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Burnout Symptome: Mehr als nur Erschöpfung (1/2)

In unserem großen Online-Ratgeber rund um das Thema Burnout beleuchten wir die Krankheit und ihre Folgen ausführlich. Lesen Sie hier alles über das Burnout-Syndrom vom Verdachtsmoment über die Diagnose bis hin zu Therapieangeboten. Den Anfang macht Teil 1, wo sich alles rund die Krankheitssymptome dreht. Fragen Sie sich gerade: Könnte es sein, dass ich unter Burnout leide? Dieser fundierte und pharmazeutisch geprüfte Beitrag gibt Ihnen die nötige Hilfestellung, dieser Frage auf den Grund zu gehen.

Burnout Syndrom – was bedeutet das "Ausgebranntsein"?

Immer mehr Menschen erhalten die niederschmetternde Diagnose "Burnout", auf die nicht selten eine mehrwöchige Krankschreibung folgt. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem sogenannten Burnout Syndrom, wie entwickelt es sich und welche Symptome haben Betroffene? Und vor allem: Was können die Betroffenen tun, um sowohl körperliche als auch psychische Beschwerden zu lindern? In diesem Ratgeber finden Sie viele wissenswerte Informationen rund um das Burnout Syndrom und erhalten zahlreiche praktische Tipps, wie Sie als Betroffener selbst am besten mit dem Thema umgehen oder beispielsweise Ihren erkrankten Partner bestmöglich unterstützen können.

Burnout – was ist das eigentlich?

Der Begriff "Burnout" bezeichnet eine starke emotionale, körperliche und psychische Erschöpfung, die sich meist recht schleichend entwickelt und oftmals über lange Zeit anhält. Übersetzt bedeutet das Wort "Burnout" so viel wie "Ausgebranntsein" – und genau so fühlen sich die meisten Betroffenen ihrer eigenen Aussage zufolge auch. Müdigkeit, körperliche und geistige Erschöpfung, Gefühlszustände wie bei einer Depression, Schlafstörungen und viele weitere Beschwerden prägen fortan ihr Leben.

Aber woher kommen diese Symptome? Selbstständige und Mitarbeiter, die permanentem Stress ausgesetzt sind oder sich überfordert werden, sehen ihre Arbeit – und teils auch ihr Privatleben – als unerträgliche Belastung oder als sinnlos an. Sie können sich nur schwer auf die alltäglichen Aufgaben konzentrieren und haben das Gefühl, weder ihre eigenen Erwartungen noch die Anforderungen anderer Menschen (zum Beispiel durch den Arbeitgeber, Kunden oder Partner) erfüllen zu können.

Lange Zeit wurde Burnout nicht als Krankheit anerkannt. Auch in der heutigen, von Leistungsdruck und überzogenen Erwartungen geprägten Arbeitswelt gibt es noch einige wenige Unternehmen bzw. Arbeitgeber, die das Syndrom belächeln. Solche Menschen behaupten, dass manche Arbeitnehmer schlichtweg nicht in der Lage seien, ein normales Pensum an Arbeit zu bewältigen. Dies ist jedoch mitnichten der Fall!

Dass eindeutiger Handlungsbedarf besteht, beweist nicht zuletzt die Tatsache, dass in den letzten Jahren immer mehr Arbeitnehmer wegen Stress oder psychosomatischer Beschwerden krankgeschrieben wurden und sich somit zunehmend mehr Unternehmen mit dem "Problem" Burnout konfrontiert sehen.

Die meisten Betroffenen erhalten nach der Diagnose eine mehrwöchige Krankschreibung und fallen somit über einen langen Zeitraum aus – ein enormer Nachteil für Arbeitgeber UND Arbeitnehmer! Um der Entstehung von Burnout vorzubeugen und die Arbeit für beide Seiten so angenehm wie möglich zu machen, führen einige Unternehmen inzwischen bereits spezielle Anti-Burnout-Initiativen durch. Mehr zum Thema Burnout Prävention lesen Sie weiter unten in diesem Beitrag.

