur ein kosmetischer Makel, sie schaden auch Ihrer Gesundheit.

Krampfadern sind Erweiterungen unserer oberflächlichen Venen, und treten am häufigsten an den Beinen auf. Frauen sind dabei sehr viel häufiger von Krampfadern betroffen als Männer. Die Varizen entstehen, wenn unser Blut nicht mehr richtig aus den Venen abfließen kann. Das Blut muss nach dem Transport von Sauerstoff und Nährstoffen wieder zurück zum Herzen fließen. Aus den unteren Körperteilen geht das nicht von allein, es muss gegen die Schwerkraft nach oben zum Herzen hin gepumpt werden. Dabei helfen Muskeln, welche die Adern umschließen, und deren elastische Gefäßwände.

Eine weitere Ursache für die Entstehung von Krampfadern kann eine angeborene Bindegewebs- bzw. Venenschwäche sein. Dies hat zur Folge, dass das umliegende Gewebe nicht genügend Druck auf die Venen ausüben kann und die Venenklappen damit nicht mehr richtig schließen können. Die Venenklappen verhindern jedoch, dass nach oben gepumptes Blut nicht wieder zurückfließen kann, ohne neue Nährstoffe und Sauerstoff aufgenommen zu haben. Wenn die Venenklappen beschädigt sind oder die Elastizität der Venenwände nachlässt, dann staut sich venöses Blut und die Gefäßwände der Venen können dem Druck nicht mehr standhalten. Sie dehnen sich und sacken aus. Die Folge: Sie bekommen Krampfadern.

Die sind nicht nur ein kosmetisches, sondern vor allem auch ein gesundheitliches Problem: Sie müssen Ihre Krampfadern behandeln. Es gibt verschiedene Möglichkeiten einer Behandlung: die konservative Behandlung oder – wenn die Varizen schon zu weit fortgeschritten sind – die operative. Allerdings sollte die Operation wirklich der letzte Ausweg sein.

Die Anzeichen von Krampfadern

Krampfadern sind inzwischen schon längst zu einer Volkskrankheit geworden. Wenn sich bei Ihnen aus einst gesunden Venen Krampfadern bilden, äußert sich dies oftmals durch Symptome wie schwere, müde oder sogar schmerzende Beine. Auch langes Stehen oder Sitzen bereitet Ihnen Mühe. Missempfindungen an den Beinen sind ebenfalls ein Anzeichen für Krampfadern. In vielen Fällen klagen Patienten, die an Krampfadern leiden, auch über "unruhige Beine". Wenn ein Bein plötzlich anschwillt und Sie starke Schmerzen verspüren, dann droht eine Thrombose aufgrund vorhandener Krampfadern. Hier ist schnelles Handeln gefragt, denn eine Thrombose ist lebensgefährlich. Ein erstes Kennzeichen für Varizen sind Besenreiser. Ihre Venen werden dabei netzförmig unter der Haut sichtbar. Werden die Krampfadern schlimmer, dann treten bläuliche Venenstränge und -knäuel mit Auswölbungen der Haut auf. Ihre Beschwerden durch Krampfadern verstärken sich im Laufe des Tages und werden gegen Abend immer schlimmer. Bei Frauen verstärken sich die Symptome meist kurz vor der Monatsblutung, aufgrund des sich verändernden Hormonspiegels.

Je länger Sie Krampfadern nicht beachten und keine Behandlung einleiten, desto mehr verstärken sich mit der Zeit Ihre Beschwerden. Es kann zu Schwellungen (Ödeme) kommen, weil sich das Blutvolumen und der Druck in Ihren krankhaft veränderten Venen erhöht und dadurch Flüssigkeit in das umliegende Gewebe gepresst wird. Das kann nur ein Bein betreffen, oft sind es aber beiden Beine. Weil sich das Blut in den verengten Blutgefäßen staut, verringert sich der Sauerstoffaustausch. Der Stoffwechsel in den Beinen lässt nach und es sammeln sich Stoffwechselprodukte an, die nicht mehr abtransportiert werden. Das kann zu weiteren Symptomen für kranke Varizen führen. Entzündungen der Haut und des Untergewebes, Beschwerden wie Rötungen, Schuppen und ein immer stärker werdender Juckreiz sind die Folge. Wenn diese Symptome auftreten, dann müssen Sie den Kontakt zu einem Arzt suchen.

