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Schuppenflechte: Ist sie wirklich ansteckend?

Unsicherheit und Rückzug als Begleitfaktoren der Schuppenflechte

Schuppenflechte, medizinisch als Psoriasis bekannt, ist eine schlimme Erkrankung. Diese Hautkrankheit ist nicht heilbar und die Betroffenen leiden sehr oft an sozialer Ausgrenzung und Isolation. Bei der Psoriasis handelt es sich um eine chronische Krankheit der Haut und der Gelenke, von der in Deutschland etwa zwei Millionen Menschen mehr oder weniger schwer betroffen und in Behandlung sind.

Viele, die mit an Schuppenflechte erkrankten Patienten zu tun haben, vermeiden aus Angst vor Ansteckung möglichst jeden Hautkontakt. Doch das ist nicht notwendig. Die Schuppenflechte fällt zwar oftmals auf, aber sie ist keine ansteckende Krankheit. Psoriasis ist genetisch bedingt. Das Risiko, an Schuppenflechte zu erkranken, ist besonders hoch, wenn die Krankheit bereits in der Familie aufgetreten ist. Schuppenflechte zählt zu den sogenannten Autoimmunerkrankungen. Frauen und Männer erkranken zu gleichen Teilen. Besonders anfällig ist die Altersgruppe zwischen 15 und 40 Jahren.

Die Frage, ob die Schuppenflechte ansteckend ist, kann also mit einem klaren „Nein“ beantwortet werden. Doch auch Fragen wie die nach einer Therapie, den Heilungschancen oder der richtigen Ernährung bei einer Schuppenflechte werden von Erkrankten oder deren Angehörigen häufig gestellt. Ich will mit diesem Beitrag versuchen, auf diese Fragen zu antworten.

Wie kommt es zu einer Schuppenflechte?

Die Schuppenflechte ist eine Autoimmunerkrankung. Sie ist chronisch-entzündlich und wird durch Entzündungen vorwiegend auf der Haut oder in den Gelenken manifestiert. Bei einer Autoimmunerkrankung greift Ihr eigenes Immunsystem fälschlicherweise körpereigene Zellen an, weil es einen Feind erkennt. Das führt zu einer Autoimmunreaktion, die eine Wucherung der Hautzellen auslöst. Diese haben bei einem gesunden Menschen eine Lebensdauer von etwa 28 Tagen. Wenn es aber zur Psoriasis kommt, dann sterben die Zellen schon nach sieben bis acht Tagen. Sie werden vom Körper abgestoßen, es kommt zum charakteristischen Schuppenbefall.

Mit den Schuppen und der sichtbaren Veränderung der Haut beginnt für viele der Erkrankten auch der soziale Rückzug: Sie wenden sich von Arbeitskollegen, dem Partner, Freunden, der Familie und Schulkameraden ab – aus Angst vor Ausgrenzung oder Ansteckung. Doch das ist absolut unnötig, denn die Psoriasis ist keine ansteckende Krankheit. Sie ist kein bakterieller Infekt, es besteht also nie die Gefahr einer Übertragung durch einen Kontakt.

Nun ist es so, dass nicht nur die genetische Vorbelastung zur Schuppenflechte führt. Nicht bei allen Menschen mit einer Veranlagung bricht die Krankheit auch aus. Für den Ausbruch einer Psoriasis kommen immer äußere und innere Auslöser infrage. Meistens braucht es mehrere dieser Risikofaktoren, um einen aktuellen Schub der Schuppenflechte auszulösen und von den unschönen Schuppen geplagt zu werden.

Die häufigsten Auslöser für Psoriasis

  • Infektionen: Sie gelten als häufigster Auslöser für Schuppenflechte. Hierzu zählen Infektionskrankheiten wie Scharlach, Angina, Mandelentzündung oder eine schwere Erkältung. Besonders Infektionen durch Viren, Pilze und Bakterien sind häufige Auslöser bei Schuppenflechte, wie zum Beispiel Herpes, Masern, Windpocken, Röteln oder eine Grippe. Aber auch chronische Infektionen der Nasennebenhöhlen, des Darms, im Mittelohr, der Harnwege oder der Zahnwurzeln können das Auftreten einer Schuppenflechte begünstigen. Hier sollte mit dem Arzt über die Form der Behandlung gesprochen werden.
  • Krankheiten: Erkrankungen wie Diabetes, Gefäßverkalkungen, Ekzeme und auch Aids können eine Schuppenflechte begünstigen.
  • Übergewicht: vor allem übermäßiges Bauchfett. Im Bauchfett bilden sich Enzyme, die das Entzündungsgeschehen bei einer Schuppenflechte fördern.
  • Starke Hormonschwankungen: Frauen sind stärker betroffen als Männer. Hormonschwankungen können Auslöser einer Schuppenflechte in der Pubertät, in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren sein. Auch eine Schilddrüsenerkrankung kann als Auslöser infrage kommen.
  • Stress und psychische Erkrankungen: Starke seelische Erschütterungen, wie zum Beispiel der Tod eines Angehörigen, Angst um den Arbeitsplatz, generelle Existenzängste oder sehr große Prüfungsangst können ebenfalls einen Schub der Psoriasis auslösen oder verschlimmern. Sie sind ein hohes Risiko für die Betroffenen.
  • Weitere Risikofaktoren: Rauchen, bestimmte Lebens- und Genussmittel sowie kalte und trockene Luft begünstigen den Ausbruch und die Verschlimmerung einer Psoriasis.