Wie lange dauert ein Burnout?

Die Frage, wie lange ein Burnout dauert, kann nicht pauschal beantwortet werden – zu individuell ist jeder Mensch, zu vielfältig die Erkrankung und zu andersartig die jeweilige Situation. Zudem hängt die Krankheitsdauer davon ab, welche Therapie und Behandlung eingeleitet wird und wie gut der Betroffene darauf anspricht. Hinzu kommen Faktoren wie die beruflichen Voraussetzungen, Ansprüche an die eigene Karriere und vor allem auch die Dauer, wie lange der Burnout möglicherweise zuvor unerkannt geblieben ist.

So kann zum Beispiel ein Burnout, der in einem frühen Stadium diagnostiziert wurde und mit einer erfolgsversprechenden Behandlung einhergeht, bereits nach wenigen Wochen bzw. Monaten folgenlos überstanden sein. Andersherum kann es unter Umständen auch mehrere Jahre dauern, bis sich der Betroffene von einem anstrengenden Burnout erholt hat, weil sein Körper schlichtweg mehr Zeit zur Entspannung und Regeneration braucht. In diesem Fall wird er für einen längeren Zeitraum krankgeschrieben, damit er die Ursachen für seine chronische Erschöpfung beseitigen und sich auf ein Leben ohne ungesunden Stress vorbereiten kann.

Keine Sorge: Bei einer frühzeitigen Behandlung bzw. Therapie sind die Heilungschancen eines Burnout Syndroms sehr gut. Lediglich unbehandelt besteht ein hohes Risiko für eine langfristige Arbeitsunfähigkeit.

Burnout Symptome und erste Anzeichen für chronische Erschöpfung

Burnout Symptome sind so vielfältig wie die Menschen selbst, sodass sich bei jedem Betroffenen mitunter andere Beschwerden bemerkbar machen. Dennoch gibt es einige typische Symptome und erste Warnzeichen, an denen Sie einen Burnout erkennen können.

Daher gilt: Achten Sie auf sich und Ihren Körper, spüren Sie immer wieder in sich hinein und gehen Sie den Ursachen von unerklärlicher Wut, Aggression oder innerer Unruhe auf den Grund – sich selbst, Ihrer Familie, Ihrer Karriere und Ihrem Arbeitgeber zuliebe.

Erste Anzeichen für Burnout im Überblick:

  • starker Perfektionismus
  • Gefühl der Unentbehrlichkeit
  • Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse
  • Reduzierung von sozialen Kontakten und Hobbies auf ein Mindestmaß
  • kein echtes Erfolgserlebnis, gleichzeitig aber auch Verdrängung von Misserfolg
  • Unzufriedenheit mit den eigenen Leistungen
  • ungünstiges Zeitmanagement und das Gefühl, nie genügend Zeit zu haben

 

Nach einiger Weile gehen diese ersten Anzeichen in ausgeprägte Symptome über, bei denen vor allem Müdigkeit, Erschöpfung und Gleichgültigkeit dominieren.

Typische Burnout Symptome auf einen Blick:

  • chronische körperliche und emotionale bzw. psychische Erschöpfung
  • trotz Erholungsphasen anhaltende Müdigkeit
  • Schlafstörungen, innere Unruhe und Unfähigkeit, sich zu entspannen
  • Stimmungsschwankungen, erhöhte Reizbarkeit
  • Ermattung, Abgeschlagenheit bis hin zu Kraftlosigkeit
  • Gefühl permanenter Überforderung bei der Arbeit und im privaten Bereich
  • Antriebslosigkeit, Desinteresse an der Arbeit, keine Lust auf soziale Aktivitäten und auf Dinge, die für gewöhnlich viel Freude bereiten
  • Leistungsabfall, ungewohnt wenig Energie
  • Depersonalisierung (gewissermaßen Distanz-Schaffung zur Stress auslösenden Situation) als Folge der Überbelastung bei hohem Pflichtgefühl
  • Neigung zu Zynismus und Gleichgültigkeit
  • unrealistische Einschätzung der eigenen Leistung und/oder Wunsch nach mehr Anerkennung und Wertschätzung, Abwertung von Erfolgen und Gefühl, nicht genug zu sein
  • weitestgehend mechanische Arbeitsweise, "Dienst nach Vorschrift" und "innere Kündigung"
  • Frustration, insbesondere bei der Arbeit
  • unbegründete Angst- und Panikattacken
  • psychosomatische Symptome wie Nacken-, Rücken- oder Kopfschmerzen, Schwindel und Verdauungsbeschwerden
  • erhöhter Blutdruck, Herzrasen, Druck- oder Engegefühl im Brustbereich
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • gesteigerter Appetit oder Appetitverlust mit starker Gewichtsabnahme oder -zunahme
  • sexuelle Unlust
  • Neigung zu aggressivem Verhalten ohne ersichtlichen Grund
  • Opferhaltung, Schuldzuweisung
  • Pessimismus, "Schwarz-Weiß-Denken"
  • depressive Verstimmungen, Gefühl von innerer Leere und Hilflosigkeit
  • Unfähigkeit, Entscheidungen zu fällen
  • Tendenz zu verstärktem Suchtverhalten (Rauchen, Alkohol, Koffein etc.)

 

Betroffene, die unter derartigen Symptomen leiden, übertragen ihre innere Unruhe häufig auf ihren Partner oder ihre Familie. Sie stellen hohe Erwartungen an andere, ohne sich selbst gerecht werden zu können. Gleichzeitig haben sie kaum noch Energie, um Zeit mit dem Partner, der Familie und engen Freunden zu verbringen.

Phasenmodelle: Unterteilung in bestimmte Burnout Phasen

Zur Diagnose von Burnout werden häufig spezielle Phasenmodelle herangezogen, welche die Symptome zu verschiedenen Phasen zuordnen und die Diagnosestellung vereinfachen. Das Phasenmodell nach Prof. Matthias Burisch beschreibt sieben klassische Phasen, die wir Ihnen im Folgenden kurz vorstellen möchten, um Ihnen ein besseres Verständnis der Burnout Entwicklung zu ermöglichen.

  • Phase 1: Viel Energie, hoher Ehrgeiz
  • Phase 2: Weniger Engagement, verstärkter Rückzug
  • Phase 3: Aggression, Schuldzuweisung und Depression
  • Phase 4: Nachlassende Leistungsfähigkeit
  • Phase 5: Verflachung, Desinteresse und Gleichgültigkeit
  • Phase 6: Psychosomatische, körperliche Erkrankungen
  • Phase 7: Verzweiflung und Burnout

Verdacht auf Burnout? Bitte zum Arzt!

Wenn Sie einige der oben genannten körperlichen und psychischen Anzeichen bei sich beobachten, ist es empfehlenswert, einen Arzttermin zu vereinbaren. Gemeinsam können Sie Ihre aktuelle Situation bewerten und nötigenfalls Untersuchungen einleiten, die eine Diagnose sichern oder widerlegen. Mehr zum Diagnoseverfahren lesen Sie weiter unten in diesem Artikel.

Wichtig: Viele der genannten Burnout Symptome sind unspezifisch und lassen ohne eine eingehende Beratung bzw. Untersuchung beim Arzt keine gesicherte Diagnose zu. Es ist daher wichtig, andere Krankheiten auszuschließen und ein ausführliches Anamnesegespräch mit einem erfahrenen Experten zu führen. Erst wenn abgeklärt wurde, dass keine andere Krankheit für die Beschwerden verantwortlich ist, kann die Diagnose Burnout gestellt werden.

Wie wird Burnout diagnostiziert?

Wie oben bereits geschildert, kann ein Burnout nicht ohne Beratung bzw. Untersuchung durch einen Arzt erkannt werden. Sobald Sie den Verdacht haben, einen Burnout zu haben oder auf dem besten Wege dahin zu sein, an einem chronischen Erschöpfungssyndrom zu erkranken, sollten Sie daher schnellstmöglich einen Termin beim Arzt vereinbaren, um die Ausprägung weiterer Beschwerden zu stoppen und sich so schnell wie möglich Hilfe zu holen.

