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Sodbrennen: Die Ursachen und wie Sie sie vermeiden

Sodbrennen: wenn der Magen Feuer fängt

Ein wirklich schöner Abend: Zusammensitzen mit Freunden, gut und üppig essen, dazu gepflegte Weine und zum Abschluss eine herrliche Süßspeise und ein Verdauungsschnäpschen, vielleicht auch noch einen Espresso. Sie gehen nach Hause und zu Bett. Und dann beginnt nach etwa zwei bis drei Stunden für Millionen Menschen das Grauen: Sie werden wach, es würgt Sie, die Speiseröhre brennt wie Feuer, Sie haben das Gefühl in Ihrer Brust wütet ein Flammenwerfer und der Magen ist eine einzige brennende Feuerhölle – Sie haben schweres Sodbrennen. Die Magensäure ist nach oben in die Speiseröhre gestiegen und reizt die empfindlichen Schleimhäute. Die dem Sodbrennen vorausgegangenen schönen Stunden sind verflogen, die Nachtruhe ist hinüber. Und Sie schwören sich: nie wieder so ein Abendessen.

Ich kann Sie beruhigen: Haben Sie diesen Reflux (Rückfluss der Magensäure nach oben) nur gelegentlich und dann im Zusammenhang mit schwerem Essen, Alkohol, Kaffee und Zucker – dann können Sie die Ursachen selbst bekämpfen und dem Sodbrennen vorbeugen. Wenn Sie aber immer wieder Anfälle von Sodbrennen haben, dann kann das auf eine Refluxkrankheit hinweisen. Das bedeutet: Der untere Speiseröhren-Schließmuskel ist nicht mehr voll funktionsfähig, die Magensäure kann nach oben in die Speiseröhre steigen. Dieses Problem wird durch falsche Lebens-, Ess- und Trinkgewohnheiten noch verstärkt. Dann muss der Arzt Ihren Magen untersuchen, um die Übeltäter zu finden, denen Sie das Sodbrennen zu verdanken haben. Er wird mit Ihnen dann die richtige Behandlung besprechen. Denn Sodbrennen kann auf Krankheiten hinweisen, mit denen nicht zu spaßen ist.

Aber auch zu viel Stress im Job oder im Privatleben kann zu Sodbrennen führen. Die Probleme schlagen Ihnen sprichwörtlich auf den Magen, er wird sauer und reagiert gereizt. Und auch viele schwangere Frauen haben, vor allem im letzten Trimester der Schwangerschaft, häufig mit Sodbrennen zu kämpfen, wenn die Gebärmutter zunehmend auf den Magen drückt.

An erster Stelle bei den Ursachen für Ihre schmerzende Speiseröhre aber steht die falsche Ernährung und der Genuss von säureproduzierenden Lebensmitteln. Das bedeutet im Umkehrschluss: Wenn Sie die richtigen Lebensmittel zu sich nehmen, dann wird die Gefahr für chronisches Sodbrennen geringer. Dazu gibt es von mir Tipps und Ratschläge um den sogenannten „sauren Magen“ zu vermeiden.

Sodbrennen: die Symptome

Beim Sodbrennen steigt stark säurehaltiger Mageninhalt in die Speiseröhre auf und verätzt die empfindlichen Schleimhäute. Das verursacht die brennenden Schmerzen.

Die klassischen Symptome bei Sodbrennen sind:

  • Heftiges Aufstoßen, der Speisebrei und die überschießende Magensäure werden nach oben gedrückt.
  • Sie verspüren einen brennenden Schmerz hinter dem Brustbein, der in den Brustbereich ausstrahlt.
  • Im gesamten Oberbauch verspüren Sie ein zunehmendes Druckgefühl.
  • Der Reflux, und die damit verbundene aufsteigende Magensäure, macht sich morgens auch durch Heiserkeit, Räuspern oder starken Husten bemerkbar, weil durch die Magensäure die Stimmbänder und die Rachenschleimhaut angegriffen werden.
  • Sehr oft steigt die Magensäure vom Magen bis in den Rachenraum hoch, dringt sogar in den Mund vor. Das führt nicht nur zu einem sehr unangenehmen Geschmack im Mund, sondern dadurch wird auf Dauer auch der Zahnschmelz angegriffen.

 

Sodbrennen in der Schwangerschaft

Müdigkeit, Hungerattacken und Übelkeit gehören zu den bedauerlichen Begleiterscheinungen in der Schwangerschaft. Das gilt leider auch für das Sodbrennen. Gelegentlich ist Sodbrennen sogar eines der ersten Anzeichen für eine Schwangerschaft. Der Normalfall aber ist, dass die werdende Mutter erst gegen Ende der Schwangerschaft an Sodbrennen leidet.

In den letzten drei Monaten vor der Geburt klagt sogar ein Großteil der werdenden Mütter über saures Aufstoßen oder Sodbrennen. Die Symptome sind dann: Ein brennender Schmerz hinter dem Brustbein, der durch die Speiseröhre aufwärts zum Rachenraum steigt, ein sehr unangenehmer Geschmack im Mund und saures oder sogar bitteres Aufstoßen.