Hält der Blutstau in der betroffenen Vene schon lange an, dann kann Ihre Haut dem Druck nicht mehr standhalten. Aus der defekten Vene treten Blutbestandteile (Eisenpigmente) aus und bilden dunkle Hautflecken. Diese können sich immer wieder entzünden und es bilden sich weiße Narben.

Krampfadern behandeln – Welche Möglichkeiten gibt es?

Wie bereits erwähnt, ist eine operative Behandlung das letzte Mittel gegen Krampfadern. Bevor Sie sich einer Operation unterziehen, sollten Sie sich über die Möglichkeiten einer Behandlung Ihrer Krampfadern mit konservativen Mitteln informieren. Denn bei einer Operation durch den Arzt, kann es zu Komplikationen kommen. Welche Maßnahme am wirkungsvollsten erscheint und notwendig ist, sollte im Gespräch mit dem Arzt geklärt werden. Ich habe Ihnen hier ein paar Tipps für eine Behandlung Ihrer Krampfadern zusammengestellt, mit denen Sie eine Therapie, nach Rücksprache mit Ihrem Arzt, selbst durchführen können.

1. Physikalische Therapie

Wassertreten, Kneipp-Anwendungen und kalte Unterschenkelgüsse können als Begleitanwendungen zur Behandlung von Krampfaderleiden ganz einfach selbst durchgeführt werden. Sie bewirken ein Zusammenziehen der geweiteten Gefäße. Häufiges Gehen oder Walken sowie gezielte Venengymnastik unterstützen die Pumpfunktion der Venen und somit den Rückfluss des Blutes zum Herzen. Leiden Sie bereits unter einer schweren chronisch-venösen Insuffizenz, kann auch, nach ärztlicher Anweisung, mittels Lymphdrainage eine Entstauung des betroffenen Beines versucht werden.

2. Venenmittel

Venenmittel gibt es in verschiedenen Darreichungsformen, als Salben, Cremes, Gele oder in Tablettenform. Über einen kurzen Zeitraum angewendet, können sie leicht abschwellend wirken und so subjektiv helfen, die Beschwerden etwas zu lindern. Allerdings ersetzen sie keine Kompressionstherapie.

Bekannte natürliche Venenmittel sind:

  • Rosskastanienextrakt: Die Früchte der Rosskastanie sind ein bewährtes und hilfreiches Mittel gegen Krampfadern. Sie werden seit Jahrhunderten als Therapie eingesetzt. Der Grund für Ihre Heilkraft: Sie enthalten den sekundären Pflanzenstoff Aescin. Er verengt und schützt Ihre Gefäße und wirkt beim Kontakt mit den Venen entzündungshemmend. Er wird häufig in Tabletten- oder Kapselform angewendet. Auch Salben und Cremes mit Rosskastanienextrakt, die Sie äußerlich an Ihren Beinen anwenden, sind hilfreich.
  • Rotes Weinlaub: Ähnlich dem Rosskastanienextrakt wirkt auch der Extrakt des Roten Weinlaubs, eine leichte Linderung der Beschwerden zu erreichen. Die enthaltenen Flavonoide weisen eine entzündungshemmende Wirkung auf und können die Gefäßwände abdichten und so verhindern, dass Wasser ins Gewebe eindringen kann. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass die Wirkung sich erst nach einigen Wochen komplett entfaltet.
  • Organisches Silicium (Kieselerde): Für unser Bindegewebe ist Silicium ein wichtiges Spurenelement. Sind Sie in einer Mangelsituation, dann wird das Bindegewebe brüchig, reißt, verliert seine Elastizität und Festigkeit. Die Bildung von Krampfadern wird begünstigt. Außerdem fließt dann das Blut schlechter, die Blutzirkulation lässt nach. Um das Bindegewebe zu unterstützen, kann die Einnahme von Kieselerde helfen. Silicium gibt es in Tabletten- und Kapselform, aber auch flüssig.
  • Traubenkernextrakt: Der Extrakt von Traubenkernen, der in einem besonderen Verfahren gewonnen wird, kann ebenfalls hilfreich bei Venenleiden sein. In einem speziellen Verfahren werden aus den Traubenkernen oligomere Proanthocyanidine (OPC) gewonnen. Die antioxidativen und antientzündlichen Eigenschaften des OPC können unterstützend bei einer chronischen Veneninsuffizienz helfen. Eine chronische Veneninsuffizienz ist meist der Vorläufer von Krampfadern. Bei den Proanthocyanidinen handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, die kollagenreiches Bindegewebe reparieren, neu aufbauen oder festigen können. Das Naturmittel OPC finden wir zudem auch in der Kieferrinde. Auch da wird es durch ein spezielles Verfahren gewonnen. Es kann t bei Krampfadern helfen, da es die Durchblutung fördert und das Bindegewebe regeneriert.