Während des Termins führt Ihr Arzt zuerst ein Anamnesegespräch mit Ihnen durch und fragt Sie nach Ihren aktuellen Beschwerden sowie nach Ihrem derzeitigen Arbeitspensum, nach etwaigem permanentem Stress, nach ungewöhnlichen Belastungen im Privatbereich und Vielem mehr. Häufig werden in diesem Zusammenhang auch spezielle Burnout Tests oder Phasenmodelle (siehe oben) verwendet, mit denen sich individuelle Symptome besser einordnen lassen.

Tipp und Hinweis: Wenn Sie vor einem Arztbesuch testen möchten, ob Sie möglicherweise einen Burnout haben, können Sie auch einen ersten Selbsttest durchführen (zum Beispiel unter https://www.rehazentrum-bb.de/tests/burnout-test.html). Bitte bedenken Sie jedoch dabei, dass diese Auswertung keinen ärztlichen Rat ersetzt und keine gesicherte Diagnose darstellen kann.

Je nach persönlicher Situation und Krankheitsbild führt Ihr Arzt anschließend in der Regel einige Untersuchungen durch, um andere Krankheiten wie beispielsweise Fatigue oder Depressionen auszuschließen, die Ihren Beschwerden zugrunde liegen könnten.

Wer hat ein erhöhtes Risiko, an Burnout zu erkranken?

Es gibt offenbar einige Personengruppen, die ein erhöhtes Risiko haben, einen Burnout zu bekommen. Dazu zählen beispielsweise folgende Menschen bzw. Personenkreise:

  • Geschäftsführer, Manager und andere Arbeitnehmer, die hohem Stress ausgesetzt sind
  • Selbstständige mit hohem Arbeitspensum und Unsicherheiten
  • Pflegepersonal wie Krankenschwestern und Altenpfleger
  • Seelsorger
  • Rettungskräfte
  • Lehrer
  • Hochleistungssportler
  • Menschen, die lange Zeit Angehörige pflegen

 

Die Gründe dafür, warum Arbeitnehmer aus diesen Bereichen und Selbstständige verstärkt an Burnout erkranken, liegen auf der Hand:

Die meisten Menschen, die im Pflege- und Rettungsdienst tätig sind oder privat einen Angehörigen pflegen, opfern sich während bzw. nach ihrer Arbeit nahezu auf, begeben sich selbst immer wieder in eine gefährliche berufliche Situation, werden mit teils dramatischen Szenen konfrontiert, kümmern sich um erkrankte Patienten oder um Betroffene, die sich in einer schweren Lebensphase befinden oder ein Trauma erlitten haben.

Geschäftsführer, Selbstständige und Manager hingegen stehen unter permanentem Leistungsdruck und müssen jeden Tag aufs Neue mitunter überhöhten Erwartungen von außen gerecht werden.

Lehrer wiederum haben sowohl einen Erziehungs- als auch einen Lehrauftrag, müssen nach der regulären Schulzeit noch diverse Unterrichtseinheiten vorbereiten und stehen nicht selten im Konflikt zwischen den allgemeinen Anforderungen der Bildungseinrichtungen, den Erwartungen von Eltern und den persönlichen Herausforderungen seitens der Schüler.

Leistungssportler, die jeden Tag ein intensives Training absolvieren und mentale Stärke unter Beweis stellen müssen, setzen sich meist schon seit ihrer Kindheit oder Jugend bis hin zum Erwachsenenleben über mehrere Jahre einem hohen Druck aus. Hinzu kommt die enorme körperliche und psychische Belastung, die häufig in einem Burnout mit Depression endet.

Wenn Sie mehr über Burnout und Therapieansätze erfahren möchten, lesen Sie unseren Folgebeitrag zum Thema: „Burnout Diagnose und Behandlung“.

 


Bildquelle: ©Kaspars Grinvalds - stock.adobe.com

 

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