Die Ursachen für das Schwangerschaftsaufstoßen sind: Das Schwangerschaftshormon Progesteron bewirkt, das der Verschlussmuskel des Magens nachgiebiger wird. Gleichzeitig übt die größer werdende Gebärmutter einen Druck auf den Magen aus. Dadurch kann der Speisebrei im Magen während des Verdauungsprozesses durch den schwach gewordenen Magenverschlussmuskel nach oben in die Speiseröhre geschoben werden. Dort reizt dann die mitgeführte Magensäure die Schleimhäute der Speiseröhre – es kommt zum Sodbrennen.

Häufiges Sodbrennen und mögliche Folgeerkrankungen

Wenn Sie bereits unter häufigem Aufstoßen und der durch Sodbrennen verursachten Refluxkrankheit leiden, dann kann sich daraus eine Speiseröhrenentzündung entwickeln: Die Schleimhaut der Speiseröhre entzündet sich durch den ständigen Kontakt mit der aus dem Magen aufsteigenden Säure. Wenn Sie diese Beschwerden missachten und keine Behandlung durch einen Arzt einleiten, dann kann sich daraus ein blutendes Schleimhautgeschwür (Ulcus) entwickeln. Es entstehen Narben in der Speiseröhre, der Speisebrei kann nicht mehr ungehindert in den Magen befördert werden – Sie bekommen chronische Schluckbeschwerden.

Noch gefährlicher ist eine krankhafte Veränderung der Zellen im unteren Drittel der Speiseröhre. Das ist der Barren-Ösophagus – eine Krebsvorstufe. Daraus kann sich ein bösartiger Speiseröhrenkrebs entwickeln. Das kann passieren, wenn die empfindliche Speiseröhre jahrelang der aggressiven Magensäure beim Sodbrennen ausgesetzt ist. Sie sollten also diese Beschwerden sehr ernst nehmen, sich rechtzeitig behandeln lassen und gegebenenfalls die notwendigen Medikamente einnehmen.

Natürliche Hausmittel gegen das Sodbrennen

Zu den Tipps und Ratschlägen gegen Sodbrennen gehören unbedingt auch natürliche Hausmittel aus der Erfahrungs- und Naturmedizin. Hier Tipps und Ratschläge wie Sie selbst gegen das Sodbrennen vorgehen können:

  • Nehmen Sie nach einem schweren Essen einen Löffel Senf zu sich. Die darin enthaltenen Senföle verhindern einen Reflux. Deshalb sollten Sie beim Genuss von fetten Würsten oder Schweinefleisch nicht am Senf sparen.
  • Essen Sie bei häufigem Sodbrennen immer wieder stärkehaltige Lebensmittel wie Zwieback, Kartoffeln, Bananen oder trockenes Weißbrot. Die binden einen Überschuss an Magensäure.
  • Mit zu den besten Tipps gegen Sodbrennen gehört auch der Genuss von Kartoffelsaft. Auch mit Milch oder Nüssen lassen sich die Ursachen von Sodbrennen bekämpfen.
  • Unsere Großmütter griffen bei Sodbrennen gerne zum Backpulver. Denn darin ist Natron enthalten und dieses reagiert chemisch mit der Salzsäure des Magens. Es entsteht Wasser und CO 2. Das allerdings erhöht den Druck im Bauchraum.
  • Klingt paradox, hilft aber: Verrühren Sie in einem kleinen Glas Wasser einen TL Apfelessig , welches Sie beim Essen schlückchenweise trinken. Apfelessig wirkt basisch, neutralisiert Säure und hat auch weitere Heilwirkungen.
  • Von vielen Tipps hat sich dieser besonders gut gegen Sodbrennen bewährt: Zwei TL Heilerde in einem Glas warmem Wasser auflösen und langsam trinken. Je nachdem wie stark Ihr Sodbrennen ist 1 bis 3x täglich anwenden. Gibt es als Pulver oder in Kapseln. Die Heilerde bindet die Säure im Magen.
  • Karottensaft hat eine ähnliche Wirkung gegen die Ursachen Ihrer Beschwerden wie der Apfelessig.
  • Sehr bewährt haben sich Kräutertees (den Apotheker fragen). Gegen Ihren Reflux helfen auch Kräutermischungen. Die gibt es mit oder ohne Alkohol. Schwedenbitter ohne Alkohol lindert Ihre Beschwerden und verhinderte das lästige Aufstoßen.
  • Zu den Tipps gegen Aufstoßen und Sodbrennen gehören unbedingt heilende Tees. Kamille, Ingwer (nur in geringer Dosierung) oder Kurkuma-Tee. Das Rezept: Einen TL getrocknete Kurkurswurzel mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, eine Viertelstunde lang zugedeckt ziehen lassen, abseihen, zweimal am Tag eine Tasse trinken.