 

Verletzungen und Medikamente, die Psoriasis auslösen können

Selbst einfache Verletzungen können zu einem Schub der Psoriasis führen. Dazu gehört z. B. eine mechanische Reizung der Haut, welche an der gereizten Hautstelle die unangenehmen Schuppen hervorruft. Zu diesen Verletzungen gehören:

  • Schnittverletzungen durch ein Messer oder aber auch durch eine Operation. Menschen, die an Schuppenflechte leiden, sollten also bei der Küchenarbeit große Vorsicht beim Umgang mit Messern walten lassen. Auch Schürfwunden beim Sport oder einem Sturz können den Schub auslösen. Es ist also Vorsicht beim Umgang mit scharfen Gegenständen geboten. Bei jeder Verletzung ist eine schnelle Behandlung nötig.
  • Auch ständiger Druck durch einen Knopf, einen Reißverschluss, einen engen Gürtel oder zu enge Schuhe sind gefährlich und können die Erkrankung fördern.
  • Zu den Medikamenten, die eine Schuppenflechte auslösen können, gehören: Blutdrucksenkende Mittel wie ACE-Hemmer, Antidepressiva, cholesterinsenkende Wirkstoffe (Statine), Medikamente, die gegen Rheuma und Malaria wirksam sind, und bestimmte Antibiotika (Makrolide).

 

Ernährung und Schuppenflechte – was sollten Sie meiden?

Die Ernährung spielt bei einer vorhandenen Schuppenflechte – wie bei den meisten Erkrankungen – eine große Rolle. Wenn Sie bei sich die Symptome für eine Schuppenflechte feststellen und eine Erkrankung droht, dann sollten Sie bei Ihrer Ernährung auf einige Lebensmittel verzichten. Ich nenne Ihnen hier Lebensmittel, die Sie im Rahmen einer Therapie meiden sollten.

Brot ist eines unserer wichtigsten Lebensmittel. Wenn Sie zu den Menschen gehören, die an Psoriasis leiden, dann sollten Sie jedoch auf bestimmte Mehlprodukte verzichten, zumindest jedoch den Verbrauch einschränken. Dies betrifft:

  • Weiß- und Toastbrot, Laugengebäck, Croissant sowie Weizen- und Milchbrötchen
  • Auch Chips, Kräcker, gesüßte Backwaren und Milchprodukte sollten Sie eher meiden.

 

Ebenfalls mit Vorsicht zu genießen sind Kartoffelprodukte wie Pommes, Kroketten, Kartoffelbrei und -puffer. Viele Milchprodukte enthalten Farb- und Süßstoffe. Also Vorsicht bei: Sahne, Schmand und Crème fraîche, Pudding, Milchreis, Fruchtjoghurt, Fruchtquark, Kakaozubereitungen und Fruchtbuttermilch.

Obst ist an sich gesund. Wenn Sie aber die Symptome von Psoriasis an sich bemerken, dann sollten Sie auf gezuckerte Obstkonserven, Physalis, kandiertes Trockenobst und Obstmus verzichten.

Auch Erdnüsse und alle gesalzenen Nüsse sind für Sie leider tabu.

Wenn es um Fleisch und Wurst geht, dann sollten Sie auf alles Gepökelte oder Geräucherte verzichten. Und auf alle Fleisch- oder Wurstwaren, die aus Schweinefleisch hergestellt sind. Denn das enthält Arachidonsäure, welche bei Psoriasis die unerwünschten Symptome hervorrufen kann. Beim Fisch lassen Sie bitte die Finger von in Mayonnaise oder Sahne eingelegten Fisch.