Nicht immer ist es möglich, Therapien selbst durchzuführen bzw. zu unterstützen. In diesen Fällen, ist dann die Verschreibung einer Behandlung durch den Arzt nötig oder es kommt zu einem operativen Eingriff. Zu diesen Methoden zählen:

1. Kompressionstherapie

Eine andauernd durchgeführte Kompressionstherapie ist eine sehr wirkungsvolle Maßnahme bei allen Venenleiden und ist vor allem bei schwerer Venenthrombose mit geschwollenen Beinen und bei fortgeschrittener Krankheit ein unverzichtbares Mittel. Für die Kompression kommen verschiedene Kompressionsverbände als auch -strümpfe in Frage. Die Kompressionstherapie hilft dabei, durch die Stauung bedingte Beschwerden bei einer akuten Thrombose zu lindern. Langfristig kann sie zudem die Häufigkeit und Schwere von chronischem Venenversagen reduzieren. Durch die Kompression werden die Muskelpumpen und Venenklappen unterstützt, so dass der Blutfluss zum Herzen wieder verbessert wird. Liegt eine akute Erkrankung vor, werden Kompressionsverbände eingesetzt. Im Fall einer bereits chronisch vorherrschenden Venenerkrankung, verschreibt der Arzt Kompressionsstrümpfe. Kompressionsstrümpfe gibt es inzwischen in vielen verschiedenen Farben und Modellen, sowie Stärken. Je nach Art und Umfang des Venenleidens wird Ihnen der Arzt die entsprechenden Kompressionsstrümpfe verschreiben. Durch den Druck auf die Venen, können die Venenklappen wieder den Rücktransport des Blutes zum Herzen aufnehmen, was zur Folge hat, dass die Beschwerden gelindert werden und der Transport von Sauerstoff und Nährstoffen im Blut gesichert ist. Die Behandlung mit Kompressionsverbänden und -strümpfen sollte ebenfalls nur in Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

2. Invasive Therapieverfahren

Bei leichteren Venenschäden kommen Therapieverfahren zum Einsatz, bei denen mittels kleinerer Eingriffe versucht wird, die erkrankten Venen zu behandeln. Hierunter fallen zum Beispiel die Verödung mittels Injektion eines Verödungsmittels und thermische Verfahren wie Laser- und Radiowellentherapie.