 

Diese Lebensmittel helfen Ihnen gegen Sodbrennen und beruhigen den Magen

Wenn Sie unter Sodbrennen leiden, dann müssen Sie vordringlich Ihren Magen beruhigen. Das können Sie auch mit der richtigen Ernährung und dem Einsatz der richtigen Lebensmittel. Das genügt, um unter Umständen schon das Sodbrennen zu verhindern – ohne dass Sie den Arzt bemühen und Medikamente einnehmen. Es gibt viele Lebensmittel gegen Sodbrennen, hier will ich Ihnen einige der wichtigsten nennen:

  • Wenn sich bei Ihnen immer wieder die Symptome von Sodbrennen zeigen, dann sollten Sie es mit einer Umstellung Ihrer Ernährung auf Vollkornprodukte versuchen: Brot, Nudeln und Reis.
  • Sie wollen den Magen entlasten und viel Obst essen. Das ist löblich und hilfreich. Achten Sie aber darauf, dass Sie säurearmes Obst mit wenig Fruchtzucker essen. Zum Beispiel: Bananen, Weintrauben, Erdbeeren, Äpfel.
  • Kartoffeln sind sehr hilfreich bei der Bekämpfung der Ursachen von Sodbrennen. Aber nur dann, wenn sie gekocht oder gedämpft wurden. Pell- oder Salzkartoffeln helfen dem Magen im Kampf gegen das Sodbrennen.
  • Salate mit Bitterstoffen und Gemüse wie Karotten, Gurken, Brokkoli, Spinat und alle Kohlsorten gehören zur richtigen Ernährung gegen Sodbrennen.
  • Sie sollten in Ihrer Küche so oft wie möglich Oliven-, Raps- oder Leinöl verwenden.
  • Alle Milch- oder Käseprodukte bitte nur in der Magerstufe essen.
  • Fisch und Fleisch sind erlaubt – wenn sie fettarm sind.

 

Mit diesen Nahrungsmitteln bewahren Sie Ihren Magen vor Stress und sich selbst vor Übergewicht. Denn auch das gehört zu den Ursachen von Sodbrennen.

Diese Gewürze machen kein Sodbrennen

Sie essen gerne gut und scharf? Das ist an sich kein großes Problem – wenn Sie die scharfen Gewürze gut dosieren und nicht im Übermaß einsetzen. Seien Sie also vorsichtig beim Umgang mit Chili, Ingwer, Paprika, Pfeffer und Salz – wenn Sie Sodbrennen vermeiden wollen. Völlig unbedenklich sind diese Gewürze:

  • Gemahlener Ingwer und getrocknete Zwiebeln, Basilikum, Dill, Koriander und Estragon.
  • Thymian, Rosmarin, Petersilie und Knoblauch.
  • Zimt und Kurkuma.

 

Achten Sie darauf, womit Sie würzen. Dann wissen Sie nach einiger Zeit, welche Gewürze bei Ihnen Sodbrennen hervorrufen. Die können Sie dann in Zukunft vermeiden. Dazu führen Sie am besten ein Tagebuch, in dem Sie festhalten, welche Speisen und Gewürze bei Ihnen Sodbrennen ausgelöst haben.

Falsche Ernährung führt zu Sodbrennen

Natürlich gibt es auch die falsche Ernährung, die zu Übergewicht führen kann und Sodbrennen fördert. Darunter sind durchaus auch Lebensmittel, die ansonsten gesunde sind. Das sind solche, die zusätzlich Säuren liefern wie zum Beispiel:

  • Zitrusfrüchte und deren Säfte. Orangensaft zum Frühstück, das bedeutet Stress für den Magen und führt zu Sodbrennen.
  • Lassen Sie die Finger von Pommes und allem, was in Fett ausgebraten oder frittiert wurde.
  • Auch gepökeltes oder geräuchertes Fleisch oder Wurst können die Symptome für Sodbrennen auslösen.
  • Gefährlich ist generell der übermäßige Genuss von Alkohol, und da insbesondere von hochprozentigen Schnäpsen.
  • Kaffee ist für viele Menschen ein unverzichtbarer Bestandteil des Lebens. Ist ja auch in Ordnung – wenn Sie es nicht übertreiben. Mehr als vier bis fünf Tassen am Tag fördern die Säurebildung.

 

Generell lässt sich sagen: Je fettreicher und zuckerhaltiger Ihre Ernährung ist, desto höher ist die Gefahr, das Sie einen übersäuerten Magen bekommen.

Die Ursachen für Sodbrennen können vielfältig sein. Nehmen Sie Ihre Beschwerden ernst, denn Sodbrennen kann auf mehr als nur einen etwas verstimmten Magen hinweisen. Plagt Sie dieses Problem häufiger, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, um weitere Ursachen auszuschließen.

 


Bildquelle: ©gballgiggs - stock.adobe.com

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