Die richtige Ernährung gegen Psoriasis

Nachdem Sie nun wissen, was Sie nicht essen sollten, erfahren Sie nun, welche Lebensmittel besser geeignet sind, wenn Sie eine Psoriasis haben oder wenn sich die Symptome bemerkbar machen. Wobei auch hier gilt: Weniger ist immer besser. Die richtige Ernährung kann Ihnen unter Umständen eine Behandlung gegen die Krankheit Schuppenflechte ersparen. Erlaubt sind:

  • alle Vollkornprodukte und Pellkartoffeln (diese am besten mit Schale essen); Vollkornnudeln und -reis sind ebenfalls ok.
  • Obst können Sie essen, so viel Sie wollen, obwohl auch hier eine große Hand voll, auf zwei Portionen verteilt, pro Tag, ausreicht. Erlaubt sind: frische Erdbeeren, Marillen, Aprikosen, Äpfel, alle Beeren, Grapefruit, Sauerkirschen, Orangen, Papaya, Pfirsiche, Wassermelonen, Kiwi und Zwetschgen.
  • Gemüse ist ein erklärter Feind der Psoriasis. Essen Sie, so viel Sie mögen, vor allem Salate mit Bitterstoffen, rote Bete, Kohlrabi, Bohnen, Artischocken, unsere gesunden heimischen Kohlarten, Bohnen, Linsen, Erbsen, Karotten, Gurken, Tomaten, Fenchel, Sauerkraut, Spargel, Spinat, Zucchini und alle Pilzarten.
  • Decken Sie Ihren Fettbedarf so oft wie möglich mit Pflanzenöl. Hierzu zählen: Oliven-, Walnuss-, Raps-, Lein- und Weizenkeimöl. Hiervon dürfen es ruhig zwei EL am Tag sein.
  • Bei Getränken ist Wasser, Tee (vor allem grüner Tee), Kaffee ohne Milch und ungezuckerter frischer Obstsaft erlaubt. Wenn Sie auf Milch im Kaffee oder Tee nicht verzichten können, dann greifen Sie zu Reis-, Hafer- oder Mandelmilch.
  • Essen Sie zwei- bis dreimal in der Woche Fisch und/oder Meeresfrüchte. Dazu gehören: Heilbutt, Hering, Makrele, Forelle, Aal, Kabeljau, Karpfen, Lachs, Schule, Seezunge, Thunfisch, Garnelen, Hummer und Krabben.
  • Essen Sie nur Fleisch- und Wurstwaren aus Pute, Huhn, Rind- oder Kalbfleisch oder Wild. Höchstens dreimal in der Woche.
  • Zwei Eier in der Woche sind ok.
  • Wenn Sie bei den Milchprodukten immer die Magerstufe wählen, dann ernähren Sie sich richtig.
    Übrigens: 300 ml Milch mit 1,5 % Fettgehalt sind in Ordnung.

 

Natürliche Hausmittel bei Schuppenflechte

Eine Heilung der Schuppenflechte ist bislang nicht möglich. Therapien zielen daher vor allem darauf ab, die Symptome zu lindern und möglichst neue Schübe zu vermeiden. Neben Medikamenten, die vom Arzt verschrieben werden, gibt es auch Hausmittel aus der Natur- und Erfahrungsmedizin, die sich bei Schuppenflechte bewährt haben. Die Therapie ist immer auf den Krankheitszustand des jeweiligen Patienten abgestimmt. Sie können die Linderung der Beschwerden aber unterstützen, wenn Sie folgende Maßnahmen anwenden:

  • Für Ihre Behandlung ist es gut, wenn Sie die Haut mit Ölen, Salben und Cremes pflegen, die einen Anteil an Urea pura (Harnstoff) enthalten.
  • Zum Ablösen der Schuppen eignen sich Bäder und Salbenverbände mit einer Salicylsäure in niedriger Konzentration (Vorsicht bei Babys und Kindern!), Milchsäure und Harnstoff.
  • Verwenden Sie auch pflegende Inhaltsstoffe wie Mandel-, Nachtkerzen- oder Traubenkernöl.
  • Reichern Sie Ihre Wannenbäder mit Salz aus dem Toten Meer an.
  • Eine Behandlung der befallenen Hautstellen mit parfümfreier Aloe Vera ist hilfreich.
  • Verzichten Sie auf scharf gewürzte Speisen. Seien Sie sparsam mit Chili, Salz und Knoblauch.
  • Verzichten Sie auf glutenhaltige Lebensmittel.
  • Tragen Sie Kleidung mit synthetischen Fasern nicht direkt auf der Haut.
  • Behandeln Sie die betroffenen Stellen mit Heilerde-Kompressen.
  • Sorgen Sie, so oft es geht, für Entspannung.

 

Fassen wir also zusammen: Psoriasis ist nicht ansteckend, Sie brauchen also den Kontakt mit einem Erkrankten nicht zu fürchten oder zu meiden. Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist zwar nicht heilbar, die Beschwerden können aber durch die richtige Behandlung gelindert werden. Und mit der richtigen Ernährung können Sie die Behandlung ebenfalls unterstützen.

 


Bildquelle: © Ольга Тернавская - stock.adobe.com

 

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