3. Stripping - die operative Methode bei Krampfadern

Wenn Ihnen konservative Mittel gegen Ihre Krampfadern nicht geholfen haben, dann bleibt nur noch die Operation. Fassen Sie sich ein Herz und gehen Sie zu einem Venenspezialisten. Dieser wendet dann meist das sogenannte "Stripping" an. Ziel ist es, die Krampfadern zu entfernen und die Funktion der noch vorhandenen Venen zu erhalten oder wieder zu stärken. Die Operation erfolgt minimal invasiv und ist eigentlich ganz einfach: Dabei wird die erkrankte Stammvene in der Leiste oder in der Kniekehle abgetrennt und dann mit einer Drahtschlinge aus dem Bein herausgezogen. In den meisten Fällen wird die Stripping-OP ambulant durchgeführt. Ist aber der Befund schwerwiegend, dann müssen Sie ins Krankenhaus und Sie werden unter Vollnarkose operiert. Immer öfter entscheiden sich die Ärzte aber zu einer Lokalanästhesie. Wie bei allen operativen Eingriffen bestehen auch hierbei Risiken. Um in den nachfolgenden Wochen der Entstehung von Thrombosen vorzubeugen, kann das Tragen von Kompressionsstrümpfen helfen. Häufig erfolgt auch die zusätzliche Gabe von gerinnungshemmenden Mitteln wie z. B. Heparin. Leider sind Sie dadurch nicht vor der Entstehung neuer Krampfadern geschützt. Wichtig ist daher die kontinuierliche Nachsorge und eine ausführliche Beratung durch einen Venenspezialisten.

Krampfadern: So wichtig ist die richtige Ernährung

Ein Venenleiden kann durch die Ernährung weder ganz verhindert noch geheilt werden. Aber die richtige und gesunde Ernährung kann die Krankheit positiv beeinflussen. Nehmen Sie zu wenig Ballaststoffe zu sich, leiden Sie schnell an einer Verstopfung und müssen beim Stuhlgang stark pressen. Das wiederum führt zu einem erhöhten Druck im Venensystem. Dadurch werden Venenerkrankungen und Varizen gefördert. Sie sollten daher mehr Ballaststoffe in Ihre Nahrung einbauen – und viel trinken, damit die Ballaststoffe aufquellen können. Reichlich Obst und Gemüse (möglichst fünf kleine Portionen am Tag) bringen Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, welche das Bindegewebe aufbauen. Vitamin C und Bioflavonoide stärken Ihre Venenwände und die Venenklappen. Reich an diesen Stoffen sind Zitrusfrüchte, Brokkoli, Paprika, Beeren und Lauchgewächse.

Wichtig: Essen Sie nicht zu viel, denn Übergewicht spielt bei Krampfadern eine große Rolle. Zucker, Salz und Alkohol sollten Sie tunlichst vermeiden.

Viel trinken und in Bewegung bleiben

Um der Bildung von Krampfadern vorzubeugen, ist Trinken sehr wichtig. Es verbessert die Fließfähigkeit von Blut, es verdünnt das Blut und entlastet so die Venen. Das wirkt sowohl der Gefahr einer Krampfaderbildung entgegen, als auch den daraus resultierenden Thrombosen. Die treten vor allem auf, wenn Sie längere Zeit bewegungslos sitzen (Flugzeug, Auto). Sie sollten daher unbedingt darauf achten, dass Sie am Tag zwischen zweieinhalb und drei Liter Wasser oder Kräutertee trinken. Obstsäfte sollten Sie verdünnen, da sie meist einen hohen Fruchtzuckeranteil haben.

Durch Bewegung wird die Venenpumpe aktiviert, das Blut wird ordnungsgemäß nach oben zum Herz gepumpt. Hilfreich ist eigentlich jede Bewegung, wenn sie die Muskeln der Beine betrifft. Besonders gut aber ist Schwimmen. Der Wasserdruck wirkt wie ein natürlicher Kompressionsstrumpf, unterstützt die Venenpumpe und stärkt die Venen. Die Entstehung von Krampfadern können Sie nicht grundsätzlich verhindern. Krampfadern behandeln und die noch aktiven Venen zu stärken, ist jedoch mit verschiedenen Therapiemethoden möglich. Eine gesunde Ernährung sowie ausreichend Bewegung helfen Ihnen zusätzlich dabei.

 


Bildquelle: ©gballgiggs - stock.adobe.com

Tags: Venen
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